Google wirft NPAPI-Plugins endgültig aus Chrome - u.a. Silverlight

Der Suchmaschinenkonzern Google hat jetzt einen konkreten Zeitplan für das endgültige Ende der Unterstützung einer Reihe von Erweiterungen für seinen Browser Chrome bekannt gegeben. Nach längeren Vorbereitungen soll ab dem Januar der konkrete Ausstieg beginnen und sich über einige Monate hinziehen. Dabei geht es um Plugins, die auf Grundlage des Netscape Plugin Application Programming Interface (NPAPI) entwickelt wurden. Diese ist den Browser-Entwicklern schon seit einiger Zeit ein Klotz am Bein und soll deshalb verschwinden. Man erklärte, dass man fest damit rechnet, dass durch den Ausbau der NPAPI die Sicherheit, die Performance und die Stabilität von Chrome steigen werden, weil die Codebasis in der Komplexität reduziert werden kann.

Schluss ist im September

Laut dem nun veröffentlichten Zeitplan werden alle Plugins, die auf NPAPI setzen, ab dem Januar geblockt. Das heißt, dass sie nicht mehr länger über Googles Erweiterungs-Verzeichnis verteilt werden und der Nutzer muss explizit die weitere Ausführung genehmigen. Im April will man dann den Support einstellen. Bereits installierte Plugins laufen dann aber erst einmal noch eine Weile weiter, bei Problemen gibt es aber keine Unterstützung durch den Kundendienst mehr. Mit dem Chrome-Update, das dann im September 2015 erscheint, wird die NPAPI komplett aus dem Browser entfernt, so dass die fraglichen Erweiterungen nicht mehr länger funktionieren werden.

Google hatte bereits im September des vergangenen Jahres angekündigt, dass man einen entsprechenden Schritt vor hat. Schon damals soll es nur noch sechs Plugins gegeben haben, die auf dem NPAPI aufsetzen und von mehr als fünf Prozent der Nutzer eingesetzt werden. Eigentlich sollte schon Ende 2014 Schluss mit dem Support sein, da die Nutzungsraten aber weniger schnell zurückgingen als erwartet und auch die Plugin-Entwickler bisher nur in begrenztem Umfang reagierten, verschob sich alles nach hinten.

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An erster Stelle der noch aktiven NPAPI-basierten Plugins steht Microsofts Silverlight, das noch bei 11 Prozent aller Chrome-Nutzer im Einsatz ist. Dieses ist beispielsweise die Grundlage für die Nutzung mehrerer großer Streaming-Dienste wie Netflix und Amazon Instant Prime am Rechner. Hier dürfte das wahrscheinlichste Szenario darin bestehen, dass die Dienste-Anbieter nun beschleunigt auf HTML5-Technologien umstellen und auf proprietäre Plugins verzichten.

In größerem Umfang sind aber auch noch einige andere Erweiterungen verbreitet - teilweise schlicht in veralteter Version und in zwei Fällen sogar von Google selbst: Google Talk nutzen noch 7 Prozent der Chrome-Nutzer, hinzu kommen Java (3,7 Prozent), Facebook Video (3 Prozent), Unity (1,9 Prozent) und Google Earth (0,1 Prozent).

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