KI-Lobby: Europa muss sich entscheiden - wir oder das Klima
Die Europäische Union muss sich laut dem KI-Lobbyverband EUDCA entscheiden: Entweder man bleibt bei KI-Technologien international wettbewerbsfähig oder man schützt das Klima. Beides zusammen geht nach Auffassung von EUDCA-Chef Lex Coors nicht.
Vor diesem Hintergrund plädiert Coors dafür, zumindest über einen zeitweisen Einsatz zusätzlicher Gaskraftwerke zu diskutieren. Andernfalls drohe Europa bei der Entwicklung leistungsfähiger KI-Systeme weiter hinter die USA und China zurückzufallen. Sollte Europa nicht genügend eigene Rechenleistung aufbauen können, wäre der Kontinent langfristig auf ausländische Technologien angewiesen, argumentiert er.
Die Frage berührt einen zentralen Konflikt der europäischen Politik. Einerseits will Brüssel die technologische Wettbewerbsfähigkeit stärken und die digitale Souveränität sichern. Andererseits sollen die ehrgeizigen Klimaziele eingehalten werden - was angesichts der jüngsten Hitzewelle in Europa und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Schäden ebenfalls ein wichtiges Vorhaben darstellt.
EU-Energiekommissar Dan Jørgensen betonte zuletzt, dass Rechenzentren nur dann willkommen seien, wenn sie die Energiewende unterstützen, etwa durch hohe Energieeffizienz, die Nutzung erneuerbarer Energien und die Wiederverwendung von Abwärme. Die Kommission arbeitet zudem an einem Nachhaltigkeitssiegel für Rechenzentren.
Coors betont zwar, dass auch die Rechenzentrumsbranche langfristig auf Wind-, Solar- und Kernenergie setzen wolle. Allerdings bezweifelt er, dass Batteriespeicher und erneuerbare Energien allein in den kommenden Jahren den stark steigenden Strombedarf der KI-Branche decken können. Europa müsse daher entscheiden, wie es die Ziele Wettbewerbsfähigkeit, technologische Unabhängigkeit, Nachhaltigkeit und Geschwindigkeit miteinander in Einklang bringt.
Siehe auch:
- Der KI-Lobbyverband EUDCA sieht einen Zielkonflikt in Europa aufkommen
- Lex Coors warnt vor Engpässen durch den rasanten Ausbau der IT-Anlagen
- Brüssel plant Kapazitäten für Rechenzentren bis 2032 massiv auszubauen
- Kritiker lehnen Erdgas zur Stromerzeugung wegen der Klimaziele strikt ab
- Umweltgruppen fordern bei der Energiewende stets strenge Klimastandards
Branche will mehr Gaskraftwerke
Coors warnte laut eines Politico-Berichts, dass Europas Energieinfrastruktur derzeit nicht ausreiche, um die geplante Expansion von Rechenzentren zu unterstützen. Die Europäische Kommission verfolgt das Ziel, die Kapazitäten dieser Anlagen in Europa bis 2032 zu verdreifachen und damit die Voraussetzungen für eine stärkere europäische KI-Industrie zu schaffen. Nach Einschätzung der Branche kommen jedoch der Ausbau der Stromnetze, neuer Kernkrafttechnologien sowie Erneuerbarer Energien nicht schnell genug voran.Vor diesem Hintergrund plädiert Coors dafür, zumindest über einen zeitweisen Einsatz zusätzlicher Gaskraftwerke zu diskutieren. Andernfalls drohe Europa bei der Entwicklung leistungsfähiger KI-Systeme weiter hinter die USA und China zurückzufallen. Sollte Europa nicht genügend eigene Rechenleistung aufbauen können, wäre der Kontinent langfristig auf ausländische Technologien angewiesen, argumentiert er.
Die Frage berührt einen zentralen Konflikt der europäischen Politik. Einerseits will Brüssel die technologische Wettbewerbsfähigkeit stärken und die digitale Souveränität sichern. Andererseits sollen die ehrgeizigen Klimaziele eingehalten werden - was angesichts der jüngsten Hitzewelle in Europa und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Schäden ebenfalls ein wichtiges Vorhaben darstellt.
EU-Energiekommissar Dan Jørgensen betonte zuletzt, dass Rechenzentren nur dann willkommen seien, wenn sie die Energiewende unterstützen, etwa durch hohe Energieeffizienz, die Nutzung erneuerbarer Energien und die Wiederverwendung von Abwärme. Die Kommission arbeitet zudem an einem Nachhaltigkeitssiegel für Rechenzentren.
Warnung von Umweltverbänden
Umweltverbände lehnen eine stärkere Nutzung von Erdgas entschieden ab. Sie sehen darin die Gefahr, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verlängern und die Energiewende auszubremsen. Vertreter von Greenpeace und dem Europäischen Umweltbüro fordern stattdessen, an strengen Umweltstandards festzuhalten und den Ausbau sauberer Energien konsequent voranzutreiben.Coors betont zwar, dass auch die Rechenzentrumsbranche langfristig auf Wind-, Solar- und Kernenergie setzen wolle. Allerdings bezweifelt er, dass Batteriespeicher und erneuerbare Energien allein in den kommenden Jahren den stark steigenden Strombedarf der KI-Branche decken können. Europa müsse daher entscheiden, wie es die Ziele Wettbewerbsfähigkeit, technologische Unabhängigkeit, Nachhaltigkeit und Geschwindigkeit miteinander in Einklang bringt.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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