Mobiler Beamer oder XR-Brille? - Test zeigt deutlichen Sieger

Beamer und XR-Brillen verfolgen ein Ziel: mobiles Entertainment, immer und überall. Beide Geräteklassen werben mit Bildschirmdiagonalen von über 150 Zoll, beide wollen den optimalen Mix aus Bild- und Tonqualität bieten. Beamer gibt es inzwischen in allen Größen sowie Formen, und eine Transportbox ist dieser Tage meist auch direkt mit dabei.

Gleichzeitig ist mit wenigen Ausnahmen kein Projektor so kompakt wie etwa die Viture Luma Ultra. Dabei handelt es sich um eine XR-Brille, die ein 174-Zoll-Bild ermöglichen soll. Damit wäre das Bild größer als jedes herkömmliche Beamer-Setup für geläufige Hotelräume. Im Test soll sich zeigen, ob die Brille ihr Entertainment-Versprechen unterwegs halten kann.

Entertainment auf Sparflamme

Zwar sind in den meisten Hotelzimmern inzwischen Fernseher vorhanden, diese sind aber mitunter mehr als klein. In der Vergangenheit gab es außerdem immer mal wieder Probleme mit der Programmauswahl und der Möglichkeit, Inhalte vom Smartphone auf den jeweiligen Fernseher zu streamen. Um nicht zum wiederholten Male auf den Heimatsender eines Ski-Resorts angewiesen zu sein, hat unser Kollege Timm Mohn in der Vergangenheit deswegen stets den Beamer dabei. Mit dem Aufkommen der XR-Brillen könnte sich das aber zukünftig ändern.
XR-Brille ersetzt Beamer XR-Brille ersetzt Beamer XR-Brille ersetzt Beamer

Das Abspielgerät: Viture Neckband Pro

In einem Testlauf wurde deswegen der Beamer zu Hause gelassen und stattdessen eine XR-Brille eingepackt. Im Grunde muss man auch beim XR-Setup erst einmal alle Bestandteile auspacken. Und auch hier sind es zwei Sachen: Ein Abspielgerät und die Viture Luma Ultra. Im vorliegenden Fall wird für die Wiedergabe von Inhalten das Neckband von Viture verwendet. Der Vorteil der Kombination ist die Möglichkeit, ohne weiteres Eingabegerät Android zu bedienen und beispielsweise Videos zu starten.

Dies geschieht über 3-DoF mithilfe der eingebauten Kamera an der Front. Im Falle der Viture Luma Ultra ist kein zusätzlicher Adapter nötig, um das Neckband mit der Brille zu verbinden. Der magnetische Anschluss am Bügel sorgt für eine unkomplizierte Verbindung. Um mit dem Film- oder Seriengenuss zu starten, muss das Neckband nur noch eingeschaltet werden. Nachfolgend bootet Android und ist binnen ungefähr einer Minute bereit.

Der Kicker: Brillengläser lassen sich abdunkeln

Durch die Möglichkeit, die Brillengläser zu verdunkeln, ist es nie zu hell im Raum, egal, ob man morgens, mittags oder abends einen Film schauen will. Das heißt auch: Man muss nicht zwingend die Jalousie herunterlassen, um tagsüber Filme und Serien zu genießen. Anders als beim Beamer-Setup muss die Leinwand nicht mühsam irgendwo positioniert werden, sodass man sie vom Bett aus sieht - wenn man überhaupt den Platz für eine solche hat. Oft muss man auf Wände oder die Decke ausweichen. Das Hotel im vorliegenden Beispiel hatte auch keine Wand, auf die man einen Film hätte projizieren können. Mit der XR-Brille ergeben sich diese Probleme nicht.

Verbesserungswürdig: Die Handsteuerung

Die Gestensteuerung ist zwar praktisch, hat man aber noch etwas Platz im Handgepäck, empfiehlt sich auf jeden Fall eine Flymouse oder Ähnliches. Das ist insbesondere der Fall, wenn man sich bequem seitlich hinlegen und trotzdem Android bedienen will. Ein Wechsel auf die Gestensteuerung ist allerdings jederzeit wieder möglich. Egal, für welche Art der Steuerung man sich entscheidet, eine Sache bleibt gleich: Der Setup-Aufwand für ein mobiles Heimkinosystem ist mit einer XR-Brille deutlich geringer als mit einem Beamer.

Immer-und-überall-Faktor: XR-Brillen gewinnen

Der Vorteil von XR-Brillen gegenüber einem Beamer wird im Alltag aber noch deutlicher. Blickt man auf die Top-4-Hobbys der Deutschen, so ist das Spazierengehen aktuell auf Platz 4. Auf Platz 1 liegt der Konsum von Medien. Es liegt nahe, dass man beides miteinander kombinieren möchte. Dank Transporttasche sind viele Beamer heutzutage sehr portabel, und auch die passende Powerbank hat noch Platz im Wanderrucksack.

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Das ganze Setup ist natürlich ziemlich aufwendig: Man benötigt eine Leinwand und es sollte nicht regnen. Das ist zwar auch der Fall, wenn man eine XR-Brille trägt, aber diese ist sicherlich schneller weggeräumt als ein ganzes Beamer-Setup. Daneben gibt es nur noch ein Problem bei diesem Setup: Selbst 3.000 ISO-Lumen reichen nicht aus, um am helllichten Tag ein Outdoor-Kino zu realisieren.

Die Preisfrage

Auch in Sachen Preis gewinnt eine XR-Brille: Die Viture Luma Ultra oder das Beast sind beide günstiger als manch ein Setup aus Beamer und Leinwand. Das High-End-Modell mit voller 6-DoF-Unterstützung wird aktuell für 599 Dollar direkt beim Hersteller angeboten. Ein vernünftiger Projektor wie etwa der JMGO N1S Ultimate kostet regulär 1.599 Euro. Eine Leinwand ist in diesem Preis nicht inbegriffen.

Natürlich: Auch das Neckband kostet Geld. Im vorliegenden Fall des Viture Neckband Pro sind es mindestens 439 Euro. Auf diese Weise wird der Preisvorteil des XR-Systems verringert. Allerdings: Die Anschaffung des Tools ist nicht nötig. Man kann auch sein sowieso schon vorhandenes Smartphone oder Notebook anschließen.

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