"Uh-oh", ICQ ist zurück:
Kult-Messenger feiert Comeback als Fan-Projekt

Rund zwei Jahre nach dem "endgültigen" Aus des Messengers ICQ kehrt die Software auf die Bildschirme zurück. Ein Community-Projekt bringt den klassischen Look und die Sounds auf moderne Rechner. Aber "Uh-oh": Die Datensicherheit hinkt.
Kommunikation, Chat, Instant Messenger, Messaging, Icq

Rückkehr des Messenger-Pioniers

Rund zwei Jahre nach der offiziellen Abschaltung erlebt der ehemals populäre Chat-Dienst ICQ eine unerwartete Wiederbelebung. Unter dem Namen ICQ Reborn hat eine unabhängige Gruppe von Entwicklern eine funktionsfähige Kopie für aktuelle Windows-Betriebssysteme veröffentlicht. Das Projekt richtet sich an nostalgische Nutzer, die das Kommunikationsgefühl der frühen 2000er-Jahre reproduzieren möchten.

Die kostenlose Software orientiert sich optisch stark an der Version aus dem Jahr 2003. Anwender finden die typisch schmale Kontaktliste sowie die bekannten Schaltflächen vor. Auch akustisch bleibt das Programm dem Vorbild treu und nutzt den bekannten Benachrichtigungston ("Uh-oh") für eintreffende Nachrichten.

Um den Dienst nutzen zu können, müssen Anwender einen neuen Account anlegen. Die ICQ-Nummern von damals funktionieren (natürlich) nicht mehr. Auch wenn sie vielen von uns sicher noch gut in Erinnerung sind. ICQ Reborn Dabei erhalten Nutzer wieder eine sogenannte UIN. Die Abkürzung steht für User Identification Number und war das zentrale Erkennungsmerkmal des ursprünglichen Netzwerks. Wie ICQ Reborn (via Schmidtis Blog) selbst mitteilt, arbeitet das Programm völlig unabhängig von den ehemaligen Betreibern. Die Entwickler nutzen eine eigens aufgesetzte Server-Infrastruktur für die Datenübertragung.

Das neue technische Fundament unterstützt grundlegende Funktionen des alten Netzwerks. Dazu gehört auch der Versand von Offline-Nachrichten. Das System speichert Texte zwischen, falls der Empfänger zum Zeitpunkt des Versands nicht mit dem Internet verbunden ist. Sobald sich der Kontakt wieder anmeldet, stellt der Server die Nachrichten automatisch zu.


Sicherheitsbedenken beim Chat

Trotz des nostalgischen Charmes weist die Software deutliche technische Einschränkungen auf. Das System verzichtet auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Bei dem Verfahren werden Nachrichten so verschlüsselt, dass nur Sender und Empfänger den Inhalt lesen können. Da das Fan-Projekt die Technik nicht integriert hat, liegen alle Konversationen "ungeschützt" auf privaten Servern.

Experten raten daher dringend davon ab, sensible Daten oder Passwörter über das Netzwerk zu verschicken. Über die Identität der Personen, welche die Infrastruktur betreiben, ist bislang wenig bekannt. Zudem existiert die Anwendung aktuell ausschließlich für aktuelle Windows-Versionen. Wer auf mobilen Geräten mit Android oder iOS kommunizieren möchte, geht leer aus.

Leere Kontaktlisten zum Start

Ein weiteres Hindernis für die alltägliche Nutzung ist die fehlende Nutzerbasis. Nach der Installation starten Anwender mit einer komplett leeren Kontaktliste. Das Programm bietet keine Schnittstellen zu etablierten Diensten wie WhatsApp, Signal, Telegram oder Threema. Wer chatten möchte, muss Freunde und Bekannte aktiv dazu überreden, sich die Software ebenfalls herunterzuladen.

Das Projekt positioniert sich somit nicht als ernsthafte Konkurrenz zu modernen Kommunikationslösungen. Es bedient vielmehr eine Nische für Technik-Enthusiasten. Wer für kurze Zeit in die digitale Vergangenheit reisen möchte, bekommt eine funktionierende Simulation geboten. Für den sicheren und plattformübergreifenden Austausch im Alltag bleibt das Programm jedoch ungeeignet.

Habt ihr den alten Messenger früher genutzt und werdet das neue Projekt testen oder ist euch das Sicherheitsrisiko zu hoch? Teilt eure Meinung gerne mit uns in den Kommentaren!

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Zusammenfassung
  • Ein Fan-Projekt bringt den Messenger-Klassiker ICQ als Reborn-Version zurück
  • Die Software kopiert das originale Design und die typischen Töne von 2003
  • Eine fehlende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sorgt für Sicherheitsbedenken
  • Nutzer erhalten wieder eine UIN, müssen aber einen neuen Account anlegen
  • Das Projekt läuft auf eigenen Servern und ist nur für Windows verfügbar

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