Kontakt-Tracing: Bill Gates plädiert für das "deutsche Modell" statt Apps
Bill Gates hat sich in der aktuellen Sars-CoV-2-Pandemie als Mahner und Experte hervorgetan, er tritt aber auch als Mäzen für diverse Forschungsprojekte auf. Er beschäftigt sich also intensiv mit dem Thema und hat nun auch eine überraschend analoge Forderung.
Als Mitgründer und langjähriger CEO von Microsoft steht Bill Gates sicherlich nicht unter Verdacht, besonders Technik-skeptisch zu sein. Dennoch sprach sich der 64-Jährige nun dafür aus, sich bei der Nachverfolgung von Coronavirus-Infektionen nicht zu sehr auf App-Lösungen zu verlassen. Gates meint, dass die meisten Länder die Ausbreitung von Covid-19 mit herkömmlichen Interview-basiertem Contact Tracing und zentralen Datenbanken bekämpfen werden und sollten.
Gates erläutert, dass Ärzte in Deutschland rechtlich verpflichtet sind, die lokalen Behörden über Infektionen zu informieren, die Gesundheitsämter müssen dann alle Personen kontaktieren, die infiziert sein könnten, damit diese getestet und isoliert werden können.
Der Microsoft-Co-Gründer meint, dass Kontakt-Nachverfolgung der "ideale Weg" sei, um die Ausbreitung einzudämmen. Apps, die mit Standort-Erfassung arbeiten, seien zwar in Ländern wie China und Südkorea gängig, "es ist aber unwahrscheinlich, dass westliche Länder das erfordern werden", so Gates.
Ein Grund für die Skepsis von Gates ist, dass solches GPS- oder auch Bluetooth-basiertes Tracking in den meisten Ländern wegen Privatsphäre-Bedenken skeptisch gesehen wird und deshalb nicht effektiv wäre. Dass Deutschland eine der Triebfedern bei einer europäischen und mit Bluetooth arbeitenden Lösung namens Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing (PEPP-PT) ist, erwähnt Gates nicht, offenbar rechnet er nicht, dass das langfristig funktionieren wird bzw. eingeführt werden kann.
Deutschland als Vorbild
Gates schreibt in einer langen und auf diversen Forschungspapieren basierten Analyse, dass die "meisten Länder den Ansatz von Deutschland einsetzen werden. Dieser erfordert Befragungen aller positiv getesteten Personen und die Verwendung einer zentralen Datenbank, um weitere Nachforschungen bei all deren Kontakten durchzuführen."Gates erläutert, dass Ärzte in Deutschland rechtlich verpflichtet sind, die lokalen Behörden über Infektionen zu informieren, die Gesundheitsämter müssen dann alle Personen kontaktieren, die infiziert sein könnten, damit diese getestet und isoliert werden können.
Der Microsoft-Co-Gründer meint, dass Kontakt-Nachverfolgung der "ideale Weg" sei, um die Ausbreitung einzudämmen. Apps, die mit Standort-Erfassung arbeiten, seien zwar in Ländern wie China und Südkorea gängig, "es ist aber unwahrscheinlich, dass westliche Länder das erfordern werden", so Gates.
Ein Grund für die Skepsis von Gates ist, dass solches GPS- oder auch Bluetooth-basiertes Tracking in den meisten Ländern wegen Privatsphäre-Bedenken skeptisch gesehen wird und deshalb nicht effektiv wäre. Dass Deutschland eine der Triebfedern bei einer europäischen und mit Bluetooth arbeitenden Lösung namens Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing (PEPP-PT) ist, erwähnt Gates nicht, offenbar rechnet er nicht, dass das langfristig funktionieren wird bzw. eingeführt werden kann.
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