Überraschendes Comeback: Intel plant offenbar neue Raptor-Lake-CPUs

Intel plant für das Jahr 2027 wohl eine Rückkehr zu bewährter Technik. Mit Raptor Lake Next soll eine frische Prozessor-Generation für den Sockel LGA 1700 kommen und preiswertem DDR4-Arbeitsspeicher eine unerwartete Renaissance bescheren.
Logo, Intel, Intel Logo, Neues Intel Logo, Intel Logo 2020

DDR4-Comeback mit Raptor Lake Next

Eigentlich steht mit Nova Lake die nächste Prozessor-Generation von Intel schon einige Zeit fest. Die Desktop-CPUs sollen angeblich bis zu 52 Kernen besitzen und über 700 Watt ziehen. Allerdings könnte es aufgrund des KI-Booms zu einer verspäteten Veröffentlichung kommen. Aktuellen Berichten zufolge sollen allerdings noch vor Nova Lake andere neue Intel-Prozessoren erscheinen.

So plant der Chiphersteller nicht nur die Weiterführung seiner erstmals 2022 erschienenen Raptor-Lake-Prozessoren, sondern bereitet für Anfang 2027 nun angeblich auch den Marktstart von neuen Varianten unter dem Codenamen Raptor Lake Next vor. Diese CPUs nutzen angeblich den etablierten Sockel LGA 1700 und ermöglichen Anwendern damit weiterhin die Nutzung von kostengünstigem DDR4-Arbeitsspeicher. Damit reagiert das Unternehmen vermutlich auf anhaltende Lieferengpässe und die hohen Preise am Speichermarkt.


Ursprünglich galten DDR4-Systeme als Auslaufmodell, da neuere Plattformen fast ausschließlich auf den schnelleren DDR5-Standard setzen. Die aktuelle Marktsituation zwingt Hardware-Hersteller jedoch zum Umdenken. Mainboard-Produzenten erhöhen derzeit wieder die Fertigung von Platinen der älteren Generation. Intel kopiert hier eine Strategie des Konkurrenten AMD, der kürzlich ältere AM4-Prozessoren neu auflegte, um preissensible Käufer zu bedienen.

Wie Tom's Hardware berichtet, erscheinen die kommenden Modelle unter der Bezeichnung Core 200. Geplant sind Abstufungen in die Klassen Core 3, Core 5 und Core 7. Das Spitzenmodell soll dabei über acht Performance-Kerne und zwölf Effizienz-Kerne verfügen, was insgesamt 20 Rechenkernen bei einer Verlustleistung von 65 Watt entspricht. Ein Core 9 Modell ist nach aktuellem Stand nicht vorgesehen.


Core 200 bringt asynchronen Cache

Eine technische Besonderheit der neuen Serie ist die asynchrone Cache-Nutzung. Bei bestimmten Prozessoren, wie einem geplanten Zehn-Kern-Modell, lässt sich der L3-Cache von physisch vorhandenen, aber deaktivierten Kern-Clustern weiterhin verwenden. Dadurch stehen 24 Megabyte Zwischenspeicher zur Verfügung, während vergleichbare Vorgänger lediglich 20 Megabyte boten. Die Architektur setzt weiterhin auf die bekannten Raptor Cove und Gracemont Kerne.

Für Endanwender bietet das Vorgehen klare finanzielle Vorteile, da bestehende Systeme ohne teuren Mainboard-Wechsel aufgerüstet werden können. Zudem gelten die Fertigungsprozesse von Intel nach anfänglichen Schwierigkeiten bei vorherigen Generationen mittlerweile als ausgereift. Anwender profitieren von einer hohen Stabilität der Plattform. Ein Nachteil ist jedoch die fehlende Unterstützung für modernere Technologien wie PCIe 5.0.

Neuere Systeme bleiben außen vor

Käufer des neueren Sockels LGA 1851 gehen im Rahmen von Raptor Lake Next jedoch komplett leer aus, da die Prozessoren ausschließlich für den Sockel LGA 1700 konzipiert sind. In der Vergangenheit bot Intel meist nur zwei CPU-Generationen pro Plattform an. Mit Alder Lake, Raptor Lake, dem Refresh und nun Raptor Lake Next durchbricht das Unternehmen das eigene Muster. Das schenkt DDR4 eine unerwartet lange Lebensdauer.

Werdet ihr 2027 noch auf DDR4 setzen oder ist das für euch veraltete Technik? Teilt eure Gedanken zur neuen Core 200 Serie gerne in den Kommentaren. Was meint ihr dazu?
Zusammenfassung
  • Intel plant für Anfang 2027 wohl den Marktstart von Raptor Lake Next
  • Die neuen CPUs nutzen den Sockel LGA 1700 und bieten DDR4-Unterstützung
  • Das geplante Spitzenmodell soll über zwanzig Kerne bei 65 Watt verfügen
  • Bestimmte Modelle bieten dank asynchronem Cache mehr Zwischenspeicher
  • Der Chiphersteller reagiert damit auf hohe Preise am Speichermarkt
  • Anwender profitieren durch das Angebot von einer längeren Nutzungsdauer

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Intels Aktienkurs in Euro
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!