Und täglich streamt das Murmeltier:
Forscher retten sich per OnlyFans

Weil staatliche Fördergelder gestrichen wurden, geht ein Forschungsteam der UCLA ungewöhnliche Wege. Um eine jahrzehntelange Studie über Murmeltiere am Leben zu erhalten, nutzen die Wissenschaftler nun die Plattform OnlyFans für Spenden.

UCLA-Studie nutzt OnlyFans

Das Blumstein Lab der University of California (UCLA) in Los Angeles erforscht das Verhalten von Gelbbauchmurmeltieren im US-Bundesstaat Colorado. Die umfangreiche Studie läuft bereits seit dem Jahr 1962 und gehört damit zu den längsten kontinuierlichen Beobachtungen von markierten Säugetieren weltweit. Das Programm bietet wichtige Erkenntnisse zur Lebensweise der Tiere. Und ganz ehrlich: Murmeltiere sind schlichtweg niedlich.

Doch nachdem die US-Regierung weitreichende Kürzungen im Bereich der Lebenswissenschaften vorgenommen hat, verlor das Team seine finanzielle Grundlage. Die National Science Foundation (NSF) lehnte weitere Förderanträge ab, da angeblich bereits ausreichend Daten gesammelt worden seien.

Um das Projekt vor dem Aus zu bewahren, riefen die Wissenschaftler den Account OnlyMarms auf der Plattform OnlyFans ins Leben. Dort teilen sie regelmäßig (jugendfreie) Videos und hochauflösende Bilder der Nagetiere. Nutzer können den Kanal komplett kostenlos abonnieren und freiwillige Spenden hinterlassen, um die aufwendigen Feldstudien weiterhin zu unterstützen.


Spenden für Murmeltiere

Wie New York Times berichtet, kam dem leitenden Biologen Daniel Blumstein die Idee durch die Serie Margos Got Money Troubles. Die Aktion hat auch einige Tausend Dollar eingebracht. Emily Renkey, eine beteiligte Forscherin, erklärte, dass die meisten Spender rund zehn Dollar (etwa neun Euro) geben würden, was auch ein wachsendes Interesse an der Forschungsarbeit zeige.

Das gesammelte Geld reicht laut dem Bericht jedoch bei Weitem nicht aus, um die langfristige Forschung vollständig zu sichern. Zudem behält OnlyFans 20 Prozent der Einnahmen ein. Die fehlenden Mittel zwingen die Forscher dazu, private Ersparnisse aufzuwenden, um zumindest das Futter für die Tiere bezahlen zu können.

Forschungsgelder fehlen

Die unkonventionelle Methode bringt für das Forschungsteam verschiedene Aspekte mit sich. Einerseits sensibilisiert die Kampagne die Öffentlichkeit für biologische Feldarbeit und Naturschutz. Zudem lassen sich kurzfristige Kosten für kleine Anschaffungen durch die Spenden decken. Andererseits raubt die Pflege der Kanäle wichtige Ressourcen für die eigentliche Wissenschaft.

Blumstein betonte, dass die Zeit besser in das Schreiben von Fachartikeln investiert wäre. Langzeitstudien seien essenziell, um die Anpassung von Tieren an Umweltveränderungen und klimatische Schwankungen fundiert zu verstehen. Gerade die verlässlichen Langzeitdaten ermöglichen es den Wissenschaftlern, weitreichende Prognosen für die Zukunft der Artenvielfalt zu erstellen.

Was meint ihr zu diesem unkonventionellen Ansatz zur Forschungsfinanzierung? Teilt eure Gedanken und diskutiert mit uns in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Ein UCLA-Forschungsteam beobachtet Gelbbauchmurmeltiere seit 1962
  • Nach staatlichen Budgetkürzungen fehlt dem Projekt das nötige Geld
  • Die Wissenschaftler gründeten den OnlyFans-Kanal OnlyMarms für Spenden
  • Dort zeigen sie jugendfreie Aufnahmen der Tiere gegen freiwillige Spenden
  • Die Einnahmen reichen nicht aus und OnlyFans behält 20 Prozent ein
  • Die Pflege des Social-Media-Kanals raubt wichtige Zeit für die Forschung

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