Das Gaming-Headset überrascht:
Logitech G522 Lightspeed im Test

Logitechs G522 Lightspeed kommt als kabelloses Gaming-Headset für 170 Euro. Die Versprechen: Toller Klang, Mikrofon in Broadcast-Qualität und bis zu 90 Stunden Akkulaufzeit. Ob es diese einlöst und wo es Schwächen zeigt, klären wir im Test.
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Logitech
Logitech hat mit dem G522 Lightspeed ein komplett neu entwickeltes Gaming-Headset auf den Markt gebracht, das sich im hart umkämpften Mittelklasse-Segment behaupten soll. Für 169,99 Euro (Straßenpreis ca. 127 Euro) verspricht der Hersteller professionelle Audioqualität, exzellente Mikrofonleistung und ein durchdachtes Design. Wir haben das Headset mehrere Wochen intensiv getestet und zeigen, ob es die hohen Erwartungen erfüllen kann.

Neugestaltung von Grund auf

Anders als die Modellbezeichnung vermuten lässt, handelt es sich beim G522 nicht um einen direkten Nachfolger des G535, sondern um eine komplette Neuentwicklung auf Basis des älteren G733. Logitech hat dabei nahezu jeden Aspekt des Headsets überarbeitet. Das auffälligste Merkmal ist das neue Kopf­band mit Stoffaufhängung, das für gleichmäßige Druckverteilung sorgen soll. Die Ohrmuscheln wurden vergrößert und bieten nun deutlich mehr Platz, während eine doppellagige Memory-Foam-Polsterung mit Kühllayer für Tragekomfort sorgt. Logitech G522Neue Optik mit dezenten RGB-Features und Stoff-Kunststoff-Kombination Logitech G522 Lightspeed Für 126,99 Euro bei Media Markt Zum Angebot
Mit 290 Gramm gehört das Logitech G522 zu den leichteren Gaming-Headsets seiner Klasse. Der Großteil der Konstruktion besteht aus Kunststoff, was sich im direkten Vergleich mit Konkurrenzprodukten wie dem SteelSeries Arctis Nova 5 bemerkbar macht, das durch Metallelemente etwas hochwertiger wirkt. Dennoch fühlt sich das Logitech-Headset nicht billig an und bietet durch die großzügigen Ohrpolster einen hohen Tragekomfort, auch für Brillenträger.

Gute Konnektivität mit kleinen Einschränkungen

Das G522 unterstützt drei Verbindungsmodi: kabelgebunden über USB-C, drahtlos per Bluetooth 5.3 und über Logitechs proprietäres Lightspeed-Funksystem via USB-A-Dongle. Während die Lightspeed-Verbindung mit geringer Latenz und stabiler Übertragung überzeugt, fällt die Reichweite etwas geringer aus als bei manchen Konkurrenzprodukten. Xbox-Besitzer müssen zudem auf eine direkte Wireless-Unterstützung verzichten, da das Headset nicht mit Xbox Wireless kompatibel ist. Die PlayStation 5 (PS5) und die Nintendo Switch werden hingegen unterstützt. Logitech G522Die Bedienelemente sind einseitig platziert, lassen sich aber blind erkennen Ein Kritikpunkt betrifft die fehlenden Mediensteuerungstasten bei Bluetooth-Verbindung. Während andere Headsets zumindest Play/Pause und Titelsprünge ermöglichen, beschränkt sich das Logitech G522 Lightspeed auf eine Laut­stär­ke­re­ge­lung. Alle Bedienelemente befinden sich allerdings übersichtlich an der linken Ohrmuschel, darunter ein Power-Schalter, Bluetooth-Taste, Laut­stärke­rad und Mikro­fon-Stumm­schalt­taste. Klingt überladen, aber die unterschiedlichen Oberflächen der Tasten erleichtern die Bedienung ohne Hinsehen.

RGB-Beleuchtung mit Logitech G Geschmack

Anders als viele Gaming-Headsets setzt Logitech beim G522 auf eine dezente RGB-Umsetzung. Statt greller Leuchtstreifen oder Ringe befinden sich die LEDs an den Enden des Kopfbands, wo sie in acht einzeln ansteuerbaren Zonen subtile Farbakzente setzen. Logitech G522Es muss nicht immer Bling-Bling sein, es geht auch dezent Logitech G522 Lightspeed Für 126,99 Euro bei Media Markt Zum Angebot
Die werksseitige türkis-violette Farbkombination erinnert tatsächlich an Retro-Arcade-Ästhetik, wirkt aber modern und nicht aufdringlich. Die Beleuchtung lässt sich über die G Hub Software entsprechend anpassen.

Mikrofon auf Profi-Niveau

Das abnehmbare omnidirektionale Mikrofon zählt zu den Highlights des G522. Mit einer Abtastrate von 48 kHz und 16 Bit sowie einem Frequenzbereich von 70 bis 20.000 Hz liefert es eine Qualität, die man sonst eher von dedizierten USB-Mikrofonen kennt. Die Integration der Blue-Voice-Technologie aus Logitechs Mikrofonsparte ermöglicht zudem eine professionelle Bearbeitung mit Parametern wie High-Pass-Filter, Noise Gate, Kompressor und De-Esser.

In der Praxis überzeugt das Mikrofon mit klaren Aufnahmen, die sich unserer Meinung nach optimal fürs Gaming, Streaming oder auch Content-Creation eignen. Die hohe Empfindlichkeit kann allerdings teilweise zum Problem werden, da auch Hintergrundgeräusche recht zuverlässig erfasst werden. Die Noise-Reduction-Funktion in der G Hub Software schafft hier Abhilfe und filtert Störgeräusche effektiv heraus, nimmt aber auch Einfluss auf Sprachqualität - wenn auch oft nur minimal.

Klangqualität mit Optimierungsbedarf

Hier zeigt sich die größte "Schwäche" des G522. Die neuen 40-mm-PRO-G-Treiber mit Biozellulose-Membran sollen durch isolierte akustische Kammern für beide Ohrmuscheln identische Klangeigenschaften bieten. In der Theorie eine hervorragende Idee, in der Praxis fällt das Ergebnis aber noch etwas durchwachsen aus.

Logitech G522Logitech G522Logitech G522Logitech G522

Die Bassdarstellung ist angenehm, wenn auch etwas zurückhaltend. Kritischer zeigt sich die Abstimmung im oberen Mittenbereich und den Höhen, die merklich gedämpft wirken und wichtige Details vermissen lassen. Das führt zu einem insgesamt flachen Klangbild, das weder bei Musik noch in Spielen vollständig überzeugen kann. Besonders im direkten Vergleich mit günstigeren Logitech-Modellen wie dem G535 oder dem Flaggschiff G Pro X 2 fällt das G522 klanglich zurück.

Abhilfe schafft die umfangreiche Equalizer-Funktion in der G Hub Software. Mit zehn Frequenzbändern, Community-Presets und speziellen Modi lässt sich der Sound deutlich verbessern. Allerdings sollte ein Headset dieser Preisklasse bereits ab Werk überzeugenden Klang liefern, ohne dass Nutzer erst Anpassungen vornehmen müssen. Zu guter Letzt: Die DTS Headphone:X-Unterstützung bietet für unseren Geschmack einen netten räumlichen Klang, kann aber bei unsachgemäßer Konfiguration zum Übersteuern führen. Logitech G522Der Equalizer im G Hub des Logitech G522 Lightspeed Logitech G522 Lightspeed Für 126,99 Euro bei Media Markt Zum Angebot
Unser Tipp: Für einen unkomplizierten Audio-Push, auch beim Bass, könnt ihr in den Voreinstellungen für das Wireless-Headset die EQ-Optionen "Bassverstärkung" oder "Medien" auswählen. Ebenso empfehlen wir bei der Mikrofonqualität die Modi "Broadcaster 1" und das Blue Voice Feature.

Logitech G Hub Software mit smarten Features

Die Logitech G Hub Software für PC und die G Mobile App für Konsolen bieten umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten. Besonders positiv fällt auf, dass alle Einstellungen direkt im Headset gespeichert werden und somit über verschiedene Plattformen hinweg verfügbar bleiben. Nach der Konfiguration kann die Software deinstalliert werden, ohne dass Einstellungen verloren gehen - ein Feature, das mehr Hersteller anbieten sollten.

Die Software ermöglicht nicht nur Audio- und Mikrofonanpassungen, sondern auch die Steuerung der RGB-Beleuchtung und verschiedener Energiesparoptionen. Und ein Batterieschutzmodus verhindert vollständige Ladezyklen, um die Akkulebensdauer zu verlängern. So kennen wir es unter anderem von Smartphones und Wearables - oder auch Elektroautos.

Ausdauer im Dauereinsatz

Logitech verspricht bis zu 90 Stunden Akkulaufzeit ohne RGB-Beleuchtung und 40 Stunden mit aktivierter Beleuchtung. Diese Angaben scheinen sogar konservativ zu sein, denn im Test hielt das Headset mit eingeschalteter Beleuchtung deutlich über 40 Stunden durch. Selbst intensivste Nutzung über mehrere Wochen erforderte nur wenige Ladevorgänge des Akkus. Damit liegt das G522 zwar unter Spitzenreitern wie dem HyperX Cloud Alpha Wireless mit über 300 Stunden, bietet aber mehr als ausreichend Ausdauer für den Alltag. Logitech G522Logitech hat mit dem G522 ein (fast) perfektes Headset gebaut

Unser Fazit zum Logitech G522 Lightspeed

Das Logitech G522 Lightspeed ist ein zwiespältiges Produkt. Einerseits bietet es ein exzellentes Mikrofon, hohen Tragekomfort, durchdachte Software und beeindruckende Akkulaufzeit. Das dezente RGB-Design hebt sich zudem positiv von der Masse ab, und die plattformübergreifende Kompatibilität mit gespeicherten Einstellungen ist vorbildlich.

Dennoch enttäuscht die werksseitige Klangabstimmung für ein 160-Euro-Headset. Während sich die Probleme durch manuelle Equalizer-Anpassungen beheben lassen, sollten Käufer in dieser Preisklasse nicht zu umfangreichen Nacharbeiten gezwungen sein. Konkurrenten wie das Sony Pulse Elite bieten besseren Out-of-the-box-Sound für den gleichen Preis oder sogar weniger Geld.


Wer primär auf PC spielt, gerne an Audioeinstellungen schraubt und Wert auf ein erstklassiges Mikrofon legt, findet im G522 einen soliden Begleiter. Nutzer, die ein Headset suchen, das sofort perfekt klingt, sollten sich anderweitig umsehen. Das Logitech G522 Lightspeed ist somit ein gutes Gaming-Headset, das mit besserer Werksabstimmung ein großartiges hätte sein können.

Wie steht ihr zum G522 Lightspeed? Ist euch ein exzellentes Mikrofon wichtiger als perfekter Out-of-the-box-Sound, oder greift ihr lieber zu Alternativen? Schreibt es uns in die Kommentare.

Logitech G522 Lightspeed Für 126,99 Euro bei Media Markt Zum Angebot
Zusammenfassung
  • Neues kabelloses Gaming-Headset G522 für ca. 170 Euro
  • Hoher Tragekomfort durch Stoffkopfband und Memory-Foam-Polsterung
  • Verbindung über Lightspeed-Dongle, Bluetooth 5.3 oder USB-C
  • Herausragendes Mikrofon mit Blue-Voice-Technologie
  • Enttäuschende werksseitige Klangabstimmung, manuelle Anpassung nötig
  • Dezentes RGB-Design mit acht steuerbaren Zonen am Kopfband
  • Beeindruckende Akkulaufzeit von über 40 Stunden mit RGB-Beleuchtung
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