Klimaschutz in die Mülltonne:
Microsoft plant gigantisches Gaskraftwerk

Microsoft plant die Stromversorgung neuer Rechenzentren über ein gigantisches Erdgaskraftwerk. Damit dürfte sich das Klimaschutz-Marketing des Software-Konzerns endgültig in Luft auflösen.
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Milliarden-Investition in Texas

Microsoft verhandelt exklusiv mit dem Öl- und Gasunternehmen Chevron sowie dem Investmentfonds Engine No. 1 über ein milliardenschweres Energieprojekt im Westen des Bundesstaates Texas. Ziel ist der Bau eines großen Gaskraftwerks, das ein umfangreiches Rechenzentrumsareal mit Strom versorgen soll, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit den Gesprächen vertrauter Personen.

Den Angaben zufolge könnte die Anlage rund sieben Milliarden Dollar kosten und zunächst etwa 2500 Megawatt Leistung bringen. Damit würde sie zu den größten Gaskraftwerken ihrer Art in den USA zählen. Eine endgültige Einigung steht jedoch noch aus: In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten die beteiligten Unternehmen, dass bislang weder konkrete Vertragsbedingungen festgelegt noch ein verbindlicher Vertrag unterzeichnet worden sei.


Für Chevron und Engine No. 1 wäre ein Abschluss mit Microsoft ein entscheidender Schritt, da er einen langfristigen Abnehmer für den erzeugten Strom sichern und die Finanzierung des Projekts erleichtern würde. Die Inbetriebnahme könnte noch vor dem Jahr 2030 erfolgen, vorausgesetzt, steuerliche und umweltrechtliche Genehmigungen werden erteilt.

Hintergrund der Gespräche ist der wachsende Energiebedarf moderner Rechenzentren. Microsoft investiert massiv in den Ausbau entsprechender Infrastruktur, um im Wettbewerb mit Rivalen wie Alphabet und Amazon im Bereich Künstliche Intelligenz mitzuhalten. Der Zugang zu einer ausreichenden Stromversorgung gilt dabei als zentrale Herausforderung.

Bis zu 5 Gigawatt

Auch wenn Microsoft bisher keine genauen Angaben machte, kann man wohl davon ausgehen, dass die Umsetzung des Projekts einer Beerdigung der Klimaschutz-Versprechen des Unternehmens bedeutet. Eigentlich wollte der Konzern bis 2030 CO2-neutral arbeiten, was kaum mehr möglich sein wird, wenn für den Betrieb der Datenzentren große Mengen Erdgas verfeuert werden.

Der geplante Standort des neuen Kraftwerkes nahe der Stadt Pecos liegt im Permian-Becken, dem größten Ölfördergebiet der USA. Dort fällt bei der Ölproduktion große Mengen Erdgas als Nebenprodukt an, das häufig mangels Transportkapazitäten abgefackelt wird. Sollte das Vorhaben erfolgreich umgesetzt werden, könnte die Anlage perspektivisch auf bis zu 5000 Megawatt ausgebaut werden und damit eine Schlüsselrolle in der Energieversorgung der Redmonder KI-Infrastruktur übernehmen.

Zusammenfassung
  • Microsoft plant ein riesiges Gaskraftwerk für neue Rechenzentren in Texas
  • Chevron und Engine No. 1 sind als Partner an dem Projekt beteiligt
  • Die Anlage könnte etwa sieben Milliarden Dollar kosten und 2500 MW liefern
  • Eine Inbetriebnahme des Kraftwerks könnte noch vor dem Jahr 2030 erfolgen
  • Der wachsende Energiebedarf für KI-Rechenzentren treibt das Projekt voran
  • Microsofts Ziel der CO2-Neutralität bis 2030 scheint damit unerreichbar
  • Der Standort nahe Pecos liegt im größten Ölfördergebiet der USA

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