Verbot aufgehoben: Asus und Acer verkaufen wieder in Deutschland

Nach einem monatelangen Verkaufsstopp in Deutschland haben Asus und Acer ihren Patentstreit mit Nokia beigelegt. Die Webseiten der taiwanischen Hardware-Hersteller sind nun wieder vollständig erreichbar und bieten das gewohnte Sortiment an.
Logo, Laptop, Asus, Acer

Ende des Verkaufsstopps in Deutschland

Die taiwanischen Computerhersteller Acer und Asus haben ihren rechtlichen Konflikt mit dem Telekommunikationskonzern Nokia beendet. Seit Anfang 2026 durften beide Unternehmen in Deutschland keine Laptops, PCs oder andere Geräte mehr verkaufen, die den Videostandard H.265 hardwareseitig beschleunigen. Ursache war eine fehlende Lizenz für die von Nokia patentierte Technologie.

Wie ChannelPartner jetzt berichtet, wurde die Auseinandersetzung im Rahmen eines Schiedsverfahrens jetzt offiziell beigelegt. Die beteiligten Unternehmen nehmen ihre laufenden Rechtsverfahren in Deutschland zurück.


Weitreichende Auswirkungen

Das Landgericht München hatte am 22. Januar einem Eilantrag von Nokia stattgegeben. Daraufhin hatten die Händler ihre deutschen Webseiten zunächst komplett offline genommen. Erst nach mehr als einer Woche gingen sie wieder online, jedoch mit stark eingeschränktem Angebot. Händler durften zwar noch vorhandene Lagerware abverkaufen, der direkte Vertrieb war jedoch streng untersagt. Bei Zuwiderhandlung drohten empfindliche Strafen, darunter Ordnungsgelder von bis zu 250.000 Euro oder im schlimmsten Fall sogar Ordnungshaft.

Die weitreichenden Auswirkungen des Verbots spürten auch Bestandskunden im Alltag. Die deutschen Webseiten von Asus und Acer waren zeitweise extrem eingeschränkt. Um rechtliche Probleme zu vermeiden, wurden sogar essenzielle Support-Bereiche für Mainboards und Laptops blockiert. Das machte den Download von wichtigen Treibern ohne Umwege nahezu unmöglich.

Neue Regelungen

Die deutschen Internetauftritte von Asus und Acer sind inzwischen aktualisiert und bieten wieder vollen Service und die komplette Produktpalette. Kunden haben nun uneingeschränkten Zugriff auf alle Support-Dokumente und können Laptops direkt über die Online-Shops beziehen. Eine kleine Einschränkung bleibt jedoch bestehen, da manche Geräte von Acer ab Werk ohne den HEVC-Codec ausgeliefert werden. In einem solchen Fall müssen Anwender die fehlende Software über Drittanbieter selbst installieren.

Für Endanwender bringt die Einigung den Vorteil, dass der Bezug von Hardware und Treibern wieder reibungslos funktioniert. Der Fall veranschaulicht jedoch deutlich, wie sehr Abhängigkeiten von Standardpatenten den Technologiemarkt belasten. Die Videokompression H.265 ist in der modernen Medienlandschaft allgegenwärtig. Sie reduziert die Dateigröße von Videos stark, ohne die Bildqualität zu mindern.

Für Unternehmen entsteht durch juristische Auseinandersetzungen um solche grundlegenden Technologien schnell ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden. Asus und Acer versuchten während der monatelangen Vertriebspause in Deutschland, die finanziellen Ausfälle durch einen verstärkten Fokus auf Monitore und Peripheriegeräte abzufedern. Das gelang jedoch nur teilweise, da Notebooks ein zentrales Standbein der Hersteller darstellen.

Haben euch die Einschränkungen seit Januar tangiert? Werdet ihr demnächst ein Gerät von Asus oder Acer kaufen oder seid ihr mittlerweile auf Alternativen ausgewichen? Wir freuen uns auf eure Beiträge!
Zusammenfassung
  • Acer und Asus haben ihren Patentstreit mit Nokia in Deutschland beigelegt
  • Ein Schiedsverfahren beendete das Verkaufsverbot für PCs und Laptops der Firmen
  • Zuvor fehlten Lizenzen für den weitverbreiteten Videostandard H.265
  • Alle Beteiligten nehmen nun ihre laufenden Rechtsverfahren in Deutschland zurück
  • Deutsche Webseiten der Firmen bieten wieder vollen Support und Produktzugang
  • Manche Acer Geräte werden nun ohne den HEVC Codec ab Werk ausgeliefert

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