Wem gehört ein gekauftes Spiel? - Gamer klagen jetzt gegen Sony

Die Frage, was man beim Kauf eines Spiels eigentlich genau erwirbt, sorgt immer wieder für Verwirrung. Vier Gamer sind der Ansicht, dass die Hersteller hier nicht klar genug sind und reichten daher nun eine Klage gegen Sony ein.

Kaufen oder leihen?

Die Klage wurde als Sammelklage eingereicht. Die vier Spieler wollen erreichen, dass weitere betroffene Käufer einbezogen werden können. Im Mittelpunkt steht das seit 2025 geltende kalifornische Gesetz AB2426. Es verpflichtet Anbieter digitaler Inhalte dazu, Verbraucher klar darauf hinzuweisen, dass sie beim Kauf von Spielen, Musik oder anderen digitalen Produkten lediglich ein beschränktes Nutzungsrecht erwerben.

Nach Auffassung der Kläger erwecken Formulierungen wie "Jetzt kaufen" oder "Kauf bestätigen" im PlayStation Store den Eindruck eines gewöhnlichen Eigentumserwerbs. Tatsächlich räume Sony jedoch nur eine eingeschränkte und widerrufbare Lizenz zur Nutzung der Software ein. Zwar enthält der Bestellvorgang einen entsprechenden Hinweis, dieser sei jedoch zu unauffällig platziert und in kleiner Schrift dargestellt. Ein durchschnittlicher Kunde könne ihn leicht übersehen, argumentieren die Anwälte der Kläger.


Sony verweist in seinen Nutzungsbedingungen darauf, dass digitale Software "lizenziert und nicht verkauft" werde. Die Kläger kritisieren jedoch, dass Käufer beim Abschluss der Bestellung nicht ausdrücklich bestätigen müssen, diesen Hinweis gelesen zu haben. Dadurch würden Verbraucher über die tatsächliche Natur des Geschäfts in die Irre geführt.

Ein ähnlicher Rechtsstreit gegen den Videospielhändler GameStop wurde Anfang des Jahres angestrengt, später jedoch freiwillig zurückgezogen. Beobachter halten auch die Erfolgsaussichten der aktuellen Klage gegen Sony für begrenzt, da im PlayStation Store bereits ein entsprechender Lizenzhinweis vorhanden ist.

Andauernder Streit

Der Fall steht dennoch stellvertretend für eine breitere Debatte über digitale Besitzrechte. Diese gewann insbesondere an Bedeutung, nachdem Ubisoft 2023 den Zugang zu seinem ausschließlich online spielbaren Rennspiel "The Crew" eingestellt hatte. Damals verloren zahlende Kunden den Zugriff auf das Spiel. Die daraus entstandene Diskussion trug wesentlich dazu bei, dass das kalifornische Transparenzgesetz verabschiedet wurde.

Parallel dazu setzt sich die internationale Initiative "Stop Killing Games" für strengere Regeln zum Erhalt digitaler Spiele ein. Während die Europäische Kommission bislang lediglich Gespräche mit der Branche angekündigt hat, beschäftigt sich inzwischen auch die kalifornische Politik mit weiteren Maßnahmen zum Schutz digitaler Spielesammlungen und zur langfristigen Bewahrung von Videospielen.

Zusammenfassung
  • Vier Spieler verklagen Sony wegen irreführender Kaufbezeichnungen im Store
  • Die Sammelklage stützt sich auf das kalifornische Gesetz AB2426 für Nutzer
  • Nutzer erwerben laut Sony nur Lizenzen statt echtes Eigentum an Inhalten
  • Kläger kritisieren die unauffällige Platzierung der nötigen Lizenzhinweise
  • Das Verfahren entfacht erneut die Debatte über digitale Besitzrechte aus

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