Die Filmwelt ändert sich - breites Kinosterben ist kaum aufzuhalten

Film, Kino, Kinofilm, Kinosaal Bildquelle: Alfred Derks/CC0
Auch wenn wir das immer wieder erwähnen und die Aussage redundant ist: Corona verändert die Welt in vielerlei Hinsicht und das nachhaltig. Da­zu zählt auch der Umstand, dass viele Kinos und Kinoketten die Krise nicht überleben werden. Und das hat Folgen für die Filmindustrie. Auch wenn es im Sommer zaghafte Versuche gegeben hat, die Kinos wieder zu öffnen und Filme - allen voran den Christopher-Nolan-Streifen Tenet - zu zeigen, so war das alles andere als wirklich erfolgreich. Die Kinosäle blieben nicht nur deshalb leer, weil es Auflagen dahingehend gab, dass nur eine begrenzte Anzahl an Menschen reingelassen werden darf, sondern auch, weil viele Angst vor einer Ansteckung hatten und freiwillig zu Hause blieben.

Die Folgen für die Kinoketten sind dramatisch: Vergangene Woche gab Regal Cinemas, die zweitgrößte Kinokette der USA, bekannt, dass sie schließen muss. Die gute Nachricht für die Filmindustrie ist, dass AMC und Cinemark, die Nummern 1 und 3 am US-Markt, dem Beispiel vorerst nicht folgen werden. Die beiden Ketten wollen durchhalten, die Frage ist dennoch: wie lange?


Keine Filme zum Zeigen

Denn wie The Verge berichtet, müssen sich die Kinos in den USA und auch im Rest der Welt auf einen schwierigen Winter einstellen. Das liegt nicht nur daran, dass die In­fek­ti­onszahlen aller Wahrscheinlichkeit nach steigen werden und die Säle womöglich zu bleiben müssen, sondern auch, dass es schlichtweg keinen Grund geben wird, ins Kino zu gehen. Sprich: Filme.

Denn in den vergangenen Wochen haben zahlreiche Studios bekannt gegeben, dass sie ihre Neustarts auf teilweise tief in 2021 ver­schieben müssen (Bond, Dune, Marvel, The Batman uvm.). Für die Kinos bedeutet das, dass sie praktisch ohne Umsätze sind. AMC hat zuletzt im Vergleich zum Sommer 2019 einen Umsatzrückgang von 98,7 Prozent verzeichnen müssen, bei Cinemark waren es sogar 99 Prozent.

Das größte Problem ist hierbei, dass die Kinoketten die Lichtspielhäuser nicht besitzen, sondern mieten. Trotz Hilfspaketen, Neu­ver­hand­lungen mit Vermietern, Gehaltskürzungen, Kurzarbeit und Entlassungen sowie Standortschließungen häufen sich die Schulden an. Laut den US-Kinoketten wird 2021 der Zeitpunkt kommen, an dem es nicht mehr geht und das Aus kommt - weil die Mieten nicht mehr gezahlt werden können.


Wedbush Securities-Analyst Michael Pachter sagte gegenüber der Technik-Seite, dass man im Zeitraum zwischen 2020 und März 2021 von einem "verlorenen Jahr" sprechen kann. Auch für die Filmstudios: Denn kein Experte ist der Ansicht, dass beispielsweise ein Ausweichen von Disneys Mulan in Richtung Streaming ein echter Erfolg war.

Normalität frühestens 2022

Eine echte Lösung wird nur eine Impfung sein - doch wann diese kommt und vor allem eine Auswirkung auf breiter Basis hat, steht in den Sternen. Laut Mike Hickey, Analyst von Benchmark, ist eine "Nähe zur Normalität" frühestens für 2022 zu erwarten.

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