Stromfresser KI: Microsoft plant Betrieb von Atomkraftwerken

Das Training der neuesten KI-Modelle verschlingt in den Datenzentren Microsofts gigantische Mengen an Rechenleistung und damit auch Strom. Um dieses Problem zu lösen, erwägt man in Redmond jetzt sogar den Betrieb von Kernkraftwerken zu diesem Zweck.
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Eigene Atom-Abteilung

In den Stellenanzeigen sucht Microsoft aktuell nach einem "Principal Program Manager Nuclear Technology", also jemanden, der eine entsprechende Fachabteilung leiten könnte. Dieser soll eine Reihe von Problemen bearbeiten können, die in dem Bereich auftreten können - das betrifft sowohl technische als auch gesellschaftlich-regulatorische Fragen.

Grundsätzlich setzt Microsoft dabei auf die Idee kleiner modularer Reaktoren (SMRs) und auch auf Mikroreaktoren, wie sie beispielsweise in atomgetriebenen Schiffen zum Einsatz kommen. SMRs hingegen sind kleine Kernkraft-Anlagen, die laut ihren Verfechtern durch eine Serienproduktion billiger werden sollen - allerdings gibt es solche Systeme in der Praxis bisher nicht.


Microsoft-Gründer Bill Gates verfolgt bereits seit längerer Zeit die Idee, mehr Kernkraftwerke in neueren Bauformen einzusetzen - auch wenn dies aus Sicht verschiedener Experten im Grunde die wichtigsten Probleme der Kernkraft-Nutzung kaum beseitigt. Für Microsoft dürfte es hier vor allem darum gehen, die ausufernden Kosten des Betriebs von KI-Datenzentren im Griff zu behalten.

Fusion im Blick

Der dafür nun gesuchte Manager "hat die Aufgabe, die technische Bewertung für die Integration von SMR und Mikroreaktoren zu leiten, um die Rechenzentren zu betreiben, in denen die Microsoft Cloud und die KI untergebracht sind", hieß es. Dazu gehört es auch, die entsprechenden Technologie-Partner zu finden, mit denen der Bau kleiner Atomkraftwerke umgesetzt werden kann.

Weiterhin soll der Kandidat auch Erfahrungen mit den gesetzlichen und gesellschaftlichen Problemen des Energiesektors mitbringen. Denn dem Redmonder Konzern ist durchaus bewusst, dass es nicht nur technische Schwierigkeiten mit sich bringen wird, wenn man eine Kernkraft-Anlage in die Nähe der Datenzentren bauen will.

Ein weiterer Aspekt des Postens soll über die klassische Kernkraft-Nutzung hinausgehen. "Diese Stelle wird auch für die Forschung und Entwicklung anderer vorkommerzieller Energietechnologien zuständig sein", heißt es in der Stellenanzeige. Konkret heißt dies: Auch die bereits bestehenden Initiativen zur Nutzbarmachung der Kernfusion sollen hier mit berücksichtigt werden.

Zusammenfassung
  • Microsoft erwägt Kernkraftwerke für Betrieb von Datenzentren
  • Stellenanzeige für "Principal Program Manager Nuclear Technology"
  • Einsatz kleiner modularer Reaktoren (SMRs) und Mikroreaktoren geplant
  • Ziel: Ausufernde Kosten von KI-Datenzentren kontrollieren
  • Manager soll Integration von SMR und Mikroreaktoren leiten
  • Berücksichtigung von gesetzlichen und gesellschaftlichen Problemen
  • Forschung und Entwicklung anderer Energietechnologien inkludiert

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