Atomkraftwerk Isar 2: Reaktivierung laut Betreiber gar nicht möglich
Seit Monaten wird von den Gegnern der Energiewende immer wieder gefordert, den Atomausstieg rückgängig zu machen und die im April stillgelegten Kraftwerke wieder hochzufahren. Laut einem Betreiber ist das aber gar nicht mehr möglich.
PreussenElektra hatte mit Isar 2 eines der letzten drei deutschen Atomkraftwerke im Betrieb. Es handelte sich lange auch um das einzige Unternehmen, das zumindest noch grundlegende Bereitschaft zeigte, bei entsprechenden politischen Entscheidungen einen Weiterbetrieb organisieren zu wollen. Von den anderen beiden Betreibern EnBW (Neckarwestheim 2) und RWE (Emsland) kam da schon bestenfalls Schweigen.
In Bayern kam noch hinzu, dass der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) direkt nach der Stilllegung mit der Idee an die Öffentlichkeit trat, das Kraftwerk unter Verantwortung des Bundeslandes weiterzuführen. Dies hätte allerdings erst einmal einen umfangreichen Gesetzgebungsprozess auf Bundesebene nötig gemacht, nachdem der Ausstiegsplan vor über zehn Jahren zwischen Bund und allen Ländern vereinbart und seitdem diverse weitere Prozesse und Regelungen umgesetzt wurden.
Ferner hätte man sich außerdem mit den beiden großen Fehlstellen auseinandersetzen müssen: Die nötigen Fachleute lassen sich nicht mal eben ausbilden und die ehemaligen Beschäftigten sind inzwischen im Ruhestand oder in anderen Jobs. Und auch Brennelemente gibt es nicht, diese müssten auch über viele Monate bis zu Jahren vorher bei den jeweiligen Anbietern bestellt werden.
Dem Betreiber selbst obliegt jetzt der Rückbau der beiden Atommeiler - Isar 1 wurde bereits 2011 stillgelegt und wartet seitdem auf den Rückbau. PreussenElektra plant aktuell Kosten in Höhe von rund 2,2 Milliarden Euro für Abriss und Entsorgung des Kraftwerks ein.
Siehe auch:
Umkehr nicht möglich
"Die Vorbereitungen für den Rückbau laufen auf Hochtouren und die für einen Betrieb erforderlichen Kollegen stehen uns schlichtweg nicht mehr zur Verfügung. Das Thema Wiederinbetriebnahme ist für uns damit definitiv vom Tisch", sagte Guido Knott, Geschäftsführer des Energiekonzerns PreussenElektra, gegenüber der Nachrichtenagentur DPA.PreussenElektra hatte mit Isar 2 eines der letzten drei deutschen Atomkraftwerke im Betrieb. Es handelte sich lange auch um das einzige Unternehmen, das zumindest noch grundlegende Bereitschaft zeigte, bei entsprechenden politischen Entscheidungen einen Weiterbetrieb organisieren zu wollen. Von den anderen beiden Betreibern EnBW (Neckarwestheim 2) und RWE (Emsland) kam da schon bestenfalls Schweigen.
In Bayern kam noch hinzu, dass der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) direkt nach der Stilllegung mit der Idee an die Öffentlichkeit trat, das Kraftwerk unter Verantwortung des Bundeslandes weiterzuführen. Dies hätte allerdings erst einmal einen umfangreichen Gesetzgebungsprozess auf Bundesebene nötig gemacht, nachdem der Ausstiegsplan vor über zehn Jahren zwischen Bund und allen Ländern vereinbart und seitdem diverse weitere Prozesse und Regelungen umgesetzt wurden.
Kosten kaum kalkulierbar
Selbst wenn die Bereitschaft bestanden hätte, den gesamten Vorgang noch einmal aufzurollen, wären viele Fragen für Isar 2 offen geblieben. Das gilt insbesondere für die Finanzierung. Denn die Betreiber haben die letzten Kraftwerke über Jahre hinweg auf den langfristigen Ausstiegstermin hin gefahren. Das heißt auch, dass zahlreiche Wartungsarbeiten und Sicherheitsprüfungen schon lange nicht mehr durchgeführt wurden. Es hätte wahrscheinlich Milliardeninvestitionen benötigt, um das AKW in einen Zustand zu bringen, der den gesetzlichen Betriebsvorgaben entspricht. Dies hätte PreussenElektra auch mit Sicherheit nicht selbst finanziert, sondern wäre mit entsprechenden Forderungen bei der Landesregierung vorstellig geworden.Ferner hätte man sich außerdem mit den beiden großen Fehlstellen auseinandersetzen müssen: Die nötigen Fachleute lassen sich nicht mal eben ausbilden und die ehemaligen Beschäftigten sind inzwischen im Ruhestand oder in anderen Jobs. Und auch Brennelemente gibt es nicht, diese müssten auch über viele Monate bis zu Jahren vorher bei den jeweiligen Anbietern bestellt werden.
Dem Betreiber selbst obliegt jetzt der Rückbau der beiden Atommeiler - Isar 1 wurde bereits 2011 stillgelegt und wartet seitdem auf den Rückbau. PreussenElektra plant aktuell Kosten in Höhe von rund 2,2 Milliarden Euro für Abriss und Entsorgung des Kraftwerks ein.
Zusammenfassung
- Gegner der Energiewende fordern Rückkehr zur Atomenergie
- Wiederinbetriebnahme der Kraftwerke laut Betreiber unmöglich
- Vorbereitungen für Rückbau laufen, benötigtes Personal fehlt
- PreussenElektra, Betreiber von Isar 2, lehnt Weiterbetrieb ab
- Wiederinbetriebnahme würde umfangreichen Gesetzgebungsprozess erfordern
- Finanzierung und Fachpersonal für Wiederinbetriebnahme problematisch
- PreussenElektra plant 2,2 Milliarden Euro für Abriss und Entsorgung ein
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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