Internet-Ausbau 50 Mbit/s:
In 96 Prozent der Gemeinden hapert es noch

In Deutschland klaffen beim Festnetz-Internet weiterhin Lücken - selbst beim eher bescheidenen Standardtempo von 50 Mbit/s. Eine neue Auswertung von Verivox auf Basis des Bundesbreitbandatlas zeigt die größten Probleme.
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50 Mbit/s bleiben für viele ein Wunschziel

96 Prozent der Städte und Gemeinden sind demnach noch immer nicht flächendeckend mit Anschlüssen in dieser Geschwindigkeit versorgt. Darauf aufmerksam macht nun ein Bericht von Caschy.

Eigentlich sollte die bundesweite Versorgung mit mindestens 50 Mbit/s schon seit Jahren erreicht sein. Tatsächlich gibt es laut Verivox in 10.520 Gemeinden noch weiße Flecken bei diesem Standardtempo. In 113 Kommunen liegt die Abdeckung mit 50 Mbit/s bei maximal zehn Prozent, in 61 Gemeinden existiert gar kein fester Anschluss mit mindestens 50 Mbit/s - unabhängig davon, ob über DSL, Kabel oder Glasfaser.


Aus Sicht von Verivox sind 50 Mbit/s heute ohnehin nur noch die untere Grenze. Die Anbieter platzieren zunehmend Tarife mit 100 Mbit/s und mehr, was sich auch in den Buchungszahlen widerspiegelt.

Haushalte besser versorgt - aber nicht komplett

Auf Haushaltsebene fallen die Zahlen etwas freundlicher aus. Bundesweit können 97,3 Prozent der Haushalte Anschlüsse mit mindestens 50 Mbit/s buchen, nur 2,7 Prozent bleiben darunter. Das entspricht rund 1,1 Millionen Haushalten mit insgesamt etwa 2,2 Millionen Menschen, die weiter auf langsameren Leitungen sitzen.

Beim Ausbau geht es nur in kleinen Schritten voran. Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte sich die Versorgung mit mindestens 50 Mbit/s laut Verivox lediglich um 0,72 Prozentpunkte. Von einer flächendeckenden Lösung und einem schnellen Ausbau kann also weiterhin keine Rede sein. Infografik Breitband: Deutschland macht Fortschritte beim schnellen InternetBreitband: Deutschland macht Fortschritte beim schnellen Internet

Tempo-Upgrade oft ohne Mehrkosten

Interessant ist der Blick auf die Preisstruktur. Laut Verivox müssen höhere Bandbreiten nicht zwangsläufig mehr kosten als alte Bestandsverträge. Wer aus einem älteren Tarif wechselt, landet häufig bei ähnlichen Monatspreisen, erhält aber deutlich höhere Geschwindigkeiten - etwa statt 50 Mbit/s gleich 100 Mbit/s.

Kleine Einsteiger-Tarife werden von vielen Providern kaum noch subventioniert und verlieren damit auch preislich an Attraktivität.

Zur Methodik der Auswertung

  • Grundlage sind die Breitbandatlas-Daten (Festnetz) der Bundesnetzagentur mit Stand Juni 2025, veröffentlicht im November 2025.
  • Verglichen wurden die Ausbauquoten mit der Vorjahreserhebung (Stand Juni 2024).
  • Betrachtet wurde die Verfügbarkeit von mindestens 50 Mbit/s in Privathaushalten, unabhängig von der genutzten Technologie (DSL, Kabel, Glasfaser).
  • Für die Berechnung der betroffenen Verbraucher wurde mit 41,2 Millionen Haushalten und im Schnitt zwei Personen pro Haushalt auf Basis von Destatis-Daten für 2024 gerechnet.

Wie sieht es bei euch konkret aus: Sitzt ihr noch auf alten DSL-Verträgen oder habt ihr den Sprung auf schnellere Tarife schon gewagt - und lohnt sich das in eurem Ausbaugebiet überhaupt?

Zusammenfassung
  • Fast alle deutschen Kommunen verfügen nicht über flächendeckendes Internet
  • Rund 1,1 Millionen Haushalte haben keinen Zugriff auf 50 Mbit pro Sekunde
  • Der Breitbandausbau schreitet mit einem Plus von 0,72 Prozentpunkten voran
  • Ein Wechsel auf höhere Bandbreiten erfolgt häufig ohne monatliche Mehrkosten
  • Über zwei Millionen Menschen in Deutschland nutzen langsame Internetleitungen
  • In 61 Gemeinden existiert derzeit überhaupt kein schneller Festnetzanschluss

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