TikTok: Die Luft wird immer dünner, CEO wurde von US-Politik "gegrillt"

Das chinesische Social Network TikTok erfreut sich ungebrochener Beliebtheit, in der Politik weht dem von ByteDance betriebenen Dienst aber immer heftigerer Gegenwind entgegen. Gestern sagte TikTok-Chef Shou Zi Chew vor dem US-Kongress aus und es lief für ihn gar nicht gut.
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Es gibt schon lange Bedenken, wonach TikTok seine mittlerweile immense Popularität ausnützt, um massenhaft Daten abzugreifen und auch ein Spionagerisiko zu sein. Dazu kommen weitere Vorwürfe, wonach man u. a. mit immer wieder auftauchenden riskanten Challenges eine Gefahr für Kinder und Jugendliche sei.

TikTok-Chef sagte fünf Stunden aus

Dazu wurde gestern auch Shou Zi Chew befragt, der TikTok-CEO musste sich einem Ausschuss der US-Politik stellen, in dem Vertreter beider politischen Parteien saßen und ihre Skepsis gegenüber TikTok und dessen Chef nicht verbargen. Denn wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurde Chew bei seiner rund fünfstündigen Aussage regelrecht "gegrillt". Mehr Likes, Follower & Co.: TikTok ist das neue Engagement-WunderMehr Likes, Follower & Co.: TikTok ist das neue Engagement-Wunder Der TikTok-Chef bemühte sich, die Einwände und Vorwürfe zu entkräften, das gelang ihm aber kaum bzw. nicht. Chew bestritt wiederholt, dass die App Daten weitergibt oder Verbindungen zur Kommunistischen Partei hat. Er versicherte, dass man alles unternehme, um die Sicherheit der 150 Millionen US-amerikanischen Nutzer zu gewährleisten.

Er erklärte, dass man seit zwei Jahren intensiv daran arbeite, Firewall-artige Vorkehrungen zu treffen, um die Daten vor fremdem Zugriff zu schützen. Chew: "Die Quintessenz ist folgende: Amerikanische Daten, gespeichert auf amerikanischem Boden, von einem amerikanischen Unternehmen, überwacht von amerikanischem Personal."

Der Manager fand aber unter den US-Politikern nicht einen einzigen Verbündeten, schreibt Reuters. Die Kongressmitglieder warfen Chew vor, ausweichende Antworten zu geben und Bedenken zum Kinderschutz nicht ausreichend anzusprechen. "TikTok könnte so konzipiert sein, dass der Schaden für Kinder möglichst gering ist, aber es wurde beschlossen, Kinder im Namen des Profits aggressiv abhängig zu machen", sagte etwa die Demokratin Kathy Castor. Den Vorwurf des Ausweichens hat sich Chew sicherlich selbst zuzuschreiben, denn auf viele Fragen antwortete er mit Verweisen, dass die Probleme "komplex" seien.

Zusammenfassung
  • TikTok erfreut sich ungebrochener Beliebtheit, wird aber scharf kritisiert.
  • Vorwürfe, Daten abzugreifen, Spionagerisiko, riskante Challenges.
  • Chew bestritt Vorwürfe, versicherte Sicherheit der Nutzer.
  • Firewall-artige Vorkehrungen, um Daten zu schützen.
  • Kein Verbündeter unter US-Politikern, Chew wird Ausweichen vorgeworfen.
  • Kinder für Profit aggressiv abhängig gemacht.

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