Die Energiewende könnte schlicht am Handwerker-Mangel scheitern
Wenn es um die Energiewende geht, dreht sich die Diskussion meist um politische Rahmenbedingungen, Investitionen und Technologien. Kaum beachtet wird aber ein grundlegender Faktor: Jene Menschen, die weite Teile der Veränderungen umsetzen müssen.
Das sind konkret die Handwerker. Also die Elektriker, die Photovoltaikanlagen und Wallboxen installieren, die Heizungsbauer, von denen Wärmepumpen montiert werden, und die Dachdecker, Fassaden- und Fensterbauer, von denen Häuser in effektive Dämmungen gehüllt werden. Und wer derzeit an einer energetischen Sanierung seines Eigenheims oder eines anderen Hauses arbeitet, dürfte schnell lernen, dass die dafür benötigten Fachleute völlig ausgelastet sind.
Laut einem Bericht der Tagesschau geht man beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) davon aus, dass aktuell bereits zehntausende Fachkräfte in handwerklichen Berufen fehlen. Die Situation verschärft sich dabei von Jahr zu Jahr - denn immer mehr ältere Mitarbeiter gehen in den Ruhestand und beim Nachwuchs herrscht seit vielen Jahren Flaute.
Ähnlich sieht es bei der Ausbildung aus. Seit Jahren wird jungen Menschen eingetrichtert, der Königsweg liege in einer akademischen Ausbildung - also Abitur und anschließend zur Universität. Wer irgendwie kann, geht auch in diese Richtung. Das Handwerk konnte daher allein im letzten Jahr 18.570 Lehrstellen nicht besetzen.
Aktuell ist es daher oft schon schwierig, Handwerker für die fraglichen Arbeiten zu bekommen. Und wenn sie denn freie Kapazitäten haben, mangelte es zuletzt immer wieder an Baustoffen. Wenn nun noch die absehbaren Förderprogramme anlaufen, mit denen die kommende Bundesregierung die Klimaschutzmaßnahmen endlich deutlich voranbringen will, ist in der Praxis mit noch weiter zunehmenden Problemen zu rechnen.
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Laut einem Bericht der Tagesschau geht man beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) davon aus, dass aktuell bereits zehntausende Fachkräfte in handwerklichen Berufen fehlen. Die Situation verschärft sich dabei von Jahr zu Jahr - denn immer mehr ältere Mitarbeiter gehen in den Ruhestand und beim Nachwuchs herrscht seit vielen Jahren Flaute.
Enormer Bedarf
Vor der Corona-Krise blieben bereits 140.000 offene Stellen im Handwerk bundesweit unbesetzt. Die Zahl sank im letzten Jahr zwar etwas, blieb aber mit 120.000 fast auf gleich hohem Niveau. In den für die Energiewende wichtigen Bereichen Energietechnik, Elektrotechnik und Klimatechnik fehlten 2020 rund 21.400 Fachkräfte, so die Statistik der Bundesagentur für Arbeit, die aber eher noch zu niedrig ausfallen dürfte, da die Handwerksbetriebe schon längst nicht mehr alle freien Stellen melden - denn es kommt ja ohnehin niemand.Ähnlich sieht es bei der Ausbildung aus. Seit Jahren wird jungen Menschen eingetrichtert, der Königsweg liege in einer akademischen Ausbildung - also Abitur und anschließend zur Universität. Wer irgendwie kann, geht auch in diese Richtung. Das Handwerk konnte daher allein im letzten Jahr 18.570 Lehrstellen nicht besetzen.
Aktuell ist es daher oft schon schwierig, Handwerker für die fraglichen Arbeiten zu bekommen. Und wenn sie denn freie Kapazitäten haben, mangelte es zuletzt immer wieder an Baustoffen. Wenn nun noch die absehbaren Förderprogramme anlaufen, mit denen die kommende Bundesregierung die Klimaschutzmaßnahmen endlich deutlich voranbringen will, ist in der Praxis mit noch weiter zunehmenden Problemen zu rechnen.
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Christian Kahle
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