Spionage-Chips: Bloomberg legt nach Dementis eine Schippe drauf
Der US-Hersteller Supermicro soll auch an ein großes US-Telekommunikationsunternehmen Server-Hardware mit chinesischen Spionagechips verkauft haben. Erstmals tritt dabei auch ein Experte namentlich mit seiner Aussage an die Öffentlichkeit, derartige Chips entdeckt zu haben.
Ein Bloomberg-Beitrag über angebliche chinesische Abhörchips auf Serverhardware, die schon bei der Produktion eingebaut wurden, schreckte letzte Woche die Tech-Branche auf.
Appleboum betonte zudem, dass Supermicro selbst ein Opfer sei. Der Sicherheitsexperte arbeitete zuvor in der Technologieabteilung des israelischen Heeresnachrichtendienstes und ist heute Co-Chef des auf Hardware-Sicherheit spezialisierten Unternehmens Sepio Systems, das mit der Untersuchung mehrerer großer Rechenzentren des Telekommunikationsunternehmens betraut wurde. Nachdem ein ungewöhnlicher Datentransfer eines Supermicro-Servers entdeckt wurde, untersuchte der Spezialist das Gerät. Auf der Platine sei dabei ein Implantat entdeckt worden, das in den Ethernet-Anschluss integriert war, so Appleboum.
Siehe auch: China soll Spionage-Chips in viele Server-Platinen eingebaut haben
Erstmals Quelle für Behauptungen benannt
Die Nachrichtenagentur berichtet nun in einem Folgeartikel, dass auch ein großes US-Telekommunikationsunternehmen mit der Server-Hardware von Supermicro beliefert wurde. Diesmal offenbarte das Magazin seine Quelle: Der Sicherheitsexperte Yossi Appleboum soll detaillierte Beweise und Analysen geliefert haben, die angeblich zeigen würden, dass die Ethernet-Controller der Server infiziert waren. Um welches Unternehmen es sich handelt, verriet Appleboum aufgrund einer Verschwiegenheitsklausel nicht. Der Vorfall soll sich 2015 ereignet haben. Es könnten T-Mobile oder Sprint sein, denn AT&T und Verizon haben auf Nachfrage von Bloomberg bereits erklärt, nicht betroffen zu sein.Appleboum betonte zudem, dass Supermicro selbst ein Opfer sei. Der Sicherheitsexperte arbeitete zuvor in der Technologieabteilung des israelischen Heeresnachrichtendienstes und ist heute Co-Chef des auf Hardware-Sicherheit spezialisierten Unternehmens Sepio Systems, das mit der Untersuchung mehrerer großer Rechenzentren des Telekommunikationsunternehmens betraut wurde. Nachdem ein ungewöhnlicher Datentransfer eines Supermicro-Servers entdeckt wurde, untersuchte der Spezialist das Gerät. Auf der Platine sei dabei ein Implantat entdeckt worden, das in den Ethernet-Anschluss integriert war, so Appleboum.
Auftragsfertiger vom Geheimdienst infiltriert?
Die Spionage-Chips sollen angeblich über chinesische Auftragsfertiger des Serverherstellers Supermicro eingeschleust worden sein. Allerdings wurde der Öffentlichkeit noch kein einziges Stück manipulierter Hardware vorgeführt. Das würde dem Bericht eine ganz neue Dimension verschaffen. Bisher stand der Wirtschaftsnachrichtendienst allein mit seiner Behauptung, chinesische Spione hätten Auftragsfertiger von Supermicro unter Druck gesetzt, die Zusatzhardware einzubauen und Änderungen am Design der Platinen vorzunehmen.Angebliche Opfer dementieren
Apple und Amazon dementieren bisher, dass es bei ihnen ein Problem gibt. Kritisiert wurde dabei, dass sich die ganze Sache bisher nur auf anonyme Zeugenaussagen stützt. Auch das FBI erklärte, dass ihm solche Hardware-Manipulationen ebenfalls unbekannt sind.Siehe auch: China soll Spionage-Chips in viele Server-Platinen eingebaut haben
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Sebastian Kuhbach
Redakteur bei WinFuture
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