Huawei-Embargo: Jetzt ist Schluss mit schnellen Android-Updates

Das US Commerce Department hat aufgehört, Huawei zumindest eine temporäre Lizenz für die Fortführung der Zusammenarbeit mit US-Firmen auszustellen. Damit geraten jetzt auch die Sicherheits-Updates für Android und andere Produkte in Gefahr.
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Huawei / WinFuture
Wer ein Smartphone oder Tablet von Huawei besitzt, muss sich darauf einstellen, dass in den kommenden Monaten keine Sicherheits-Updates für das darauf installierte Android-Betriebssystem mehr auf dem jeweiligen Gerät landen. Hintergrund ist der Wegfall der bis jetzt immer wieder verlängerten "90-Tage-Lizenzen", die Huawei zumindest für bereits im Markt erhältliche Produkte die Möglichkeit gaben, zügig Sicherheits-Updates zu erhalten.


Um seine Smartphones und Tablets mit Android in Sachen Sicherheit auf dem neuesten Stand zu halten, muss Huawei die von Google veröffentlichten Updates für das mobile Betriebssystem über seine Server an die Besitzer der Geräte ausliefern. Dies gilt natürlich auch als eine Art der Kooperation mit dem US-Konzern Google, die aber im Rahmen der Sanktionen gegen Huawei eigentlich untersagt ist.

Updates nur noch auf Umwegen

Bisher hatte das Commerce Department seit Inkrafttreten des US-Embargos gegen Huawei stets eine 90 Tage gültige temporäre Lizenz erteilt, die als eine Art Ausnahmeregelung funktionierte. Wie die Washington Post inzwischen auf Anfrage bei der US-Regierung erfuhr, wurde die am 13. August ausgelaufene letzte temporäre Lizenz aber nicht wieder verlängert. Für Google und andere Software-Anbieter ist es jetzt somit illegal, Huawei und dessen Kunden mit Updates zu versorgen.

Wer derzeit ein Huawei P20, P30 oder Mate 20-Modell oder eines der anderen relativ aktuellen Huawei-Smartphones nutzt, die noch mit offiziellem Support für den Google Play Store daherkommen, wird sich darauf einstellen müssen, dass kein Update auf Android 11 in der normalen Form mehr erfolgt. Denkbar wäre, dass Huawei die Geräte mit einer Version des Betriebssystems aktualisiert, die ohne den Play Store und die dazugehörigen Dienste daherkommt.

Generell wird es Huawei auch weiterhin möglich sein, seine Geräte mit Updates zu versorgen, doch dürfte es bei Sicherheits-Updates künftig wohl deutlich länger dauern. So muss Huawei nun zunächst abwarten, bis die von Google und anderen Entwicklern an Android vorgenommenen Änderungen in der freien AOSP-Version des Betriebssystems landen. Erst dann kann der chinesische Konzern auf dieser Basis eigene Update-Pakete erstellen und ausliefern.
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