Winziger Flüssigsalz-Atomreaktor soll Strom für 3 Cent pro kWh liefern
Ein Physiker-Team in den USA will eine neue Variante eines Flüssigsalz-Reaktors entwickelt haben, der günstigen Strom ohne Risiken und mit einigem Zusatznutzen verspricht. Das System passt dabei auf einen LKW und könnte flexibel eingesetzt werden.
Das Konzept für den neuen Reaktor ist an der Brigham Young University (BYU) entstanden, an der der Nukleartechnik-Experte Matthew Memmott mit seinem Team forscht. Ihr neuer Mikro-Reaktor beruht dabei auf dem Flüssigsalz-System: Der Kernbrennstoff liegt hier nicht in Form von uranhaltigen Brennstäben vor, sondern als Salz eines radioaktiven Elements. Dieses ist aufgrund der im Betrieb immer wieder neu entstehenden Wärme flüssig und sorgt so für die Erwärmung des Wassers, mit dem sich dann eine Turbine betreiben lässt.
Das hat unbestreitbare Vorteile - vor allem in der Reaktorsicherheit, wie aus einem Bericht des Lokalsenders KSL hervorgeht. Außerhalb des Primärkreislauf könnte sich nicht genug Hitze halten, sodass die Temperatur des Salzes unter die nötigen 550 Grad Celsius sinkt und es erstarrt. Das gesamte radioaktive Material würde dann in fester Form vorliegen, wodurch es sich nicht in der Umgebung verteilen kann.
Der Mikro-Reaktor, wie Memmott ihn sich vorstellt, soll um die tausend Haushalte mit Strom versorgen können. Um also eine Stadt mit Strom beliefern zu können, wäre dementsprechend eine Reihe dieser Systeme nötig. Die Entwickler rechnen hier mit vergleichsweise sehr niedrigen Gestehungskosten von 3 Cent pro Kilowattstunde - normalerweise ist Kernenergie aktuell eine der teuersten Optionen, Strom zu erzeugen. Außerdem sollen sich aus dem Salz wertvolle Spaltprodukte wie Molybdän-99 extrahieren lassen, das beispielsweise für die medizinische Bildgebung genutzt wird und sehr teuer ist.
All diese Vorzüge klingen spannend, allerdings ist auch dieser Reaktor noch weit von einer Serienreife entfernt. Auch andere Varianten von Flüssigsalz-Reaktoren werden bereits lange untersucht, sind aber bisher nie über Forschungssysteme hinaus gekommen, da es viele Probleme gibt, die noch nicht hinreichend gelöst sind. Insofern ist auch hier klar, dass diese Technologie vielleicht in einer fernen Zukunft einmal einen Betrag zur Stromversorgung leisten könnte, in den aktuell drängenden Fragen, die die Energiewende aufwirft, bieten sie aber keine Antwort an.
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Das hat unbestreitbare Vorteile - vor allem in der Reaktorsicherheit, wie aus einem Bericht des Lokalsenders KSL hervorgeht. Außerhalb des Primärkreislauf könnte sich nicht genug Hitze halten, sodass die Temperatur des Salzes unter die nötigen 550 Grad Celsius sinkt und es erstarrt. Das gesamte radioaktive Material würde dann in fester Form vorliegen, wodurch es sich nicht in der Umgebung verteilen kann.
Fortschritt wie der Mikrochip
"In den letzten 60 Jahren hatten die Menschen das Gefühl, dass Kernkraft schlecht, groß und gefährlich ist", sagte Memmott. "Diese Wahrnehmungen beruhen auf potenziellen Problemen der ersten Generation, aber der Salzschmelzenreaktor ist das Äquivalent zu einem Siliziumchip (gegenüber der früheren Elektronenröhre, d.R.). Wir können kleinere, sicherere und billigere Reaktoren haben und diese Probleme loswerden."Der Mikro-Reaktor, wie Memmott ihn sich vorstellt, soll um die tausend Haushalte mit Strom versorgen können. Um also eine Stadt mit Strom beliefern zu können, wäre dementsprechend eine Reihe dieser Systeme nötig. Die Entwickler rechnen hier mit vergleichsweise sehr niedrigen Gestehungskosten von 3 Cent pro Kilowattstunde - normalerweise ist Kernenergie aktuell eine der teuersten Optionen, Strom zu erzeugen. Außerdem sollen sich aus dem Salz wertvolle Spaltprodukte wie Molybdän-99 extrahieren lassen, das beispielsweise für die medizinische Bildgebung genutzt wird und sehr teuer ist.
All diese Vorzüge klingen spannend, allerdings ist auch dieser Reaktor noch weit von einer Serienreife entfernt. Auch andere Varianten von Flüssigsalz-Reaktoren werden bereits lange untersucht, sind aber bisher nie über Forschungssysteme hinaus gekommen, da es viele Probleme gibt, die noch nicht hinreichend gelöst sind. Insofern ist auch hier klar, dass diese Technologie vielleicht in einer fernen Zukunft einmal einen Betrag zur Stromversorgung leisten könnte, in den aktuell drängenden Fragen, die die Energiewende aufwirft, bieten sie aber keine Antwort an.
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Christian Kahle
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