Tesla-Autopilot: Fahrer hebeln Sicherheitssystem mit 8-€-Gadget aus

Fahrer in China nutzen wohl einen simplen Trick, um die Überwachung des Tesla-Autopiloten zu umgehen. Mit kleinen Gadgets für wenige Euro täuschen sie die Innenraumkamera. Der Trick offenbart ein klares Sicherheitsrisiko des Assistenzsystems.
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Plastikköpfe gegen KI-Kameras

Mit seinem Autopiloten schreibt Tesla immer wieder negative Schlagzeilen. Mittlerweile steht fest, dass die Software an unzähligen Unfällen beteiligt war, die teils sogar tödlich ausgingen. Nach einem Gerichtsurteil darf der Konzern hinter CEO Elon Musk die Software nicht einmal mehr überall als "Autopilot" bezeichnen, da der Begriff irreführend sei. Jetzt macht die Software erneut unter unrühmlichen Umständen auf sich aufmerksam. So hebeln chinesische Tesla-Besitzer die Sicherheitsmechanismen des Autopiloten angeblich mit simpelsten Mitteln aus.

Um die auf den Fahrer gerichtete Innenraumkamera zu täuschen, kommen offenbar kleine Puppenköpfe zum Einsatz. Die Requisiten werden im Blickfeld der Kamera befestigt und suggerieren dem System des Elektroautos eine aufmerksame Person am Steuer. Währenddessen widmen sich die echten Fahrer ihren Smartphones, essen oder tun andere Dinge.


Das Phänomen tritt wohl verstärkt auf, seit der US-Konzern im vergangenen Jahr die Kontrollen gegen Ablenkung am Steuer in China verschärft hat. Das Fahrassistenzsystem Full Self-Driving erfordert weiterhin eine ständige Überwachung durch den Menschen. Erkennt die Kamera ein abgewandtes Gesicht, deaktiviert das System nach mehreren Warnungen die Lenkfunktionen und den Tempomat.

Wie Wired berichtet, floriert auf asiatischen Plattformen wie Taobao oder Douyin geradezu der Markt für die Mini-Köpfe. Die Preise für die Gadgets sollen bei 65 Yuan (etwa acht Euro) starten. Beliebt sind vor allem Miniaturköpfe, die bekannten Schauspielern wie Dwayne Johnson nachempfunden sind. Ein Nutzer gab an, unter Anwendung des Tricks auf einer Strecke von 400 Kilometern rund 30 Minuten am Stück ungestört gefahren zu sein.

Kreative und riskante Methoden

Neben dreidimensionalen Puppenköpfen experimentieren Nutzer mit weiteren Ansätzen. Einige verwenden einfache Fotografien oder Wackelbilder, die je nach Blickwinkel ein Blinzeln simulieren. Die technisch aufwendigste Variante besteht aus kleinen Bildschirmen. Diese Geräte spielen ein Endlosvideo eines blinzelnden Gesichts ab. Solche Konstruktionen sollen angeblich auch in Fahrzeugmodellen wie dem Cybertruck funktionieren.

Die Manipulation von Überwachungssystemen ist kein gänzlich neues Phänomen. In der Vergangenheit nutzten Fahrer bereits Sonnenbrillen oder Lenkradgewichte, um Warnmeldungen zu unterdrücken. Ingenieure und Verkehrsexperten sehen das kritisch. Wenn Nutzer sich auf Assistenzsysteme verlassen und Kontrollmechanismen aktiv umgehen, steigt das Unfallrisiko. In sozialen Netzwerken vergleichen Kritiker die Plastikköpfe mit Gurtsteckern, die den Warnton für nicht angelegte Sicherheitsgurte deaktivieren.

Herausforderung für die Hersteller

Tesla steht in China unter Druck. Lokale Konkurrenten wie BYD oder Xpeng bewerben ihre eigenen Fahrassistenzsysteme offensiv. Wenn automatisierte Funktionen zum Standard werden, müssen die Hersteller sicherstellen, dass ihre Sicherheitsvorkehrungen auch bewusster Sabotage standhalten. Die Software muss in Zukunft also zuverlässiger zwischen einer Puppe und einem Menschen unterscheiden können.

Nutzt ihr selbst Fahrassistenzsysteme und wie bewertet ihr solche Manipulationsversuche im Straßenverkehr? Teilt eure Gedanken dazu gerne mit uns in den Kommentaren.

Zusammenfassung
  • In China täuschen Tesla-Fahrer die Sicherheitssysteme mit kleinen Puppenköpfen
  • Personen können so bei laufendem Autopilot essen oder ihre Smartphones nutzen
  • Neben Köpfen kommen auch Fotos und kleine Bildschirme zum Einsatz
  • Auf asiatischen Plattformen werden diese Gadgets günstig zum Kauf angeboten
  • Verkehrsexperten warnen vor einem hohen Unfallrisiko durch den Missbrauch
  • Der US-Konzern muss die Erkennungssoftware weiter absichern

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