Gebrauchtwagen-Zuverlässigkeit:
Tesla stürzt auf den letzten Platz ab

Consumer Reports hat Daten zu über 140.000 Fahrzeugen aus­ge­wer­tet und massive Qualitätsunterschiede auf dem Gebrauchtmarkt festgestellt. Während Lexus und Toyota das Feld anführen, kämpft Tesla mit einem miserablen Image.
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Japanische Dominanz bei Gebrauchtwagen

Wer aktuell auf der Suche nach einem gebrauchten Fahrzeug aus den Modelljahren 2016 bis 2021 ist, sollte bei der Wahl der Marke genau hinsehen. Eine aktuelle Datenauswertung offenbart eine erhebliche Diskrepanz zwischen konservativer Fahrzeugentwicklung und schneller technologischer Innovation, die oft zulasten der Langlebigkeit geht.

Besonders japanische Hersteller beweisen, dass beständige Produktpflege und das Prinzip der inkrementellen Verbesserung der Schlüssel zu einem sorgenfreien Autoleben sind, zumindest auf dem Gebrauchtmarkt oder wenn man sein Auto lange nutzen möchte. Lexus und Toyota führen das Feld mit großem Abstand an, während amerikanische Marken und insbesondere ein prominenter E-Auto-Hersteller am unteren Ende der Skala zu finden sind.

Das Ergebnis dürfte erfahrene Beobachter der Automobilindustrie kaum verwundern: Lexus erreicht einen beeindruckenden Zuverlässigkeitswert von 77 Punkten, dicht gefolgt von der Konzernmutter Toyota mit 73 Punkten. Auf dem dritten Platz reiht sich Mazda mit 58 Punkten ein. Die Strategie dieser Hersteller, bewährte Technik über Jahre hinweg nur in kleinen Schritten zu optimieren, anstatt ständig radikal neue Plattformen einzuführen, zahlt sich für Käufer aus dem Zweitmarkt aus. Infografik Consumer Reports: Zuverlässigkeit von Gebrauchtwagen nach MarkenConsumer Reports: Zuverlässigkeit von Gebrauchtwagen nach Marken Wer dagegen auf einen gebrauchten Tesla setzt, muss statistisch gesehen häufiger mit Werkstattbesuchen rechnen. Der Elektroauto-Pionier belegt mit lediglich 31 Punkten den letzten Platz unter 26 untersuchten Marken, noch hinter den amerikanischen, aber nicht gerade für Zuverlässigkeit bekannten Traditionsmarken Jeep und RAM.

Datenbasis und Teslas Produktionshölle

Wie die US-Verbraucherorganisation Consumer Reports in ihrer aktuellen Analyse darlegt, basiert das Ranking auf einer umfangreichen Befragung zu über 140.000 Fahrzeugen. Die Organisation fragte Probleme in insgesamt 20 Kategorien ab. Das Spektrum reicht von kleineren Ärgernissen wie quietschenden Bremsen oder defekten Innenraumverkleidungen bis hin zu gravierenden Mängeln an Motor, Getriebe oder der Hochvoltbatterie bei Elektrofahrzeugen.


Das schlechte Abschneiden von Tesla bei den fünf bis zehn Jahre alten Modellen lässt sich historisch allerdings erklären und ist eng mit der Unternehmensgeschichte verknüpft. In den Jahren 2016 bis 2021 befand sich das Unternehmen in der berüchtigten "Produktionshölle" ("Production Hell"). Um die Stückzahlen des Model 3 massiv zu erhöhen, fertigte Tesla Fahrzeuge teilweise in provisorischen Zelten auf den Parkplätzen des Werks in Fremont.

Die Priorität lag damals eindeutig auf Quantität, um das Unternehmen zu retten, was sich heute in der Mängelstatistik niederschlägt. Häufige Probleme betreffen ungleichmäßige Spaltmaße, Lackfehler, das Fahrwerk und die Bordelektronik. Das bedeutet jedoch nicht, dass Tesla generell unzuverlässig bleibt: Bei Neuwagen hat sich das Blatt gewendet, und die aktuellen Modelle rangieren dank verbesserter Fertigungsprozesse mittlerweile im oberen Mittelfeld.

Konservative Technik schlägt Innovation

Ein aufschlussreiches Detail der Analyse ist der Vergleich zwischen verschiedenen Modellzyklen eines Herstellers. Mazda beispielsweise glänzt bei Gebrauchtwagen durch solide, fast schon konservative Technik. Bei aktuellen Neuwagen rutschte der Hersteller im Ranking jedoch ab, da mit dem CX-70 und CX-90 sowie neuen Hybridantrieben komplett neue Plattformen eingeführt wurden, die noch unter Kinderkrankheiten leiden.

Das Gegenteil ist bei Tesla der Fall: Während die alten Modelle schwächeln, profitieren neue Fahrzeuge von Jahren der Prozessoptimierung an derselben Plattform ("Model 3" und "Model Y"). Das unterstreicht die These, dass das erste Modelljahr einer neuen Baureihe oft ein Risiko darstellt.

Das Fazit für IT-affine Autofahrer fällt ambivalent aus: Wer neueste Technologie und Software-Features ("Tech on Wheels") priorisiert, greift oft zu Tesla, erkauft sich das bei älteren Modellen aber mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für Defekte. Wer ein Auto sucht, das als reines Transportmittel einfach funktionieren soll ("It just works"), ist mit den japanischen Marken statistisch deutlich besser beraten.

Fahrt ihr selbst einen gebrauchten Tesla oder schwört ihr auf japanische Wertarbeit? Teilt eure Erfahrungen zur Langzeitqualität gerne in den Kommentaren mit. Wir sind gespannt auf eure Berichte!
Zusammenfassung
  • Consumer Reports wertet Daten zu über 140000 Gebrauchtwagen aus
  • Lexus und Toyota führen die Zuverlässigkeitswertung mit 77 bzw. 73 Punkten an
  • Tesla belegt mit nur 31 Punkten den letzten Platz unter 26 Herstellermarken
  • Teslas schlechte Bewertung stammt aus der kritischen Produktionsphase 2016-2021
  • Japanische Hersteller punkten mit konservativer, beständiger Produktpflege
  • Bei neueren Tesla-Modellen zeigt sich dank Prozessoptimierung eine Verbesserung
  • Erste Modelljahre neuer Fahrzeugbaureihen stellen oft ein Qualitätsrisiko dar

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