Corona-Warn-App: Rundgang durch die Tracing-App des Bundes

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Die neue Corona-Warn-App kommt zunehmend bei den Nutzern an. Noch im Laufe des Vormittags verzeichnete beispielsweise Google in seinem Play Store für Android-Geräte das Überschreiten der Marke von hunderttausend Downloads. Einer von ihnen landete auf dem Gerät unseres Kollegen Timm Mohn, der auch gleich seine Kamera anschaltete und euch auf einen Rundgang durch die App mitnimmt.

Besonders viel Spektakuläres ist dabei natürlich nicht zu sehen - immerhin legt es die Software nicht darauf an, den Nutzer ständig zu beschäftigen. Vielmehr läuft die App im Hintergrund und trackt die Begegnungen mit anderen App-Nutzern. Erst wenn irgendwo in dem Prozess eine Infektionswarnung auftaucht, beginnt das Programm seine Wirkung zu entfalten und informiert alle User, die im kritischen Zeitraum mit dem Virus-Träger in Kontakt kamen und unter Umständen selbst betoffen sein könnten.

Werkzeug gegen die zweite Welle

Bei der Entwicklung haben die zuständigen Stellen in Verbindung mit den Unternehmen SAP und Deutsche Telekom ordentliche Arbeit geleistet. Jenen, die unter Verweis auf den Schutz ihrer Privatsphäre eine Nutzung verweigern wollen, wurde mit einem effektiven Datenschutzkonzept der Wind aus den Segeln genommen. Trotzdem ist noch einiges an Überzeugungsarbeit notwendig, da die Akzeptanz zuletzt gesunken ist. Das dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass so mancher angesichts der jüngsten Lockerungen bei den Lockdown-Maßnahmen meint, die Pandemie wäre schon überwunden.

Die App ist aber im Grunde genau für die jetzige Situation gedacht. Die unkontrollierte Ausbreitung des Corona-Virus ist weitgehend zum Erliegen gekommen und die zuständigen Stellen können sich wieder darauf konzentrieren, einzelne Hotspots und Infektionsketten in den Griff zu bekommen. Dazu kann die App einen wertvollen Beitrag leisten, da sie genau jene Ausbreitungswege zu erkennen und zu adressieren hilft. In Verbindung mit den sonstigen Vorkehrungen wie dem Tragen von Masken in öffentlichen Gebäuden und einer gewissen Vorsicht könnte es gelingen, dass die Krankheit zwar weiterhin da ist, aber sich nicht zu einer zweiten großen Infektionswelle aufschwingt. Infografik: So viele Deutsche würden die Corona-App verwenden So viele Deutsche würden die Corona-App verwenden Corona-App des Bundes ist da Zum Start der neuen Warn-App Mehr von Timm: Nerdbench Timm auf YouTube
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Ja ich weiß, man kann seine Daten auch gut über andere Services, wie Facebook etc weitergeben, aber wenn doch, wie die App von sich sagt, "anonym" ist, dann ist das mit der TAN der an meine "Mobilfunknummer" gesendet wird, doch eine Rückverfolgung der Rufnummer mit Hilfe der Provider immer möglich.

Anonym für mich bedeutet, das da keinerlei Verbindung zwischen meiner Telefonnummer und der App besteht, die im Fall eines Falles nachverfolgt werden kann. Schließlich muss man ja heutzutage auch schon bei PrePaid schon die Daten hinterlassen, auch ohne richtigen Vertrag.
 
@NordmoleX: Die Rückverfolgung wäre aber erstmal aufwendig - gleichzeitig, im Infektionsfall.. vll gar nicht so verkehrt?

(möchte noch anmerken, dass ich deinen Kommentar sachlich und gut fand!)
 
@Erbsenmatsch: Danke dir. ;)

Aufwendig hin oder her wäre aber gar nicht das Problem, denn sowas ist heutzutage von Seiten der Behörden und/oder Politik garantiert keine große Sache mehr. Es geht mir mehr darum, das eine solche Rückverfolgung ganz klar eine 100% Anonymisierung ausschließt, denn sobald ich meine Telefonnummer nutzen muss, um eine TAN zu bekommen, habe ich diese preisgegeben und anhand dessen kann ich ausgemacht werden, wenn es nötig wäre.

Machen das andere Apps auch, ja klar. Nur behaupten die von sich aus nicht, das es alles anonymisiert ist. Darum gehts mir.
 
@NordmoleX: Valider Punkt. Darüber hab ich so gar nicht nachgedacht.
 
@NordmoleX: Ist aber auch nur 1 von 3 Möglichkeiten und wohl auch aktuell noch notwendig, da nicht alle Ärzte schon ein QR Code rausgeben können. Soll bis in 4 Wochen ja noch hinziehen.
Dazu kommt es ist ja freiweillig ob du deine Corona Bestätigung meldest.
 
@NordmoleX: dir ist klar, dass bei eine Corona-Infektions dein Name, deine Adresse und deine Telefonnummer vom Staat erhoben werden?

Also der Staat hat deine Daten in Verbindung mit der Krankheit schon. Und dein Provider findet schnell heraus, dass du krank bist, wenn du 2 Wochen lang deine Funkzelle nicht verlässt.
 
@Robin01:

Bei einer Infektion, ja. Die App ist neu, und wie jede neue App, wird die Fehlerquote hier auch anfangs recht hoch sein. Oder meinst du, diese App ist so special das sowas nicht passieren kann ? Soll ich mich dann für Fehlalarme durch Bugs etc. auch jedesmal dann meine Daten angeben ?

Tatsache ist, so wie es "anonymisiert" genannt wird, ist es keinesfalls.
 
@NordmoleX: die App ist datensparsam. Sie fordert keinen Zugriff auf deine SMS oder Telefonbuch oder Konten. D.h. selbst wenn sie einen Bug hat, kommt sie nicht an deine Nummer. Darüber hinaus ist sie von den besten Spezialisten unseres Landes im Quelltext untersucht worden (außer von Fefe) und keiner hat eine Möglichkeit gefunden, wie die App an deine Daten kommt.

Klar bist du auf dem analogen Weg nicht anonymisiert. Und schon gar nicht im Gesundheitssektor. Das ist aber kein Problem der App, sondern wie aktuell unser Gesundheitssystem aufgebaut ist. Deine Daten gibst du jedes Mal weiter, wenn du zum Arzt gehst. In deiner Krankenakte steht dein Krankheitsverlauf und jedes Mal, wenn du dich krankschreiben lässt, landet dass in der Akte bei deiner Krankenkasse.
 
@Robin01: und dir sollte klar sein, dass auch vor der Corona Warn App die Telekom, Vodafone und Co wussten, dass dein Handy seit 14 Tagen das Haus nicht mehr verlassen hat ;-) auch im Flugmodus
 
@Blue7: Auf jeden Fall. Mir ist auch klar, dass auch der Staat auf die Funkzellendaten zugreifen kann. Und dass Google noch viel viel mehr über mich weiß.

Will nur fast keiner hören.
 
@NordmoleX: Eine Verbindung zwischen der App und deiner Telefonnummer besteht ja auch nicht.
Diese kannst du beim Arzt angeben wenn du getestet wirst um dorthin eine TAN geschickt zu bekommen. Alternativ geht das Positiv melden auch mit dem QR Code auf dem Dokument mit dem Testergebnis oder per telefonischer Anfrage der TAN.
 
@NordmoleX: Ich musste weder meine Handynummer noch eine Tan angeben
 
Schön und Gut ? aber wiso geht es bei Android ab Version 6 los und bei Ios erst ab V13.5 ? da fallen ja wohl extrem viele Handys weg.
 
@Sir @ndy: Bei Android geht's ab Version 5 los. Aber ja: iOS verstehe ich wirklich nicht. Ich habe viele Freunde mit älteren iPhones, auf denen die App nicht laufen wird!
 
@Sir @ndy: Tja, haben wohl gedacht alle sind etwas aktueller. Vielleicht verschenken sie demnächst noch paar Handys.
 
@Digisven: Oder bauen die App noch mal um - wobei...was wohl günstiger ist^^?

aber da hätten sie sich ruhig mal etwas mehr an der Realität orientieren können. Gerade wenn man Großeltern bspw. gern mal das alte iPhone als erstes Smartphone schenkt oder so.
 
@Erbsenmatsch: Naja ältere Personen sollen bei der Telekom ein Smartphone bekommen.
Ob du verifiziert wirst ala du musst dein Handy vorzeigen als Beweis das dein Gerät es nicht unterstützt oder du nen fetten 10GB Vertrag hast. Keine Ahnung. Verschenken werden die das garantiert nicht so einfach bzw. mit Zahlung von 20€ als Gegengebühr.
Aber die Möglichkeit soll es in der Tat geben, günstig an ein Smartphone zu kommen.
 
@Blue7: Ich bin sehr gespannt auf die finale Lösung. Bei meinem Dad, ein SE 2016 oder so, läuft sie noch =)
 
@Digisven: Der Telekomchef hat irgendetwas in diese Richtung angedeutet.
 
@Robin01: Oh, gibts dazu einen Link?
 
@Erbsenmatsch: ich hab die Keynote auf Phoenix gesehen, da gab es eine Randbemerkung dazu. Auf der Website hab ich noch nichts dazu gefundene
 
@Robin01: Danke für das Feedback!
 
@Erbsenmatsch:
https://youtu.be/LTxKpmAzFUI
Ab Minute 55.
 
@Robin01: Da schau ich direkt rein!
 
@Sir @ndy: du hast tatsächlich recht, ich habs sogar im Screenshot stehen, aber offenbar trotzdem falsch gesagt: es ist Android 6.0!
 
@Sir @ndy: Vllt. weil Google die benötigten Funktionen auch für ältere Android-Versionen nachliefert, Apple diese Funktionen jedoch nur in ein neues iOS-Update implementiert hat?
 
@Sir @ndy: Das liegt daran, dass erst ab iOS 13.5 die entsprechende API implementiert wurde, auf die die App aufbaut. Bei Android läuft das vermutlich über ein "Play Services"-Update.
 
@AcidRain: wäre ja ein feiner zug von apple, die API falls möglich nachzuliefern.
 
Es wurde gerade im Live Stream mit dem Linus Neumann vom CCC bestätigt, das die App "NICHT" vollständig Open-Source ist. Es bleiben also defintiv Teile, über die nur spekuliert werden kann, ohne genaue Informationen zu bekommen, was da wirklich angeht.

Und es braucht ja auch nur ein paar Kleinigkeiten im Code, Teile die im Open Source nicht zu sehen sind, ohne die es halt nicht nachzuweisen ist. Nur denke ich, wenn eine App wirklich Open Source sein will, und damit meine ich komplett, dann sollte das auch möglich sein. Oder ist der Begriff "Open Source" nur eine Pi mal Daumen Aussage mittlerweile.

Wenn nicht alles einzusehen ist, dann ist auch die Open Source Angabe keine Garantie mehr. Und ohne das bringt der Begriff rein gar nichts.
 
@NordmoleX: Ja, weil die App die Services und API von Google und Apple nutzt. Das sind die Dinge, die nicht kontrolliert werden können außer von den Konzernen allein. Aber so ist es bei jeder anderen App auch. Oder gibt es weitere Teile? Dann wäre ich gern an Quellen interessiert ums selber nachzuvollziehen.
 
@blume666: Für mich ist das dann kein Open Source. Und es sollte auch nicht als das angegeben werden. Entweder man kann den ganzen Code einsehen, oder es sind nur Worte. Das Prinzip von Open Source ist doch völlige Transparenz im Code, die in dem Fall bei Android und iOS Apps nicht gewährt werden kann.

Wieso dann so nennen ?
 
@NordmoleX: Weil die App OpenSource ist, nur eben die Schnittstelle nicht. Ist dasselbe wie bei den ganzen OpenSource-Geschichten z.b. unter Windows, wie z.b. Apache OpenOffice. Das ist ja auch OpenSource, wenn man es aber unter Windows installiert ist die Schnittstelle, hier also dann Windows, eben kein OpenSource mehr.
 
@NordmoleX: Hä, wie willst du denn ohne die API Zugriff auf die Technologien haben. Das ist nun mal Highlevel. Wenn es anders gehen sollte, müssten alle ihr telefon rooten, damit die App Zugriff auf tiefere Funktionen des Systems hat. Das kannst du soweit spinnen, dass das RKI dann auch noch eigene Treiber entwickeln soll oder wie darf ich das verstehen?

EDIT: Mit deine Argumentation kannst du das ganze Telefon wegschmeißen. Die Google/Apple-API gibt nur das her was benötigt wird. Wenn da was anderes passiert, dann in den Händen von Google & Apple. Da kannst du deine App nicht installieren wie du willst. Sofern du ein Gerät dieser Firmen nutzt bist du aus deiner Sicht ja eh "verloren".
 
@NordmoleX: Ist bei Telegram auch so,geben es als Open Source raus.
Lade dir das mal bei F-Droid runter, bekommst da eine Info zu lesen,das es doch nicht so ganz Open Source ist. Ich würde die erstmals selbst nicht drauf machen,einfach mal abwarten was da noch alles raus kommt.
 
aber woher weis die app nun wer den virus hat und wer nicht?

haben die eine datenbank wo drinsteht user id xyz = herr müller = der hat corona = alle im umkreis von 50m bekommen eine nachricht aufs handy "vorsicht, da ist ein infizierter"?
 
@stf: du wirst positiv getestet, du reichst den Befund in der App ein = Die App weiß es.
 
@stf: wird hier visuell erklärt
https://youtu.be/YB_nEWTz1vQ
 
Habe das heute bei meiner Freundin installiert, aber bin als iOS User nicht der Android Experte. Konnte die gezeigte Autostart Einstellung nicht finden, ist die Standard?
Es sind keine speziellen Autostart Kontroll Apps installiert.
Danke & Gruss
 
@Hoernchenfrank: Hey, das betrifft MIUI. Wenn es bei dir das nicht in den Settings gibt, dann dürfte es eh auto-starten :)
 
Für mich ist ein Unterschied, ob Google und Co. meine Daten kriegen, die schicken mir höchstens noch mehr Werbung, oder aber ob der Staat meine Daten hat. (Ich bin privat nirgends angemeldet, kein FB, Instagram, Twitter, whatever, nur leider dienstlich auf Google, war Pflicht.) Denn dann weiß ich nicht, wie sich die heute überlassenen Daten zukünftig negativ auf meine Person auswirken. An all die Corona-App-Enthusiasten: was macht Sie eigentlich so sicher, daß mit dem nächsten Bugfix-Update nicht der komplette Programmcode in einer der Regierung angenehmeren Form (von dezentral auf zentral) ausgetauscht wird? Habe Sie kein Problem mit? Na denn.... Wer garantiert mir, daß der veröffentlichte Programmcode, den auch CCC usw. gecheckt haben, auch wirklich der der App ist? Könnte doch auch ein extra geschriebener, aber nicht verwendeter sein, nur um die Kritiker mundtot zu machen. Nennt mich paranoid, aber diese unsere Regierung tut alles dafür, damit sie uns besser kontrollieren kann. Erst eingeführt unter einem Deckmäntelchen (Terrorismus, Corona, whatever) und schwupps, werden die ursprünglichen Bedingungen zum Nachteil des Bürgers aufgebohrt. Dann können auf einmal sämtliche Behörden ohne richterlichen Beschluß auf Kontostände oder sonstige Lebensumstände zugreifen. Corona-App - nein danke!
 
Da könnte auch kurz und bündig stehen:

"Installieren Sie diese App, sie ist sehr gut."
 
@A.L.: Zutreffend wärs!
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