Kernkraft von Bill Gates:
Terrapower-Kraftwerk wird ziemlich teuer

Bill Gates' Atomkraft-Unternehmen TerraPower hat jetzt Ein­zel­hei­ten zu dem geplanten ersten Kernkraftwerk mit Na­tri­um-Re­ak­tor veröffentlicht. Gemessen am Energie-Output wird die An­la­ge in erster Linie sehr teuer werden.
Bereits vor einiger Zeit wurde bekannt gegeben, dass Terrapower sein erstes Kraftwerk in Kemmerer im US-Bundesstaat Wyoming errichten will, diese Entscheidung ist nun fest. Beim Bau wird man mit General Electric-Hitachi zusammenarbeiten. Während bei den aktuellen Kernkraftwerken durch den radioaktiven Brennstoff Wasser erhitzt wird, erwärmt man bei dem neuen System flüssiges Salz, mit dem dann der externe Wasserkreislauf zum Antrieb der Generator-Turbine geheizt wird.

Die Leistung des Kraftwerkes soll bei 345 Megawatt liegen. Angesichts dessen sind die geplanten Investitionskosten von rund 4 Milliarden Dollar sehr hoch. Zum Vergleich: Bei konventionellen Kraftwerken rechnet man grob mit einem Dollar pro Watt, womit die genannte Leistung hier eher im dreistelligen Millionen-Bereich liegen würde. Um hier zumindest ein wenig besser dazustehen, wollen die Ingenieure die Anlage so auslegen, dass in ihr auch die überschüssige Energie von Wind- und Solar-Anlagen mit zwischengespeichert werden kann, was den Output letztlich auf bis zu 500 Megawatt steigern soll.

Viele offene Fragen

Gates setzt seit Jahren auf Kernkraft und folgt dabei der Argumentation, dass diese die Basis für eine klimafreundliche Energieversorgung sein müsse. Allerdings gibt es viele Experten, die dies als Irrweg ansehen. Denn die Stromerzeugung ist hier im Vergleich zur Nutzung regenerativer Energiequellen deutlich teurer und um wirklich in großem Stil fossile Quellen ersetzen zu können, müssten weltweit zehntausende Kernkraftwerke gebaut werden - mit entsprechenden Folgen hinsichtlich des GAU-Risikos und des wachsenden Berges an Atommüll, für den es noch immer keine funktionierende Endlager-Lösung gibt.

Terrapower setzt beim Marketing aber trotzdem voll auf diesen Weg - das zeigt sich auch bei der Standort-Entscheidung. Denn in Wyoming soll die Anlage letztlich ein Kohlekraftwerk ersetzen. Planmäßig wird dieses allerdings bereits im Jahr 2025 außer Betrieb gehen. Ob die Zeit reicht, einen vollkommen neuen Reaktor-Typ bis zur Praxisreife zu entwickeln und zu bauen, wird sich hier auch erst noch zeigen müssen.

Siehe auch: Gates versteigt sich komplett in Kernkraft und will Milliarden investieren
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