Steuern: Ballmer droht US-Kongress mit Offshoring

Wirtschaft & Firmen Microsoft-Chef Steve Ballmer hat damit gedroht, Arbeitsplätze aus den USA in andere Staaten zu verlagern, wenn der US-Kongress den letzten Steuerplänen von Präsident Barack Obama zustimmt. Die geplante Neuregelung sieht vor, die Abgaben auf Erträge im Auslands-Geschäft neu zu regeln. Microsoft müsste also mehr Steuern abführen, wenn es in den USA produzierte Produkte im europäischen oder asiatischen Markt absetzt. "Das macht die Arbeitsplätze in den USA letztlich teurer", so Ballmer.

"Wir würden dann besser damit fahren, eine Menge mehr Leute außerhalb der USA für uns arbeiten zu lassen", fuhr er fort. Das Unternehmen würde dann einen größeren Teil seiner Software direkt in Staaten mit einem niedrigeren Steuersatz programmieren lassen und vertreiben.

Die Neuregelung Obamas soll eigentlich eine Lücke im Steuersystem schließen, die vor allem von Software-Herstellern ausgenutzt wird. Die Programme werden oft in den USA geschrieben und die dafür nötigen Ausgaben für Löhne und andere Ressourcen von den Konzernsteuern abgesetzt.

Das Programm an sich wird dann aber an eine Auslandstochter überschrieben, die in einem Niedrigsteuerland sitzt. Beim Europa-Geschäft setzt man hier meist auf Irland. Von dort aus wird das Produkt dann vertrieben - mit entsprechend geringeren Abführungen für Umsatz- oder Gewerbesteuern.

Dadurch verliert ein Staat wie die USA gleich doppelt Steuereinnahmen: Einmal durch das Absetzen der vergleichsweise hohen Produktionskosten im Inland und durch die Verlagerung der Gewerbesteuerzahlung ins Ausland. Gegen diese Lücke will Obama vorgehen.
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