China soll Spionage-Chips in viele Server-Platinen eingebaut haben
Die schärfer gewordenen Töne zwischen den USA und China müssen nicht vollständig auf die neue Besetzung im Weißen Haus zurückzuführen sein. Zumindest gibt es Hinweise, dass an der teilweise als Paranoia aufgefassten Angst vor großangelegter Spionage etwas dran sein könnte: China soll eine Backdoor in extrem viele Server gebaut haben, die weltweit ausgeliefert wurden.
Leitungsverbinder oder Spionage-Chip?
Die ganze Geschichte wurde jetzt von der Redaktion der Bloomberg Businessweek auf die Tagesordnung gebracht und man beruft sich auf mehrere Quellen, die Einblick in entsprechende Unterlagen gehabt haben sollen. Sie wäre nicht weniger als einer der größten bekannt gewordenen Hacks dieses Jahrzehnts und dürfte in der Tragweite etwa der Auseinandersetzung um die Spionage-Aktivitäten von Geheimdiensten wie der NSA entsprechen. Die betroffenen Firmen hüllen sich bisher aber im Wesentlichen in Schweigen oder dementieren die Angelegenheit.
Ursächlich soll das Problem wohl tatsächlich in der vielfach kritisierten Verlagerung von Produktionsschritten kritischer Systeme nach China liegen, wie aus dem Bericht hervorgeht. Demnach nutzten wohl chinesische Geheimdienstkreise die Situation aus, um einen winzigen Chip in die Fertigung für Supermicro einzuschleusen. Die Firma ist der größte Lieferant von Platinen, aus denen Motherboards für Server entstehen, und wird gelegentlich als das Microsoft der Hardware-Welt bezeichnet. In den Platinen fanden Sicherheitsforscher den winzigen Chip, der eine Hintertür in den Server und damit in ganze Netzwerke öffnen konnte.
Allein in den USA sollen Server, in denen der Spionage-Chip enthalten war, in den Datenzentren von mindestens 30 großen Unternehmen gestanden haben. Dazu gehören Cloud-Betreiber wie Amazon und Apple, aber auch Banken und Unternehmen, die Infrastruktur für verschiedene Behörden bereitstellten.
Die genannten Unternehmen dementieren den Bericht allerdings. Man habe niemals bösartige Hardware in den Boards von Super Micro gefunden, teilte Amazon gegenüber dem britischen Guardian mit. Die gleiche Ansage folgte von Apple. Und: "China ist ein energischer Verteidiger der Cybersicherheit", hieß es von Seiten der chinesischen Regierung. Man hoffe, dass solche Anschuldigungen endlich einmal unterbleiben und man gemeinsam an einem friedlichen, sicheren und offenen Cyber-Raum arbeiten könne.
Siehe auch: China soll Afrika ein Haus voller Spionage-Wanzen geschenkt haben
Leitungsverbinder oder Spionage-Chip?
Die ganze Geschichte wurde jetzt von der Redaktion der Bloomberg Businessweek auf die Tagesordnung gebracht und man beruft sich auf mehrere Quellen, die Einblick in entsprechende Unterlagen gehabt haben sollen. Sie wäre nicht weniger als einer der größten bekannt gewordenen Hacks dieses Jahrzehnts und dürfte in der Tragweite etwa der Auseinandersetzung um die Spionage-Aktivitäten von Geheimdiensten wie der NSA entsprechen. Die betroffenen Firmen hüllen sich bisher aber im Wesentlichen in Schweigen oder dementieren die Angelegenheit.
Ursächlich soll das Problem wohl tatsächlich in der vielfach kritisierten Verlagerung von Produktionsschritten kritischer Systeme nach China liegen, wie aus dem Bericht hervorgeht. Demnach nutzten wohl chinesische Geheimdienstkreise die Situation aus, um einen winzigen Chip in die Fertigung für Supermicro einzuschleusen. Die Firma ist der größte Lieferant von Platinen, aus denen Motherboards für Server entstehen, und wird gelegentlich als das Microsoft der Hardware-Welt bezeichnet. In den Platinen fanden Sicherheitsforscher den winzigen Chip, der eine Hintertür in den Server und damit in ganze Netzwerke öffnen konnte.
Allein in den USA sollen Server, in denen der Spionage-Chip enthalten war, in den Datenzentren von mindestens 30 großen Unternehmen gestanden haben. Dazu gehören Cloud-Betreiber wie Amazon und Apple, aber auch Banken und Unternehmen, die Infrastruktur für verschiedene Behörden bereitstellten.
Entdeckung schon 2015
Bei Amazon soll man das Problem im Jahr 2015 entdeckt haben, als man die Firma Elemental Technologies übernahm. Gemeinsam mit den so zugekauften Spezialisten für die Videokompression wurde am eigenen Streaming-Service gearbeitet und die Server-Hardware dafür tiefgehend unter die Lupe genommen. Dabei soll der Chip aufgefallen sein. In der Sache soll auch der Grund für die Entscheidung Amazons liegen, aus einem Joint Venture auszusteigen, mit dem man in China Server für AWS-Datenzentren in Eigenregie herstellte. Und auch Apples Security-Team habe die Backdoor etwa zur selben Zeit entdeckt - als man schon rund 7000 Server mit kompromittierten Boards gekauft hatte.Die genannten Unternehmen dementieren den Bericht allerdings. Man habe niemals bösartige Hardware in den Boards von Super Micro gefunden, teilte Amazon gegenüber dem britischen Guardian mit. Die gleiche Ansage folgte von Apple. Und: "China ist ein energischer Verteidiger der Cybersicherheit", hieß es von Seiten der chinesischen Regierung. Man hoffe, dass solche Anschuldigungen endlich einmal unterbleiben und man gemeinsam an einem friedlichen, sicheren und offenen Cyber-Raum arbeiten könne.
Siehe auch: China soll Afrika ein Haus voller Spionage-Wanzen geschenkt haben
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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