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Energiewende ohne Blackout-Risiko überraschend einfach und sinnvoll
Eine Stromversorgung, die zu 100 Prozent auf Solar, Wind- und Wasserkraft basiert, bringt kein erhöhtes Blackout-Risiko mit sich. Stattdessen bekommt man geringere Energiekosten, weniger Flächenverbrauch und eine gesündere Bevölkerung.
Dies klingt ein wenig wie das Werbeprospekt einer Umwelt-Lobbyorganisation, ist aber das Ergebnis einer der bisher umfassendsten Untersuchungen zu Szenarien einer Energiewenden in den USA, die an der Stanford University durchgeführt wurde. In dem Paper wird herausgearbeitet, dass sich nicht nur der bisherige Stromverbrauch aus erneuerbaren Quellen decken lässt, sondern dass dies auch problemlos der Fall ist, wenn quasi der gesamte Energieverbrauch elektrifiziert wurde - also beispielsweise auch der Verkehr und die verschiedenen Industriezweige.
"Diese Studie hat erstmals die Netzstabilität in allen Netzregionen der USA und in vielen Einzelstaaten untersucht, nachdem die gesamte Energieversorgung elektrifiziert wurde und nur noch saubere und erneuerbare Energie verwendet wird. Das heißt: keine fossilen Brennstoffe, Kohlendioxid-Abscheidung, direkte Luftabscheidung, Bioenergie, blauer Wasserstoff oder Kernkraft", erklärte Mark Z. Jacobson, der das Forschungsprojekt leitete.
Die Forscher beziffern die Investitionskosten für eine komplette Energiewende für das Kernland der USA (die Bundesstaaten Hawaii und Alaska sind nicht am großen Verbundnetz angeschlossen) auf 9 Billionen bis 11 Billionen Dollar. Das klingt nach einer gigantischen Menge. Volkswirtschaftlich gesehen sind diese Investitionen aber sehr lohnenswert, da sie sich bereits durch die deutlich geringeren Energiekosten schnell bezahlt machen. Die Forscher gehen davon aus, dass sich die Ausgaben unter günstigen Umständen binnen fünf Jahren bezahlt machen können.
Zusätzlich einzuberechnen sind die noch hinzukommenden positiven Effekte. So würde man für Solar- und Windkraftwerke beispielsweise zwar 0,84 Prozent der Gesamtfläche der USA in Anspruch nehmen müssen, das wären aber immer noch deutlich weniger als die 1,3 Prozent, die heute für die Versorgung mit fossilen Energieträgern benötigt werden. Weiterhin sei mit 4,7 Millionen langfristig verfügbaren Vollzeitarbeitsplätzen zu rechnen, die im Energiesektor neu entstehen - das sind viel mehr, als in der fossilen Wirtschaft wegfallen. Und ein selten berücksichtigter Faktor sind die geringeren Gesundheitsprobleme durch Luftverschmutzung. Hier rechnen die Forscher mit 53.200 weniger Todesfällen und Millionen Fällen von Umweltkrankheiten, wodurch das Gesundheitssystem um rund 700 Milliarden Dollar jährlich entlastet werden könnte.
Siehe auch:
"Diese Studie hat erstmals die Netzstabilität in allen Netzregionen der USA und in vielen Einzelstaaten untersucht, nachdem die gesamte Energieversorgung elektrifiziert wurde und nur noch saubere und erneuerbare Energie verwendet wird. Das heißt: keine fossilen Brennstoffe, Kohlendioxid-Abscheidung, direkte Luftabscheidung, Bioenergie, blauer Wasserstoff oder Kernkraft", erklärte Mark Z. Jacobson, der das Forschungsprojekt leitete.
Nichtmal Langzeitspeicher sind nötig
Die Wissenschaftler haben dabei verschiedene Szenarien durchgespielt, bei denen beispielsweise mal Schwerpunkte auf einer Versorgung aus Offshore-Windkraft und Solaranlagen auf Hausdächern oder auch aus Onshore-Windkraft und großen Solar-Flächen lagen. In den Simulationen stellte sich dabei sogar heraus, dass nicht einmal Langzeit-Speicher zwingend benötigt werden, um eine Versorgungssicherheit hinzubekommen. Es genügt völlig, die bereits verfügbaren Batteriespeicher, die Versorgungsdifferenzen von bis zu vier Stunden auffangen können, in die Netze einzubinden. Diese können dann genutzt werden, um gemeinschaftlich große Lastspitzen abzufangen oder nacheinander einen längeren Engpass. Darüber hinaus reicht es völlig, ein kontinentales Verbundnetz zu betreiben, wie es schon jetzt überwiegend der Fall ist.Die Forscher beziffern die Investitionskosten für eine komplette Energiewende für das Kernland der USA (die Bundesstaaten Hawaii und Alaska sind nicht am großen Verbundnetz angeschlossen) auf 9 Billionen bis 11 Billionen Dollar. Das klingt nach einer gigantischen Menge. Volkswirtschaftlich gesehen sind diese Investitionen aber sehr lohnenswert, da sie sich bereits durch die deutlich geringeren Energiekosten schnell bezahlt machen. Die Forscher gehen davon aus, dass sich die Ausgaben unter günstigen Umständen binnen fünf Jahren bezahlt machen können.
Zusätzlich einzuberechnen sind die noch hinzukommenden positiven Effekte. So würde man für Solar- und Windkraftwerke beispielsweise zwar 0,84 Prozent der Gesamtfläche der USA in Anspruch nehmen müssen, das wären aber immer noch deutlich weniger als die 1,3 Prozent, die heute für die Versorgung mit fossilen Energieträgern benötigt werden. Weiterhin sei mit 4,7 Millionen langfristig verfügbaren Vollzeitarbeitsplätzen zu rechnen, die im Energiesektor neu entstehen - das sind viel mehr, als in der fossilen Wirtschaft wegfallen. Und ein selten berücksichtigter Faktor sind die geringeren Gesundheitsprobleme durch Luftverschmutzung. Hier rechnen die Forscher mit 53.200 weniger Todesfällen und Millionen Fällen von Umweltkrankheiten, wodurch das Gesundheitssystem um rund 700 Milliarden Dollar jährlich entlastet werden könnte.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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