ISS-Streit: Roskosmos wollte Lecks brachial stopfen, NASA sagte Njet
Ein rapider Luftverlust auf der ISS sorgte vor Kurzem für einen handfesten Streit zwischen NASA und Roskosmos. Weil riskante Reparaturen der russischen Seite drohten, flüchteten amerikanische Astronauten sogar in ein SpaceX-Raumschiff.
Das Problem konzentriert sich auf einen speziellen Transfertunnel, der unter der Abkürzung PrK bekannt ist. Das Areal verbindet das Hauptmodul mit einem Andockport für Frachtschiffe. Schon seit Jahren kämpfen russische Kosmonauten dort mit feinen Rissen, die durch Materialermüdung und Korrosion entstehen. Bisherige Abdichtungsversuche brachten immer nur kurzzeitige Erfolge, bevor sich die Lage dann drastisch verschlechterte. Infografik: Die Raumstation ISS in Zahlen
Letztlich beabsichtigte das russische Team offenbar, eine tragende Halterung abzusägen, um die Lecks besser untersuchen zu können. Amerikanische Ingenieure stuften das Vorhaben jedoch als zu gefährlich ein. Ein solcher Eingriff hätte unvorhersehbare Belastungen auf das alternde Material ausgeübt und möglicherweise zu einem Strukturversagen geführt. Die Befürchtung der Fachleute war, dass Risse dadurch noch schneller wachsen könnten.
Als Konsequenz aus dem Zwischenfall haben sich beide Partner nun auf eine langfristige Lösung verständigt. Das betroffene PrK-Modul wird dauerhaft stillgelegt und versiegelt. Zwar verliert die Station damit den direkten Zugang zu einem Andockport, da Frachtschiffe dort nicht mehr entladen werden können, der Vorteil ist aber natürlich, dass das Risiko eines plötzlichen Druckabfalls für die gesamte ISS gebannt ist.
Der Vorfall verdeutlicht die Alterung der Station. Glaubt ihr, dass das Konstrukt bis zum geplanten Ende sicher betrieben werden kann? Teilt eure Meinung gerne in den Kommentaren!
Siehe auch:
Konflikt um Leck auf der ISS
Anfang des Monats kam es auf der Internationalen Raumstation ISS zu einem Konflikt zwischen den Raumfahrtbehörden NASA und Roskosmos. Ursache war ein rapider Anstieg der Luftverlustrate im russischen Swesda-Modul. Die Situation spitzte sich derart zu, dass amerikanische und europäische Raumfahrer vorübergehend in einer angedockten Raumkapsel von SpaceX Schutz suchen mussten.Das Problem konzentriert sich auf einen speziellen Transfertunnel, der unter der Abkürzung PrK bekannt ist. Das Areal verbindet das Hauptmodul mit einem Andockport für Frachtschiffe. Schon seit Jahren kämpfen russische Kosmonauten dort mit feinen Rissen, die durch Materialermüdung und Korrosion entstehen. Bisherige Abdichtungsversuche brachten immer nur kurzzeitige Erfolge, bevor sich die Lage dann drastisch verschlechterte. Infografik: Die Raumstation ISS in Zahlen
Riskante Werkzeugeinsätze
Um das Problem zu beheben, plante Roskosmos einen physischen Eingriff in die Struktur. Wie Ars Technica berichtet, wollten die Kosmonauten zunächst mit einem Bohrer anrücken, um in die betroffenen Schichten vorzudringen. The Register nennt hingegen eine Handsäge als bevorzugtes Werkzeug der russischen Seite. Beide Seiten weisen aber darauf hin, dass die genaue Wahl der Instrumente umstritten war.Letztlich beabsichtigte das russische Team offenbar, eine tragende Halterung abzusägen, um die Lecks besser untersuchen zu können. Amerikanische Ingenieure stuften das Vorhaben jedoch als zu gefährlich ein. Ein solcher Eingriff hätte unvorhersehbare Belastungen auf das alternde Material ausgeübt und möglicherweise zu einem Strukturversagen geführt. Die Befürchtung der Fachleute war, dass Risse dadurch noch schneller wachsen könnten.
Dauerhafte Versiegelung
Als die russische Seite zunächst auf dem Vorhaben beharrte, ordnete die NASA aus Sicherheitsgründen die Evakuierung der Astronauten in das Raumschiff Crew Dragon an. Das Vorgehen zwang Roskosmos schließlich zum Einlenken. Die Reparaturaktion wurde abgesagt und die Raumfahrer konnten in den normalen Stationsbetrieb zurückkehren.Als Konsequenz aus dem Zwischenfall haben sich beide Partner nun auf eine langfristige Lösung verständigt. Das betroffene PrK-Modul wird dauerhaft stillgelegt und versiegelt. Zwar verliert die Station damit den direkten Zugang zu einem Andockport, da Frachtschiffe dort nicht mehr entladen werden können, der Vorteil ist aber natürlich, dass das Risiko eines plötzlichen Druckabfalls für die gesamte ISS gebannt ist.
Der Vorfall verdeutlicht die Alterung der Station. Glaubt ihr, dass das Konstrukt bis zum geplanten Ende sicher betrieben werden kann? Teilt eure Meinung gerne in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- NASA und Roskosmos stritten wegen eines Lecks im Swesda-Modul der ISS
- Die Besatzung musste wegen Luftverlust in ein SpaceX-Raumschiff flüchten
- Russische Reparaturpläne mittels Bohrer oder Säge galten als riskant
- Ein Eingriff an tragenden Halterungen barg hohe strukturelle Risiken
- Das defekte PrK-Modul wird nun dauerhaft versiegelt und stillgelegt
- Durch die Schließung verliert die Station den Zugang zu einem Andockport
Siehe auch:
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