Energiewende: Deutschland hinkt hinterher - Bayern blockiert weiter
Die neue Bundesregierung will den Ausbau der erneuerbaren Energien endlich wieder ordentlich voranbringen - doch nun stellt sich Bayern demonstrativ quer. Dabei zeigt eine aktuelle Untersuchung, dass Deutschland international hinterherhinkt.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat wenige Wochen nach seinem Amtsantritt erst einmal einen Ist-Zustand erfasst und kam dabei zu einem ziemlich ernüchternden Ergebnis. Gestützt wurde dies auch durch eine Studie der Umweltstiftung WWF, in der der Ausbau erneuerbarer Energien international verglichen wurde. Und diese zeigt einmal mehr, dass das immer wieder auftauchende Argument, Deutschland würde allein versuchen, die Welt zu retten, kaum weiter an der Realität vorbeigehen könnte.
Die Experten Gerd Rosenkranz und Jürgen Quentin hatten bereits 2014 einen Bericht über die Entwicklungen im Bereich der Energiewende veröffentlicht. "Wir dachten, wir schreiben nur ein Update unserer Arbeit von 2014, aber es hat sich Vieles so schnell verändert, dass wir einen ganz neuen Report schreiben mussten", erklärte Rosenkranz. Es zeige sich, dass Solar- und Windkraft-Nutzung weltweit viel schneller vorankommen, als man erwartet hatte. Seit dem letzten Bericht habe sich die weltweite Windkraft-Kapazität verdoppelt, bei der Photovoltaik kommt man sogar auf den vierfachen Wert.
Die neue Bundesregierung hat sich vorgenommen, den Anteil der Erneuerbaren im deutschen Energiemix bis 2030 auf 80 Prozent zu erhöhen. Allerdings stellt sich Bayern hier quer und will beispielsweise an seinen starren Abstandsregelungen für Windkraftanlagen festhalten, die so ausgestaltet sind, dass in dem Freistaat fast keine Anlagen mehr gebaut werden können. Diese Haltung des Ministerpräsidenten Markus Söder stößt keineswegs nur Umweltverbänden, sondern auch der bayerischen Wirtschaft sauer auf. Denn diese muss befürchten, aufgrund der Blockadehaltung der Landesregierung in einer umgebauten Energiewirtschaft abgehängt zu werden.
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Die Experten Gerd Rosenkranz und Jürgen Quentin hatten bereits 2014 einen Bericht über die Entwicklungen im Bereich der Energiewende veröffentlicht. "Wir dachten, wir schreiben nur ein Update unserer Arbeit von 2014, aber es hat sich Vieles so schnell verändert, dass wir einen ganz neuen Report schreiben mussten", erklärte Rosenkranz. Es zeige sich, dass Solar- und Windkraft-Nutzung weltweit viel schneller vorankommen, als man erwartet hatte. Seit dem letzten Bericht habe sich die weltweite Windkraft-Kapazität verdoppelt, bei der Photovoltaik kommt man sogar auf den vierfachen Wert.
Digitalisierung ist wichtig
Mit diesem Tempo hielt Deutschland in den letzten Jahren allerdings nicht mit. Das lag zu einem wesentlichen Teil auch daran, dass die Union die Energiewende zugunsten der etablierten Energiekonzerne behinderte. Denn mit den Erneuerbaren wird es zwangsläufig einen höheren Grad an Dezentralität geben und weniger zentrale Großkraftwerke der Megakonzerne. Aber nicht nur der Ausbau von Windkraft und Photovoltaik schwächelt hierzulande: Die beiden Experten machten auch klar, dass eine Energiewende nur mit einem steigenden Digitalisierungs-Grad erfolgreich sein wird - und um diesen ist es in Deutschland auch nicht gerade gut bestellt.Die neue Bundesregierung hat sich vorgenommen, den Anteil der Erneuerbaren im deutschen Energiemix bis 2030 auf 80 Prozent zu erhöhen. Allerdings stellt sich Bayern hier quer und will beispielsweise an seinen starren Abstandsregelungen für Windkraftanlagen festhalten, die so ausgestaltet sind, dass in dem Freistaat fast keine Anlagen mehr gebaut werden können. Diese Haltung des Ministerpräsidenten Markus Söder stößt keineswegs nur Umweltverbänden, sondern auch der bayerischen Wirtschaft sauer auf. Denn diese muss befürchten, aufgrund der Blockadehaltung der Landesregierung in einer umgebauten Energiewirtschaft abgehängt zu werden.
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Christian Kahle
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