Magcubic HY300F: Ballförmiger Beamer ist für den WM-Spaß ungeeignet

Mit dem HY300F hat Magcubic passend zur bald beginnenden Weltmeisterschaft einen fußballförmigen Beamer auf den Markt gebracht. Design hin oder her: Was beim Projektor wirklich zählt, ist die Lichtleistung. Diese gibt der Hersteller mit 200 ANSI-Lumen an, was nicht für Umgebungen mit Tageslicht geeignet ist. Selbst Mitte Mai ist um 21 Uhr noch zu viel Umgebungslicht vorhanden, um wirklich von einem guten Bild zu sprechen.

Mit einem Preis des Gerätes von lediglich 55 bis 60 Euro gehen also Einschnitte in Sachen Bildqualität einher. Trotzdem klettert der Projektor derzeit in den Amazon-Charts die Verkaufsleiter nach oben. Die aktuelle Popularität des Projektors ist sicherlich der kommenden WM geschuldet. Allerdings krankt der Beamer an zwei großen Problemen: der Bildschärfe und einem Audio-Delay über HDMI.

Schaltet man den Beamer das erste Mal an, fällt direkt auf, an welchen Stellen der Rotstift beim HY300F angesetzt wurde. Der Fokus ist nur manuell möglich. Immerhin: Der HY300F verfügt über eine Auto-Keystone-Korrektur. Die funktioniert okay, aber in der Regel kann man über die Vier-Ecken-Korrektur mehr erreichen. Jene ist schnell durchgeführt und das Bild je nach Wunsch ausgerichtet. Natürlich: Das Bild der Vier-Ecken-Korrektur ist digital zusammengeschrumpft. Effektiv verliert man hier sogar etwas von der 720p-Auflösung. Zusammen mit dem Gimbal schafft der HY300F auch ohne Stativ Positionen, die herkömmliche Projektoren nicht erreichen.
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Der Beamer kann über HDMI mit Spielekonsolen oder dem heimischen PC verbunden werden. Der HY300F wechselt dabei nicht automatisch zur neu angeschlossenen Quelle. Stattdessen muss man über die Fernbedienung den HDMI-Port auswählen. Das Bild in Windows stellt leider einmal mehr unter Beweis, dass der Beamer auch am eigentlichen Fokus-Sweetspot nicht zu 100 Prozent scharf gestellt werden kann: Teile des Bildes bleiben unscharf. Über HDMI zeigt sich ein weiterer Schwachpunkt: Beim Sound gibt es einen merklichen Delay. Bei Serien passen Mundbewegungen nicht immer exakt zum Ton. Filmgenuss ist auf diese Weise nur bedingt möglich. Spielt man beispielsweise Ego-Shooter mit dem HY300F, kann eine verzögerte Tonausgabe schnell das Ende einer Runde bedeuten. Es ist Magcubic dringend anzuraten, die aktuelle Firmware grundlegend zu überarbeiten und ein OTA-Update zu pushen.

Was sich auf jeden Fall im Vergleich zu anderen Magcubic-Projektoren verbessert hat, ist der Lüfter: Er ist anfangs deutlich weniger laut als beim HY300 Pro. Dessen Lüfter war sogar lauter als beim Megamini G1, der durchaus selbst als sehr laut bekannt ist. Inzwischen sind beide Geräte ungefähr gleich laut. Wenn der Gaming-PC unter Volllast läuft, ist der HY300F sogar leiser. Unser Kollege Timm Mohn hat aber festgestellt, dass der Lüfter bereits wenige Tage nach der ersten Verwendung deutlich lauter geworden ist. Er ist immer noch leiser als beim HY300 Pro, aber nicht mehr so leise wie noch am Anfang.

Auf dem Beamer ist Android 14 installiert. Über WLAN können auch Firmware-Updates heruntergeladen werden. Magcubic hat einen App-Store mit unter anderem YouTube auf dem HY300F vorinstalliert. Über diesen können unter anderem Disney+ oder Netflix heruntergeladen werden. Die App startet nach der recht zügigen Installation auch schnell. Allerdings: Schaut man genau hin, weist die Netflix-Anwendung darauf hin, dass eine neuere App-Version bereits vorhanden sein soll. Diese Meldung verschwindet aber sofort wieder, ohne dass man mit ihr interagieren kann. Stattdessen wird man zum Einloggen weitergeleitet. Eine Möglichkeit, die neue App herunterzuladen, gibt es nicht. Es kann durchaus ein mulmiges Gefühl verursachen, wenn man direkt zum Start eine veraltete App verwendet. Magcubic beziehungsweise dessen App-Store muss sich auch erst beweisen, was das Einpflegen von Software-Updates anbelangt.

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Der HY300F mit seiner Fußballform ist vor allem ein Eyecatcher. Der Projektor ist aktuell für 59,99 Euro auf Amazon verfügbar. Tagesaktuell lassen sich an der Kasse auch noch 10 Prozent einsparen. Der Endpreis liegt in diesem Fall bei 53,99 Euro. Der Rabatt direkt zum Start des neuen Projektors spricht einmal mehr dafür, dass der Beamer vor allem eines ist: eine hübschere Auflage veralteter Technik, die man so bereits in anderen Beamern, teils auch günstiger, bekommt.

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