Mobilfunkanbieter können heimlich Android-Signalbalken manipulieren
Android-Nutzer aufgepasst: Google ermöglicht es Mobilfunkanbietern, die Signalstärke künstlich zu erhöhen. Die US-Provider AT&T und Verizon nutzen diese Funktion bereits, um einen zusätzlichen Balken anzuzeigen - auch wenn das Signal schwächer ist.
Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert, aber Anbieter können sie über ein Over-the-Air-Update (OTA) einschalten. Das betrifft nicht nur Geräte mit Carrier-Lock, sondern auch entsperrte Android-Smartphones, da die Konfiguration über die eingelegte SIM-Karte geladen wird. Die Entdeckung geht auf einen Bericht von Nick vs Networking zurück (via Android Authority), der bei der Analyse von Android-Code auf das verdächtige Flag stieß. Infografik Mobilfunk: 5G-Lebenszyklus noch in der Anfangsphase
Unklar bleibt, welcher Anbieter Google ursprünglich um diese Funktion gebeten hat und warum Google dem Wunsch nachkam. Vermutlich soll das Feature Beschwerden über Signalprobleme reduzieren und Kunden vorgaukeln, ihre Netzabdeckung sei besser als sie tatsächlich ist. Die künstliche Signalstärke-Erhöhung kann nicht nur Verbraucher täuschen, sondern auch in Berichten über Netzabdeckung verwendet werden, um eine größere Reichweite vorzutäuschen als tatsächlich existiert.
Was haltet ihr von dieser Praxis der Mobilfunkanbieter? Habt ihr schon einmal bemerkt, dass euer Signal stärker angezeigt wurde, als es sich angefühlt hat? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren mit uns.
Siehe auch:
Mobilfunkanbieter täuschen bei Signalstärke
Ein verstecktes Feature im Android Carrier Config Manager erlaubt es Mobilfunkanbietern offenbar, die angezeigte Signalstärke zu manipulieren. Das Flag "KEY_INFLATE_SIGNAL_STRENGTH_BOOL" weist Android-Geräte an, stets einen Balken mehr anzuzeigen, als tatsächlich vorhanden ist. Obwohl das Feature nicht in Androids offizieller Dokumentation erwähnt wird, ist es im Quellcode verfügbar und kann von Netzbetreibern aktiviert werden.Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert, aber Anbieter können sie über ein Over-the-Air-Update (OTA) einschalten. Das betrifft nicht nur Geräte mit Carrier-Lock, sondern auch entsperrte Android-Smartphones, da die Konfiguration über die eingelegte SIM-Karte geladen wird. Die Entdeckung geht auf einen Bericht von Nick vs Networking zurück (via Android Authority), der bei der Analyse von Android-Code auf das verdächtige Flag stieß. Infografik Mobilfunk: 5G-Lebenszyklus noch in der Anfangsphase
AT&T und Verizon
Untersuchungen haben ergeben, dass die beiden großen US-Mobilfunkanbieter AT&T und Verizon diese Funktion bereits in ihren Netzen aktiviert haben. Kunden dieser Anbieter sehen möglicherweise eine bessere Signalstärke angezeigt, als tatsächlich vorhanden ist. Das kann dazu führen, dass Nutzer trotz schlechter Verbindungsqualität glauben, ein starkes Signal zu haben.Unklar bleibt, welcher Anbieter Google ursprünglich um diese Funktion gebeten hat und warum Google dem Wunsch nachkam. Vermutlich soll das Feature Beschwerden über Signalprobleme reduzieren und Kunden vorgaukeln, ihre Netzabdeckung sei besser als sie tatsächlich ist. Die künstliche Signalstärke-Erhöhung kann nicht nur Verbraucher täuschen, sondern auch in Berichten über Netzabdeckung verwendet werden, um eine größere Reichweite vorzutäuschen als tatsächlich existiert.
Nicht erstes Mal
Das ist nicht der erste Versuch von Mobilfunkanbietern, die Signalstärke zu verschleiern. Bereits 2017 drängten Anbieter darauf, detaillierte Signalstärkewerte in dBm aus dem Android-Menü "Telefoninfo" zu entfernen. Später ermöglichte Android benutzerdefinierte Schwellenwerte, sodass Anbieter selbst bestimmen können, wie viele Balken bei welcher Signalstärke angezeigt werden.Was haltet ihr von dieser Praxis der Mobilfunkanbieter? Habt ihr schon einmal bemerkt, dass euer Signal stärker angezeigt wurde, als es sich angefühlt hat? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren mit uns.
Zusammenfassung
- Android erlaubt Mobilfunkanbietern die angezeigte Signalstärke zu erhöhen
- Verstecktes Feature fügt künstlich einen zusätzlichen Signalbalken hinzu
- AT&T und Verizon nutzen diese Funktion bereits in den USA aktiv
- Die Manipulation erfolgt über die SIM-Karte auch bei entsperrten Geräten
- Nutzer könnten trotz schlechter Verbindung ein starkes Signal angezeigt bekommen
- Anbieter können seit 2017 Signalstärkeanzeigen beeinflussen
Siehe auch:
- 6-GHz-Band: Bundesregierung will Frequenzen dem Mobilfunk zuweisen
- Nvidia steigt jetzt auch noch bei Nokia ein, gibt Geld für KI-Mobilfunk
- New York: Secret Service hebt geheimes Mobilfunk-Netzwerk aus
- Neue Apple Watches: Ultra 3, Series 11 und SE 3 mit 5G-Mobilfunk
- Nach Schokolade und Burger: MrBeast verkauft bald Mobilfunk-Tarife
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