Norwegen: Munitions-Produktion für Ukraine durch TikTok behindert
Einer der größten Munitions-Hersteller in Europa, Nammo, würde die Produktion aufgrund des Krieges in der Ukraine gerne ausweiten. Allerdings wird dies nach Angaben des Unternehmens schlicht durch den Social Media-Dienst TikTok verhindert.
Die Produktionskapazitäten für Munition in Europa stehen seit Monaten zur Diskussion. Sie genügten lange, doch nun, da es darum geht, einen echten Kriegsschauplatz zu beliefern, gerät die Branche an ihre Grenzen. Da wirkt es geradezu absurd, wenn der Vorstandsvorsitzende von Nammo erklärt, dass man die geplante Erweiterung der größten Fabrik in Mittelnorwegen nicht umsetzen kann, weil es an Energie fehlt.
"Wir sind besorgt, weil wir unser zukünftiges Wachstum durch die Speicherung von Katzenvideos infrage gestellt sehen", sagte Morten Brandtzæg gegenüber der Financial Times. Denn TikTok baut in der Umgebung eines seiner beiden neuen Datenzentren in Europa. Dieses beansprucht alle noch freien Kapazitäten des lokalen Stromversorgers Elvia. Wie dieser erklärte, werde es einige Zeit dauern, bis die Energieversorgung so weit ausgebaut wurde, dass auch eine Nammo-Werkserweiterung bedient werden könne.
Nammo will aber trotzdem versuchen, die Umsetzung der Erweiterungs-Pläne zügig voranzubringen. Die Nachfrage nach Artilleriegeschossen sei aktuell 15-mal höher als normal, und die europäische Munitionsindustrie muss 2 Milliarden Euro in neue Fabriken investieren, um den Bedarf der Ukraine zu decken, so Brandtzæg. Einigen Schätzungen zufolge feuert die Armee der Ukraine täglich 6000 bis 7000 Artilleriegranaten ab und steht nach mehr als einem Jahr Krieg vor einem Munitionsmangel.
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"Wir sind besorgt, weil wir unser zukünftiges Wachstum durch die Speicherung von Katzenvideos infrage gestellt sehen", sagte Morten Brandtzæg gegenüber der Financial Times. Denn TikTok baut in der Umgebung eines seiner beiden neuen Datenzentren in Europa. Dieses beansprucht alle noch freien Kapazitäten des lokalen Stromversorgers Elvia. Wie dieser erklärte, werde es einige Zeit dauern, bis die Energieversorgung so weit ausgebaut wurde, dass auch eine Nammo-Werkserweiterung bedient werden könne.
First-come, First-served
Nach Angaben des Energieversorgers würden Großkunden schlicht danach bedient, dass derjenige zuerst Kapazitäten zugeteilt bekomme, der seine Anträge zuerst eingereicht hat. Eine Priorisierung nach Branche findet erst einmal nicht statt. Die dahin gehende Neutralität hätte bestenfalls bereits vor einiger Zeit von staatlicher Seite her aufgehoben werden müssen.Nammo will aber trotzdem versuchen, die Umsetzung der Erweiterungs-Pläne zügig voranzubringen. Die Nachfrage nach Artilleriegeschossen sei aktuell 15-mal höher als normal, und die europäische Munitionsindustrie muss 2 Milliarden Euro in neue Fabriken investieren, um den Bedarf der Ukraine zu decken, so Brandtzæg. Einigen Schätzungen zufolge feuert die Armee der Ukraine täglich 6000 bis 7000 Artilleriegranaten ab und steht nach mehr als einem Jahr Krieg vor einem Munitionsmangel.
Zusammenfassung
- Nammo will Produktion ausweiten, doch TikTok verhindert das.
- Vorstandsvorsitzender: "Katzenvideos stellen unser Wachstum infrage".
- Elvia beansprucht alle freien Kapazitäten für TikTok-Datenzentrum.
- Staatliche Priorisierung nötig, damit Industrie nicht zu kurz kommt.
- Ukraine benötigt täglich 6000-7000 Granaten.
- Nammo will Erweiterung trotzdem versuchen voranzubringen.
- Munitions-Nachfrage 15-mal höher als normal.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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