Wollhaarmammut und Dodo:
Ausgestorbene Arten sollen zurückkehren

Die Idee ist nicht neu und gehört spätestens seit Jurassic Park zu unserer Popkultur, nämlich der Versuch, ausgestorbene Tierarten zurückzubringen. Im Fall von Dinosauriern ist und bleibt dies Science-Fiction. Andere (jüngere) Lebewesen sind aber in "Griffweite" der Genetiker. Grund dafür ist vereinfacht gesagt der Umstand, dass man für Tiere, die noch vor nicht allzu langer Zeit ausgestorben sind bzw. heutige "Verwandte" haben, mit denen sie große genetische Übereinstimmungen haben, verhältnismäßig leicht "nachbauen" kann. Davon ist jedenfalls Colossal überzeugt. Denn das Biotech-Unternehmen aus dem texanischen Dallas arbeitet derzeit daran, das Wollhaarmammut zurückzubringen.

Wollhaarmammut ist mit asiatischem Elefanten verwandt

Colossal hat 2021 die Arbeit an diesem Projekt begonnen und will nicht nur diese ausgestorbene Spezies zurückbringen, sondern damit auch die Klimakrise bekämpfen. In einem Beitrag auf Medium wird auch das Wie genauer erklärt. Mithilfe von Crispr und DNA, die in früheren Forschungsprojekten gefunden wurde, ersetzen die Colossal-Forscher fehlende Glieder in der Kette durch jene von asiatischen Elefanten, sodass diese als Ersatz dienen können. Grund: Die DNA des Wollhaarmammuts stimmt zu 99,6 Prozent mit der des asiatischen Elefanten überein.

Der Ausgangspunkt sind also asiatische Elefanten, als Leihmutter wird dann aber ein afrikanischer Elefant zum Einsatz kommen - weil diese größer sind und das die Geburt einer solchen hybriden Spezies erleichtern wird.


Sollte das tatsächlich gelingen, dann könnte die Wiederansiedlung dieser Mammuts auch helfen, die Klimakrise zu bekämpfen. Denn das massive Gewicht der Tiere hat einst dazu geführt, dass sie bei ihren Wanderungen durch die Tundra der Arktis auch dazu beitrugen, die Schneedecke aufzubrechen, damit die Pflanzen wachsen konnten.

Colossal denkt bereits über den nächsten Schritt nach: Denn man will nach dem Wollhaarmammut den Vogel Dodo zurückbringen. "Der Dodo ist ein Symbol für das vom Menschen verursachte Aussterben", meint Ben Lamm, Co-Gründer und CEO von Colossal. Genetischer Ausgangspunkt ist hier die Nikobarentaube, diese ist der engste heutige Verwandte des Dodo. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, ist eine 100-prozentige Kopie allerdings gar nicht möglich. Denn Tiere sind ein Produkt sowohl ihrer Genetik als auch ihrer Umwelt, eine ausgestorbene Spezies könne daher gar nicht vollständig zurückgeholt werden.

Man muss wohl nicht näher ausführen, warum die Vorhaben viele Gegner haben, viele Forscher kritisieren derartige Vorhaben aus wissenschaftlichen und auch ethischen Gründen. "Die Behauptung, dass wir, wenn wir die Natur zerstören, sie einfach wieder zusammensetzen können, ist sehr gefährlich, denn das können wir nicht", sagte der Ökologe Stuart Pimm von der Duke University gegenüber AP.

Zusammenfassung
  • Colossal arbeitet daran, u.a. das Wollhaarmammut zurückzubringen.
  • Hybrid-Spezies aus Mammut-DNA, asiatischem und afrikanischem Elefant als Leihmutter.
  • Wiederansiedlung soll Klimakrise bekämpfen.
  • Nächstes Projekt: Vogel Dodo, Ausgangspunkt Nikobarentaube.
  • Kritik an solchen Vorhaben aus wissenschaftlichen und ethischen Gründen.
  • Natur kann nicht einfach wieder zusammengesetzt werden.

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