Eilantrag scheitert, Russland sperrt ab sofort Zugriff auf LinkedIn

Jetzt folgen Taten: Russland hat nach der Drohung, den Zugriff auf das Karrierenetzwerk LinkedIn zu sperren, jetzt bereits gehandelt. Seit heute ist LinkedIn für Nutzer in Russland nicht mehr ohne weiteres aufrufbar. Die Sperre ist nur die Spitze des Eisbergs - die Regierung und Microsoft streiten sich noch um andere Angebote der Redmonder.
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Microsoft
Die russische Regierung hat nach ihrer in der vergangenen Woche öffentlich gemachten Datenschutz-Rüge gegen Microsoft und LinkedIn nun bereits gehandelt. Russland wirft LinkedIn vor, trotz anderweitiger Absprachen und gegen die Datenschutzgesetze des Landes Nutzerdaten an Server außerhalb von Russland zu übertragen. So hatte die zuständige russische Kommunikationsaufsicht Roskomnadzor verfügt, das Angebot zu sperren. LinkedIn hat daraufhin laut eigenen Angaben versucht, mit Roskomnadzor ins Gespräch zu kommen und eine Lösung herbeizuführen.


Eilantrag gegen Sperre scheitert

Laut der Nachrichtenagentur Interfax werfen nun beide Parteien sich gegenseitig Untätigkeit vor. Laut Roskomnadzor gäbe es keine Angebote von Seiten der Amerikaner, ihre Daten gesetzeskonform zu verarbeiten. LinkedIn spricht dagegen von Problemen, allein schon den richtigen Ansprechpartner zu erreichen. Daher hat das Unternehmen versucht mit zwei Eilanträgen vor Gericht die Sperrung zu verhindern. Beide Anträge scheiterten.

Die Sperre von LinkedIn für russische Nutzer betrifft zunächst einmal die rund fünf Millionen angemeldeten Inland-Nutzer. Dazu sind natürlich auch ihre Kontakte und Partner weltweit betroffen. LinkedIn will dementsprechend die Sperre schnellstmöglich wieder aufheben lassen damit das Netzwerk wieder funktioniert.

Mehr dazu: Russland sperrt Microsofts LinkedIn aus, weil Daten im Ausland lagern

Russland will nun laut einem Medienbericht zudem noch ein Kartellrechtsverfahren gegen die Übernahme LinkedIns durch Microsoft einleiten. Die Marktmacht der Redmonder ist der russischen Regierung schon länger ein Dorn im Auge. So hatte die Regierung vor nicht allzu langer Zeit eine Kartellklage gegen Windows 10 und den Microsoft Defender angestrengt. Es ging dabei um die Benachteiligung der Entwickler von Antiviren-Software. Microsoft soll bewusst bei der Arbeit an Windows 10 wichtige Daten zurückbehalten haben, um ihr eigenes Anti-Viren-Produkt Microsoft Defender besser aufzustellen. Auch in diesem Streit gibt es noch keine Einigung.

Siehe auch: Russland schießt auf hoher juristischer Ebene gegen Windows 10
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