KI im Job: Eingesparte Zeit geht meist für das "Botsitting" drauf
Der Einsatz von KI-Technologien spart bei Beschäftigten zwar erst einmal viel Arbeitszeit ein. Die gewonnenen Stunden müssen nun allerdings zu einem guten Teil dafür aufgewandt werden, die KI zu betreuen.
Die Studie zeigt zudem eine Diskrepanz zwischen individuellen und unternehmerischen Vorteilen. Während drei Viertel der Beschäftigten von einer höheren persönlichen Produktivität berichten, sehen nur 13 Prozent der Unternehmen daraus bislang spürbare geschäftliche Erfolge oder zusätzliches Wachstum.
Einer der Autoren der Untersuchung, Technologie-Management-Professor Paul Leonardi von der University of California in Santa Barbara, verweist darauf, dass der Aufwand für die Nutzung von KI häufig unterschätzt werde. Viele Beschäftigte müssten zunächst relevante Dokumente, Informationen und Hintergrundwissen zusammentragen, damit die Systeme überhaupt brauchbare Ergebnisse liefern könnten. Hinzu komme die Zeit für die Qualitätskontrolle der erzeugten Inhalte.
Nach Angaben der Forscher entfällt inzwischen mehr als ein Drittel der gesamten KI-Nutzungszeit auf das sogenannte "Botsitting", also das Überwachen und Korrigieren der Anwendungen. Ein ähnlich großer Anteil der Zeit wird für die eigentliche Arbeit mit den Programmen verwendet. Besonders problematisch sei, dass mehr als jede dritte KI-Sitzung scheitere und umfangreiche Nacharbeit oder einen kompletten Neustart erforderlich mache.
Nach Einschätzung der Forscher entwickelt sich durch die Einführung von KI-Technologien vor allem eine neue Form von Arbeit: Beschäftigte übernehmen zunehmend die Rolle von Managern ihrer KI-Werkzeuge. Dieser zusätzliche Aufwand dürfte nach Ansicht der Autoren auch zukünftig ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags bleiben.
Siehe auch:
Mitarbeiter müssen KI-Fehler korrigieren
Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des Work AI Institute, für die rund 6000 digitale Beschäftigte in den USA, Großbritannien und Australien befragt wurden, berichtet die Los Angeles Times. Demnach gewinnen Nutzer von KI-Anwendungen durchschnittlich rund elf Arbeitsstunden pro Woche. Allerdings müssen sie einen erheblichen Teil dieser Zeit wieder investieren, um die Ergebnisse der Systeme zu kontrollieren, Fehler zu korrigieren und Eingaben neu zu formulieren. Im Durchschnitt verbringen die Befragten mehr als sechs Stunden pro Woche mit dieser Art der Überwachung und Nachbearbeitung.Die Studie zeigt zudem eine Diskrepanz zwischen individuellen und unternehmerischen Vorteilen. Während drei Viertel der Beschäftigten von einer höheren persönlichen Produktivität berichten, sehen nur 13 Prozent der Unternehmen daraus bislang spürbare geschäftliche Erfolge oder zusätzliches Wachstum.
Einer der Autoren der Untersuchung, Technologie-Management-Professor Paul Leonardi von der University of California in Santa Barbara, verweist darauf, dass der Aufwand für die Nutzung von KI häufig unterschätzt werde. Viele Beschäftigte müssten zunächst relevante Dokumente, Informationen und Hintergrundwissen zusammentragen, damit die Systeme überhaupt brauchbare Ergebnisse liefern könnten. Hinzu komme die Zeit für die Qualitätskontrolle der erzeugten Inhalte.
Nach Angaben der Forscher entfällt inzwischen mehr als ein Drittel der gesamten KI-Nutzungszeit auf das sogenannte "Botsitting", also das Überwachen und Korrigieren der Anwendungen. Ein ähnlich großer Anteil der Zeit wird für die eigentliche Arbeit mit den Programmen verwendet. Besonders problematisch sei, dass mehr als jede dritte KI-Sitzung scheitere und umfangreiche Nacharbeit oder einen kompletten Neustart erforderlich mache.
Fehlerquelle KI
Die Studie warnt außerdem vor einer zunehmenden Abhängigkeit von den Systemen. So gaben 41 Prozent der Befragten an, gelegentlich KI-generierte Arbeitsergebnisse weiterzugeben, deren Inhalt sie selbst nicht vollständig erklären könnten. Als Beispiel nennen die Autoren einen jungen Softwareentwickler, der große Mengen von KI-erzeugtem Programmcode ungeprüft übernahm. Fehler darin mussten später von erfahrenen Kollegen unter Zeitdruck behoben werden. Das ist in den IT-Abteilungen kein Einzelfall.Nach Einschätzung der Forscher entwickelt sich durch die Einführung von KI-Technologien vor allem eine neue Form von Arbeit: Beschäftigte übernehmen zunehmend die Rolle von Managern ihrer KI-Werkzeuge. Dieser zusätzliche Aufwand dürfte nach Ansicht der Autoren auch zukünftig ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags bleiben.
Zusammenfassung
- KI spart im Schnitt elf Wochenstunden ein, doch mehr als sechs Stunden gehen fürs Botsitting verloren
- Das Work AI Institute befragte rund 6000 Beschäftigte in USA, Großbritannien und Australien
- Drei Viertel der Mitarbeiter berichten von höherer Produktivität, doch nur 13% der Unternehmen profitieren
- Über ein Drittel der KI-Nutzungszeit entfällt auf das Überwachen und Korrigieren der Systeme
- Mehr als jede dritte KI-Sitzung scheitert und erfordert umfangreiche Nacharbeit oder einen Neustart
- 41% der Befragten geben zu, KI-Ergebnisse weiterzugeben, deren Inhalt sie nicht erklären können
- Die Forscher sehen eine neue Arbeitsrealität: Beschäftigte werden zu Managern ihrer KI-Werkzeuge
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