Microsoft-Manager fordert General-Angriff auf die App-Store-Kartelle
Microsofts Top-Manager Brad Smith hat einen Generalangriff auf das Konzept der App-Stores der Mobile-Plattformen gefordert. Immerhin sei sein Unternehmen von den Wettbewerbsbehörden für weitaus kleinere Vergehen hart bestraft worden.
"Ich denke, dass die Zeit gekommen ist, eine sehr viel fokussiertere Diskussion über die Natur der App-Stores, die in ihnen geltenden Regeln und die Preise und Gebühren zu führen. Und ob es für all das eine richtige Bewertung anhand der Antikartell-Gesetze gibt. Das gilt sowohl für Washington, D.C., als auch Brüssel", erklärte Smith in einem Interview mit dem US-Magazin Politico.
Die beiden großen Anbieter mobiler Plattformen Apple und Google betreiben jeweils eigene Download-Plattformen, über die sie die Zugänge zu ihren Systemen mehr oder weniger regulieren. Apple geht restriktiver vor und unterbindet jeden Weg an seinem AppStore vorbei. Google gewährt bei Android zwar mehr Freiheit, aber auch hier hat der Play Store eine dominante Position inne und es ist kaum möglich, eine Anwendung an ihm vorbei zu einem Erfolg zu machen.
In Teilen wird an dem Vorgehen der großen Anbieter gekratzt. Aktuell läuft beispielsweise die Debatte um die E-Mail-App Hey, die von Apple aufgrund von Verstößen gegen die AppStore-Regeln nicht auf iOS zugelassen wird. Die App lässt sich nur nach Abschluss eines Lizenzabos nutzen - das aber nicht über den Abrechnungsdienst der Plattform erworben werden kann, womit Apple nicht in der Lage ist, seine 30-prozentige Umsatzbeteiligung einzustreichen. Und auch die EU-Kommission hat bereits ein Verfahren eingeleitet, in dem es um die Zahlungsmodalitäten geht.
Die beiden großen Anbieter mobiler Plattformen Apple und Google betreiben jeweils eigene Download-Plattformen, über die sie die Zugänge zu ihren Systemen mehr oder weniger regulieren. Apple geht restriktiver vor und unterbindet jeden Weg an seinem AppStore vorbei. Google gewährt bei Android zwar mehr Freiheit, aber auch hier hat der Play Store eine dominante Position inne und es ist kaum möglich, eine Anwendung an ihm vorbei zu einem Erfolg zu machen.
Wir wurden für weniger hart bestraft
Smith verglich dies direkt mit dem Wettbewerbsverfahren, an dessen Ende Microsoft hohe Strafen aufgebrummt bekam. Damals ging es darum, dass das Unternehmen die Dominanz seines Windows-Betriebssystems missbrauchte, um den eigenen Browser am Markt durchzusetzen und den Marktführer Netscape am Ende zur Aufgabe zu zwingen. Aus Sicht des Microsoft-Managers hätten die Mobile-Plattform-Betreiber mit ihren App-Stores aber weitaus stärkere Kontrollmechanismen aufgezogen, als alles, was vor 20 Jahren in der Branche denkbar gewesen wäre.In Teilen wird an dem Vorgehen der großen Anbieter gekratzt. Aktuell läuft beispielsweise die Debatte um die E-Mail-App Hey, die von Apple aufgrund von Verstößen gegen die AppStore-Regeln nicht auf iOS zugelassen wird. Die App lässt sich nur nach Abschluss eines Lizenzabos nutzen - das aber nicht über den Abrechnungsdienst der Plattform erworben werden kann, womit Apple nicht in der Lage ist, seine 30-prozentige Umsatzbeteiligung einzustreichen. Und auch die EU-Kommission hat bereits ein Verfahren eingeleitet, in dem es um die Zahlungsmodalitäten geht.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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