Angespielt: Quantum Break - Ein weitgehend gescheitertes Experiment
Die etwas verwirrende Story ist sicherlich auch Absicht, gute Mystery-Serien und -Geschichten zeichnen sich schließlich auch durch das sprichwörtliche fehlende Puzzlestück aus. Das ist schon in Ordnung, wer Geschichten braucht, bei denen keine Fragen offenbleiben, kann ja Tatort schauen.
Zeit und deren Manipulation spielt bei den Rätseln eine zentrale Rolle. So kann Jack bereits Geschehenes wieder rückgängig machen, also die Zeit "zurückspulen": So lassen sich beispielsweise Kisten, die den Weg versperren, entfernen oder auch heruntergefallene Platten als Fahrstuhl nach oben nutzen.
In Quantum Break wird natürlich auch viel geballert
Denn Jack kann sich beispielsweise in der Zeit selbst "vorspulen" und sich gefühlte zehn Meter in eine bestimmte Richtung vorwärts bewegen. Wäre das ein Star Wars-Spiel, dann hieße das "Force Leap", das Ganze ließe sich auch leicht als Magie bezeichnen. Das gilt auch für die anderen Fähigkeiten, darunter eine Art Schutzschild oder eine explosionsartige Zeit-Manipulation.
Denn das Spiel will das explizit nicht sein, lädt aber immer wieder dazu ein, sich hinter diesem oder jenem Gegenstand hinzuzukauern. Immerhin gibt sich die (allerdings höchstens solide) KI reichlich Mühe, einem das Verstecken auszutreiben, da es dem Spieler ständig Einheiten in die Flanke schickt. Das Gameplay ist aber insgesamt stark geskriptet, auch die Schlauch-Levels sind nicht besonders zeitgemäß, Remedy hätte hier durchaus etwas moderner agieren können.
Das vermeintliche Alleinstellungsmerkmal der integrierten TV-Serie (die ursprünglich eine größere bzw. eigenständige Rolle hätte spielen sollen) erweist sich ebenfalls als etwas problematisch. Denn die vier Episoden unterbrechen bzw. reißen das Spiel selbst auseinander, man muss sich regelrecht dazu zwingen, sie nicht zu überspringen.
Auch wenn das alles hier wohl eher negativ klingt: Wir hatten durchaus Spaß bei Quantum Break, die Action ist kurzweilig und die Gefechte auch angenehm fordernd. Die Enttäuschung hat wohl auch mit einer zu hohen Erwartungshaltung zu tun. Ob das aber für einen Vollpreistitel genug ist, muss jeder selbst entscheiden. Wir finden: Knapp daneben. Aber das ist eben leider auch vorbei.
Rätsel- und Kampf-Sequenzen im Wechsel
So neuartig (zumindest ist es der Versuch, das zu sein) Präsentation und Erzählweise auch sind, so traditionell ist unter dem Strich das Gameplay. Denn man schickt den Helden stets nach dem mehr oder weniger selben Muster durch das Spiel: Story, Rätsel und Kampfsequenz. Das läuft nicht streng in dieser Reihenfolge ab, aber es ist doch einigermaßen vorhersehbar, dass nach dem Türrätsel ("Es muss noch einen anderen Weg geben.") die Schurken der Privatarmee von Monarch warten.Zeit und deren Manipulation spielt bei den Rätseln eine zentrale Rolle. So kann Jack bereits Geschehenes wieder rückgängig machen, also die Zeit "zurückspulen": So lassen sich beispielsweise Kisten, die den Weg versperren, entfernen oder auch heruntergefallene Platten als Fahrstuhl nach oben nutzen.
In Quantum Break wird natürlich auch viel geballert
Zeit-Spezialfähigkeiten
In Sachen Kampf-Gameplay geht es ebenfalls weitgehend genreüblich zu: Zwar sind die Zeit-basierte Spezialfähigkeiten Jacks unterhaltsam und im Kampf auch nützlich, ein Alleinstellungsmerkmal sind sie aber kaum.Denn Jack kann sich beispielsweise in der Zeit selbst "vorspulen" und sich gefühlte zehn Meter in eine bestimmte Richtung vorwärts bewegen. Wäre das ein Star Wars-Spiel, dann hieße das "Force Leap", das Ganze ließe sich auch leicht als Magie bezeichnen. Das gilt auch für die anderen Fähigkeiten, darunter eine Art Schutzschild oder eine explosionsartige Zeit-Manipulation.
Dynamik statt Deckung
Aber zur Betonung: Das bedeutet nicht, dass Quantum Break nicht unterhaltsam wäre, ganz im Gegenteil. Dank dieser Fähigkeiten wollen die Entwickler Dynamik ins Spiel bringen. Das gelingt durchaus, zumindest dann, wenn man es selbst schafft, sich von der jahrelangen Prägung von Deckungs-Shootern zu lösen.Denn das Spiel will das explizit nicht sein, lädt aber immer wieder dazu ein, sich hinter diesem oder jenem Gegenstand hinzuzukauern. Immerhin gibt sich die (allerdings höchstens solide) KI reichlich Mühe, einem das Verstecken auszutreiben, da es dem Spieler ständig Einheiten in die Flanke schickt. Das Gameplay ist aber insgesamt stark geskriptet, auch die Schlauch-Levels sind nicht besonders zeitgemäß, Remedy hätte hier durchaus etwas moderner agieren können.
Wow-Optik
Das alles klingt nach sehr viel Mittelmaß, eine Trumpfkarte hat Quantum Break aber doch: die phantastische Präsentation. Audiovisuell ist das Spiel eine Wucht, es ist das bis dato wohl schönste Xbox One-Spiel. Die darstellerischen Leistungen in der Serie mögen zwar nur Mittelmaß sein, die Gesichtsanimationen im Spiel sind dafür grandios. Bei der Präsentation gelingt es, das Hollywood- und Blockbuster-Feeling zu erschaffen, das man sich von Anfang an auf die Fahnen geschrieben hat.Fazit
Das grafische Feuerwerk ist Segen und Fluch zugleich: Denn dadurch muss sich Quantum Break den Vorwurf gefallen lassen, mehr Schein als Sein zu bieten. Das betrifft zwar nicht unbedingt die wenigstens in Ansätzen ambitionierte Geschichte, spielerisch ist das alles - Bombast hin oder her - einfach zu wenig.Das vermeintliche Alleinstellungsmerkmal der integrierten TV-Serie (die ursprünglich eine größere bzw. eigenständige Rolle hätte spielen sollen) erweist sich ebenfalls als etwas problematisch. Denn die vier Episoden unterbrechen bzw. reißen das Spiel selbst auseinander, man muss sich regelrecht dazu zwingen, sie nicht zu überspringen.
Auch wenn das alles hier wohl eher negativ klingt: Wir hatten durchaus Spaß bei Quantum Break, die Action ist kurzweilig und die Gefechte auch angenehm fordernd. Die Enttäuschung hat wohl auch mit einer zu hohen Erwartungshaltung zu tun. Ob das aber für einen Vollpreistitel genug ist, muss jeder selbst entscheiden. Wir finden: Knapp daneben. Aber das ist eben leider auch vorbei.
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