Teslas Robotaxi-Flotte ist deutlich kleiner als von Musk behauptet

Tesla steht beim Robotaxi-Projekt in Austin vor einem erheblichen Glaubwürdigkeitsproblem. Ein Student entlarvte durch API-Analysen, dass statt der versprochenen hunderten Fahrzeuge nur 34 Model Y registriert sind. Die tatsächliche Flotte ist also minimal.
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Ernüchternde Zahlen statt massiver Expansion

Tesla sieht sich im texanischen Austin mit einem erheblichen Glaubwürdigkeitsproblem konfrontiert. Während CEO Elon Musk ursprünglich ankündigte, dass bis zum aktuellen Jahresende 2025 hunderte autonome Fahrzeuge durch die Stadt fahren würden, zeichnet die Realität ein gänzlich anderes Bild.

Ein Informatikstudent der Texas A&M University hat die API der Tesla-App mittels Reverse-Engineering analysiert und dabei festgestellt, dass die tatsächliche Flotte nur einen Bruchteil der versprochenen Größe umfasst. Statt der in Aussicht gestellten 500 Einheiten sind offenbar kaum Fahrzeuge im Einsatz.

Konkret identifizierte der Tracker des 19-jährigen Ethan McKenna lediglich 34 Model Y-Fahrzeuge, die überhaupt für den Dienst registriert sind. Das steht im starken Kontrast zu den ambitionierten Zielen des Unternehmens, das seine Zukunft massiv auf künstliche Intelligenz und Robotik setzt. Das Projekt wirkt im Vergleich zu den vollmundigen Ankündigungen auf Events wie dem Robotaxi-Launch fast mikroskopisch. Es deutet darauf hin, dass die Skalierung der reinen Kameratechnologie ohne Lidar-Sensoren auf deutlich größere Schwierigkeiten stößt, als das Management öffentlich zugibt.

Wie der Student McKenna gegenüber Electrek ausführte, ist die Zahl der gleichzeitig aktiven Fahrzeuge sogar noch geringer. Seine Datenanalysen legen nahe, dass zu Spitzenzeiten oft nur ein bis fünf Robotaxis tatsächlich Fahrgäste befördern.


Die App meldet demnach häufig eine "hohe Nachfrage", was laut McKennas Einschätzung jedoch eher auf das fast nicht vorhandene Angebot zurückzuführen ist. Wenn Nutzer also keine Fahrt buchen können, liegt das oft schlicht daran, dass kaum Autos auf der Straße sind - eine künstliche Verknappung durch fehlende Hardware.

Im direkten Marktvergleich verblasst Teslas Pilotprojekt in Austin zunehmend. Der Konkurrent Waymo, eine Tochtergesellschaft von Alphabet, betreibt mittlerweile über 2000 Fahrzeuge in Metropolregionen wie Phoenix, San Francisco und Los Angeles. Während Waymo einen echten kommerziellen Dienst mit Jaguar I-Pace Fahrzeugen erfolgreich skaliert und gänzlich auf Fahrer verzichtet, scheint Tesla primär Daten zu sammeln. Kritiker bezeichnen das Vorgehen als Versuch, Investorenversprechen zumindest optisch am Leben zu erhalten, während der technologische Rückstand zur Lidar-gestützten Konkurrenz wächst.

Parallelen zu früherem Tracking

Die Methode des Studenten, öffentlich verfügbare Daten gegen die Aussagen des CEOs zu verwenden, erinnert stark an frühere Konflikte zwischen Musk und Datensammlern. Bereits im Jahr 2022 geriet der Teenager Jack Sweeney in den Fokus der Öffentlichkeit, als er Flugdaten nutzte, um Musks Privatjet via Twitter (@ElonJet) zu tracken. Damals geriet Musk wegen der Veröffentlichung der Positionsdaten in Aufregung und bot Sweeney 5000 Dollar, um den Account zu löschen. Sweeney lehnte ab, und der Account wurde nach der Twitter-Übernahme gesperrt.

Glaubt ihr, dass Tesla den massiven Rückstand zu Waymo noch aufholen kann oder ist der Zug für Musk abgefahren? Schreibt uns eure Meinung zur Robotaxi-Strategie gerne in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • Tesla hat in Austin statt Hunderten nur 34 Model Y für Robotaxi registriert
  • Ein 19-jähriger Student entlarvte durch API-Analysen die tatsächliche Flottengröße
  • Zu Spitzenzeiten sind meist nur ein bis fünf Robotaxis tatsächlich im Einsatz
  • Konkurrent Waymo betreibt hingegen über 2000 Fahrzeuge in mehreren Metropolen
  • Die vermeintlich hohe Nachfrage resultiert aus künstlicher Verknappung
  • Kritiker sehen das Projekt als Versuch, Investorenversprechen aufrechtzuerhalten
  • Der Fall erinnert an frühere Konflikte mit Datensammlern wie Jack Sweeney

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