Erster bemannter Flugzeugflug mit Feststoffbatterien ist gelungen

Ein Meilenstein für die elektrische Luftfahrt ist vor einigen Tagen in den USA gelungen: Mit der "Helios Horizon" hob erstmals ein bemanntes Starrflügelflugzeug ab, das ausschließlich mit Feststoffbatterien betrieben wird.
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Helios Horizon

Umgebautes Segelflugzeug

Testpilot und Unternehmensgründer Miguel Iturmendi startete vom Flughafen Zephyrhills im Bundesstaat Florida zu mehreren kurzen Testflügen. Zwar standen dabei keine Rekorde bei Flugzeit oder Reichweite im Mittelpunkt, doch die Erprobung markiert einen wichtigen technologischen Fortschritt.

Die Luftfahrtbranche sucht seit Jahren nach leistungsfähigeren Energiespeichern, da herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien für viele kommerzielle Anwendungen als zu schwer und energiearm gelten. Feststoffbatterien ersetzen den flüssigen Elektrolyten durch feste Materialien. Dadurch sollen sie nicht nur sicherer gegenüber Beschädigungen und Überhitzung sein, sondern vor allem deutlich mehr Energie pro Kilogramm speichern können.

Nach Angaben des Unternehmens erreicht das neue Batteriesystem der Helios Horizon eine Energiedichte von 410 Wattstunden pro Kilogramm. Das entspricht einem Zuwachs von rund 60 Prozent gegenüber dem zuvor eingesetzten Lithium-Ionen-Akku mit 260 Wattstunden pro Kilogramm. Iturmendi erwartet, dass sich dieser Wert in den kommenden zwei Jahren nochmals deutlich steigern lässt.


Neben der neuen Batterietechnik setzt das Flugzeug auf weitere Effizienzmaßnahmen. Die Akkus können sowohl an gewöhnlichen Wechselstromanschlüssen geladen als auch per Schnellladung in weniger als 15 Minuten auf bis zu 80 Prozent ihrer Kapazität gebracht werden. Zusätzliche Energie liefern Solarzellen an den Tragflächen. Darüber hinaus verfügt die Maschine über ein Rekuperationssystem: Während Gleit- und Sinkflügen kann sich der Propeller wie eine Windturbine drehen und Strom zurückgewinnen.

Solar in den Tragflächen

Die Helios Horizon basiert auf einem motorisierten Segelflugzeug des Typs Pipistrel Taurus, das umfassend umgebaut wurde. Neben einem eigenen Batteriemanagementsystem erhielt die Maschine eine speziell entwickelte elektrische Antriebseinheit, eine neue Temperaturregelungen sowie erweiterte Tragflächen mit Solarpaneelen. Bereits zuvor stellte das Flugzeug einen Höhenrekord für Elektroflugzeuge seiner Gewichtsklasse auf und erreichte mehr als 7300 Meter.

Auch andere Unternehmen arbeiten an Feststoffbatterien für die Luftfahrt, darunter der chinesische Flugtaxi-Hersteller EHang, der Batteriekonzern CATL sowie Airbus gemeinsam mit Renault. Die meisten Projekte befinden sich jedoch noch in frühen Entwicklungsstadien. Der Flug der Helios Horizon gilt daher als wichtiger praktischer Nachweis dafür, dass die Technologie künftig den Weg zu leistungsfähigeren Elektroflugzeugen ebnen könnte.

Zusammenfassung
  • Erstmals hob ein bemanntes Flugzeug mit ausschließlich Feststoffbatterien ab - die Helios Horizon in Florida
  • Testpilot Miguel Iturmendi führte vom Flughafen Zephyrhills mehrere kurze Testflüge durch
  • Das Batteriesystem der Helios Horizon erreicht 410 Wh/kg - gut 60 Prozent mehr als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus
  • Die Feststoffbatterien können in unter 15 Minuten auf bis zu 80 Prozent geladen werden
  • Ergänzt wird die Technik durch Solarzellen an den Tragflächen und ein Rekuperationssystem beim Sinkflug
  • Das Flugzeug basiert auf einem umgebauten Segelflugzeug und stellte zuvor bereits einen Höhenrekord von über 7300 Metern auf
  • Konkurrenten wie EHang, CATL und Airbus entwickeln ebenfalls Feststoffbatterien für die Luftfahrt

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