Exportstopp: China dreht ausländischen Chipherstellern den Gashahn zu

China hat den Export von Wolfram nach Japan gestoppt. Das führt zum Produktionsstopp eines essenziellen Gases für die Halbleiter­fertigung. Chiphersteller wie TSMC und SK Hynix stehen vor einem großen Problem. Weitere Preissteigerungen könnten folgen.
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Chinas Exportstopp trifft Chip-Industrie

Chiphersteller verdienen an der aktuellen Speicherkrise gerade enorm. Gleichzeitig decken die Produktionskapazitäten nicht ansatzweise die Nachfrage. Der akute Speichermangel soll noch mehrere Jahre andauern. Jetzt sorgen die Folgen einer Entscheidung der chinesischen Regierung für eine weitere Zuspitzung der Lage.

So hat die kommunistische Partei die Ausfuhr von hochreinem Wolfram nach Japan eingestellt. Infolgedessen ziehen japanische Chemieunternehmen jetzt die Reißleine. Ab Juli 2026 stoppen sie die Produktion von Wolframhexafluorid, da alle Lagerbestände aufgebraucht sind.


Unverzichtbares Gas

Wolframhexafluorid, kurz WF6, ist ein farbloses, hochgradig korrosives und toxisches Gas, das essenziell bei der Chipherstellung ist. Es spielt eine entscheidende Rolle in der sogenannten chemischen Gasphasenabscheidung. Bei dem Verfahren lagert sich Wolfram in mikroskopisch kleinen Strukturen auf den Silizium-Wafern ab. Das Metall verbindet die winzigen Transistoren in modernen Speicherchips. Besonders bei 3D NAND und HBM-Speicher ist das Gas unverzichtbar.

Wie TrendForce berichtet, haben japanische Zulieferer ihre Kunden bereits über die drohenden Ausfälle informiert. Zu den betroffenen Abnehmern gehören vor allem die drei größten Chiphersteller TSMC, Samsung und SK Hynix. Ohne das Gas aus Japan können die Konzerne ihre Fertigungsprozesse für Prozessoren und Speichermodule nicht wie bisher aufrechterhalten. Die Produktion von Chips für Server, Smartphones und Hardware für künstliche Intelligenz gerät dadurch enorm unter Druck.

Preisanstieg und neue Abhängigkeit

Um dem entgegenzuwirken, suchen Ingenieure nach Alternativen. SK Hynix plant, bei zukünftigen Generationen von NAND-Speicher auf das Metall Molybdän umzusteigen. Bis solche Verfahren großflächig einsatzbereit sind, bleibt die Abhängigkeit von Wolframhexafluorid jedoch bestehen.

China besitzt große Teile der weltweiten Wolfram-Vorkommen und kontrolliert den Markt für das daraus hergestellte Spezialgas de facto. Mit dem Exportstopp nach Japan zwingt man die Chip-Produzenten, das bisher dort produzierte Gas jetzt von chinesischen Firmen zu beziehen. Lokale Anbieter haben demnach mehr oder weniger freie Hand bei der Preisgestaltung. Einzig chinesische Chiphersteller dürften von dieser aktuellen Entwicklung profitieren. Wie auch bei DDR5-Speicher könnten die Chip-Firmen der Volksrepublik bald auf den weltweiten Halbleitermarkt drängen.

Was meint ihr zu der Entwicklung auf dem Halbleitermarkt? Glaubt ihr, dass Hardware bald deutlich teurer wird? Schreibt eure Gedanken gerne unten in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • Peking liefert kein Wolfram mehr an japanische Hersteller von Wolframhexafluorid
  • Ab Juli 2026 wird die Produktion des Gases daher eingestellt
  • Das Spezialgas ist für die Fertigung moderner Chips essenziell
  • Große Konzerne wie TSMC oder Samsung leiden unter dem Lieferengpass
  • Unternehmen müssen das Gas zukünftig wohl von chinesischen Herstellern beziehen
  • Chip-Firmen planen Molybdän als künftigen Ersatz für Wolframhexafluorid

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