NASA: Astronauten für Artemis-III-Mission stehen fest, sorgen für Eklat

Die NASA hat die vier männliche Astronauten für die Artemis-III-Mission benannt. Der Testflug soll frühestens im Sommer 2027 in der Erdumlaufbahn stattfinden und zentrale Technologien für die folgende Artemis-IV-Mission zum lunaren Südpol erproben.
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Kritik an rein männlicher Besatzung

Die Entscheidung für eine rein männliche Crew hat nun international Kritik ausgelöst. In sozialen Netzwerken äußerten sich zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Raumfahrt-Influencerinnen enttäuscht, da die NASA wiederholt betont hatte, im Artemis-Programm die erste Frau und die erste Person of Color auf dem Mond landen zu wollen.

NASA-Administrator Jared Isaacman betonte in einer Stellungnahme, die Besatzung sei nach fachlichen Kriterien zusammengestellt worden. Berücksichtigt würden unter anderem Testpilotenerfahrung, Mitarbeit an spezifischen Programmen und Verfügbarkeit. Einige Astronautinnen seien bereits für andere Einsätze eingeplant oder besser für spätere Artemis-Missionen mit Mondlandung geeignet.

Aktuell sind 15 der 37 aktiven, für Flüge verfügbaren NASA-Astronauten Frauen. In der 2023 vorgestellten Klasse neuer Astronautenkandidaten stellten Frauen erstmals die Mehrheit.

Die ausgewählte Crew im Überblick:

  • Randy Bresnik (NASA): Kommandant, dritter Raumflug, ehemaliger US-Marineoffizier mit umfangreicher Shuttle- und Sojus-Erfahrung.
  • Luca Parmitano (ESA): Pilot, dritter Raumflug, erster italienischer Kommandant der ISS.
  • Frank Rubio (NASA): Missionsspezialist, zweiter Raumflug, hielt mit 371 Tagen den Rekord für den längsten Einzelraumflug eines US-Astronauten.
  • Andre Douglas (NASA): Missionsspezialist, erster Raumflug, Systemingenieur mit Erfahrung in autonomen Systemen und Raumfahrttechnik.

Als Backup wurde NASA-Astronaut Bob Hines nominiert, der bereits als Pilot der SpaceX-Crew-4-Mission zur ISS geflogen ist.

Komplexe Testkampagne mit Blue Origin und SpaceX

Artemis III ist als Technologietest ausgelegt. Eine SLS-Rakete (Space Launch System) bringt die Orion-Kapsel vom Kennedy Space Center in Florida in einen niedrigen Erdorbit. Dort soll Orion erstmals Rendezvous- und Docking-Manöver mit Testversionen kommerzieller Landersysteme durchführen.

Blue Origin und SpaceX entwickeln jeweils einen bemannten Mondlander, eine Crew-Variante des "Blue Moon"-Landers sowie eine Starship-basierte Mondversion. Für Artemis III sind mehrere Starts innerhalb kurzer Zeit vorgesehen: Zunächst bringt eine Rakete den Lander-Pathfinder von Blue Origin in den Orbit, wo er mehrere Wochen betriebsbereit bleibt.

NASA Space Launch System (SLS)NASA Space Launch System (SLS)NASA Space Launch System (SLS)NASA Space Launch System (SLS)

Anschließend startet SLS mit Orion und der Crew, die an den Lander andockt und etwa zwei Tage lang Systeme, Software, Antriebe und Kommunikation testet - inklusive Einstieg in den Lander. Danach koppelt Orion ab und wartet auf das Starship-Testfahrzeug von SpaceX, das für weitere Checkouts und Dockingtests für rund einen Tag gekoppelt bleibt. Zum Abschluss kehrt Orion zur Erde zurück und wasserlandet im Pazifik.

Das Artemis-Programm: Rückkehr zum Mond

  • 2022
    16. November - 11. Dezember
    Artemis I: Unbemannter Testflug von SLS und Orion. Die Kapsel umrundet den Mond und wassert erfolgreich am 11. Dezember 2022.
  • 2026
    April
    Artemis II: Erster bemannter Flug des Programms. Vier Astronauten fliegen in einer rund zehntägigen Mission um den Mond und testen Lebenserhaltung, Navigation und Kommunikationssysteme im tiefen Weltraum.
  • 2027
    geplant 2027
    Artemis III: Neu konzipiert als Low-Earth-Orbit-Testmission. Orion demonstriert Rendezvous- und Dockingmanöver mit Testversionen kommerzieller Mondlander von SpaceX und Blue Origin.
  • 2028
    geplant 2028
    Artemis IV: Erste bemannte Landung am lunaren Südpol. Orion fliegt in eine Mondumlaufbahn, ein Lander bringt zwei Astronauten für einen mehrtägigen Aufenthalt auf die Oberfläche.
  • ab 2030
    ab ~2030
    Artemis V und weitere Missionen: Aufbau einer höheren Flugkadenz mit mindestens einer bemannten Mondlandung pro Jahr, zusätzliche Modul-Lieferungen für die Gateway-Infrastruktur und schrittweise Etablierung einer dauerhafteren Präsenz am Mond als Vorbereitung für spätere Marsmissionen.

Die Missionsdauer ist auf rund zwei Wochen ausgelegt, kann aber abhängig von Startfenster, Rendezvous und Docking in Echtzeit angepasst werden.

Hardware-Status: Orion, SLS und Lander

Parallel zur Crew-Bekanntgabe meldet die NASA Fortschritte bei der Missionsvorbereitung. Im Sommer sollen das Orion-Crewmodul und das Servicemodul verbunden und das neue Andocksystem integriert werden. Am Hitzeschild laufen weiter Materialtests, einzelne Segmente wurden per Ultraschall geprüft und montiert.

Bei der SLS-Rakete wird die Triebwerkssektion mit der Zentralstufe verbunden, anschließend werden vier RS-25-Triebwerke installiert. Alle Segmente der Feststoffbooster befinden sich am Kennedy Space Center, die Überarbeitung der mobilen Startrampe liegt im Zeitplan, das Stapeln der Rakete ist ebenfalls für den Sommer vorgesehen. Zusätzlich entwickelt die NASA einen Spacer, der bei Artemis III die Oberstufe ersetzt, um das Missionsprofil im Erdorbit zu unterstützen.

Artemis III baut auf der erfolgreichen Artemis-II-Mission auf und gilt als wichtiger Zwischenschritt hin zu späteren Mondlandungen und den ersten bemannten Missionen zum Mars.

Wie bewertet ihr die Fortschritte und die Auswahl einer rein männlichen Crew - konsequente Missionsplanung oder verpasste Chance bei der Besatzungsauswahl? Schreibt eure Einschätzung in die Kommentare.

Zusammenfassung
  • Die Artemis-III-Mission soll im Jahr 2027 wichtige Dockingtests durchführen
  • Kritik entstand an der Auswahl einer ausschließlich männlichen Besatzung
  • NASA-Administrator Jared Isaacman begründet dies mit fachlichen Kriterien
  • In der Erdumlaufbahn werden Landersysteme von SpaceX und Blue Origin erprobt
  • Erfahrene Experten der NASA und ESA bilden das Team für diesen Weltraumflug
  • Vorbereitungen an der Orion-Kapsel und SLS-Rakete laufen auf Hochtouren

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