Luminar Neo 1.27 im Test: Bokeh auf Knopfdruck und vieles mehr

Mit Version 1.27 schärft Skylum das Profil von Luminar Neo als kreative Bildbearbeitung mit KI-Fokus weiter nach. Die Software richtet sich weniger an Anwender klassischer RAW-Workflows wie in Lightroom oder Capture One, sondern an Nutzer, die Bilder schnell gestalten, retuschieren und mit automatisierten Effekten optimieren möchten. Unsere Kollegen von ValueTech TV haben die Software getestet.

Zu den wichtigsten Neuerungen zählen ein KI-gestütztes Bokeh-Modul, erweiterte Werkzeuge für Gesichts- und Hautretuschen sowie verbesserte Maskenkanten. Die Basisfunktionen bleiben unverändert: Neben RAW-Entwicklung bietet Luminar Neo Belichtungs- und Objektivkorrekturen, automatische Optimierungen sowie Rauschreduzierung.

Die auffälligste Neuerung ist das neue Bokeh-Werkzeug. Mithilfe einer automatisch erzeugten Tiefenkarte lässt sich der Hintergrund gezielt unscharf rechnen. Besonders Aufnahmen mit Smartphones, kleinen Sensoren oder lichtschwachen Objektiven profitieren davon. Die Bedienung ist einfach, zudem können unterschiedliche Bokeh-Charakteristiken simuliert werden. In der Praxis liefert das Werkzeug überzeugende Ergebnisse, auch wenn die Vorschau während der Bearbeitung teilweise unruhig wirkt. Als größte Schwäche gilt, dass derzeit ausschließlich der Hintergrund unscharf dargestellt werden kann. Ein natürlicher Schärfeverlauf in den Vordergrund fehlt bislang.
Skylum 1.27 Skylum 1.27 Skylum 1.27
Im Porträtbereich erweitert Skylum die Retuschefunktionen um neue KI-Regler, etwa zur automatischen Reduzierung von Augenringen. Auch Hautglättung und die Korrektur von Hautglanz wurden ausgebaut. Die Werkzeuge sparen Zeit und funktionieren weitgehend automatisch, erfordern jedoch Fingerspitzengefühl, um einen künstlichen Look zu vermeiden.

Einen hohen Praxisnutzen bietet die neue Option für weichere Maskenkanten. Masken lassen sich nun sanfter ausblenden und zusätzlich verschieben, wodurch lokale Anpassungen deutlich natürlicher wirken. Die Funktion ist zwar keine grundlegende Neuerung, erleichtert jedoch viele Bearbeitungsschritte im Alltag.

Himmel ist austauschbar

Wie konsequent Skylum bestehende Werkzeuge weiterentwickelt, zeigt der automatische Himmeltausch. Die Funktion arbeitet heute präziser als in früheren Versionen und berücksichtigt Details wie Reflexionen oder feine Kanten deutlich besser. Das unterstreicht den Ansatz des Herstellers, bestehende Module kontinuierlich zu verbessern.

Im Vergleich zu Lightroom oder Capture One versteht sich Luminar Neo weiterhin nicht als reine Entwicklungssoftware. Seine Stärken liegen bei kreativen Effekten, automatischen Retuschen und schnellen Bildoptimierungen. Besonders für Porträts, Social-Media-Inhalte und kreative Bildlooks bietet die Software attraktive Werkzeuge mit niedriger Einstiegshürde.

Unter dem Strich ist Luminar Neo 1.27 ein gelungenes Update mit klarem Schwerpunkt auf KI-gestützte Porträt- und Kreativfunktionen. Das neue Bokeh-Modul überzeugt trotz kleiner Schwächen, die erweiterten Retuschewerkzeuge beschleunigen die Nachbearbeitung, und die verbesserten Masken erhöhen den Bedienkomfort. Damit stärkt die Software ihre Position als kreative Alternative zu klassischen RAW-Konvertern.

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