AMD zieht bei Preisen nach:
Radeon-Grafikkarten werden teurer

Bisher hielt AMD die Preise für Grafikchips noch stabil, doch nun folgt der Konzern dem Rivalen Nvidia. Durch den aktuellen KI-Boom klettern die Kosten für Speicher-Kits ab August spürbar. Günstige Hardware rückt für PC-Nutzer gefühlt täglich in weite Ferne.
Amd, Gpu, Grafikkarten, Radeon, RX 9070 XT
AMD

Preisanstieg bei Hardware-Komponenten

Der Chipentwickler AMD soll demnächst die Preise für seine GPU- und Speicher-Kits um mindestens zehn Prozent erhöhen. Betroffen sind die Pakete aus Grafikprozessor und VRAM, die direkt an die Fertigungspartner geliefert werden. Der VRAM, also der dedizierte Videospeicher, ist essenziell für die komplexe Bildberechnung.

Der Hersteller reagiert mit dem (bislang offiziell noch unbestätigten) Schritt auf die allgemeine Marktsituation. Die hohe Nachfrage nach Rechenleistung für Künstliche Intelligenz verknappt weltweit die Verfügbarkeit von leistungsstarken Speichermodulen. Das führt branchenübergreifend zu steigenden Produktionskosten in der Industrie. Diese Mehrkosten werden nun offenbar schrittweise an die Partnerunternehmen weitergegeben, die für die finale Montage zuständig sind.


Wettbewerb bestimmt den Takt

Wie PC Gamer berichtet, hat das Unternehmen die Entscheidung zur Preiserhöhung bewusst über einen längeren Zeitraum verzögert. AMD wollte demnach abwarten, bis der direkte Konkurrent Nvidia den ersten Schritt macht. So sollte ein Verlust von Marktanteilen im sensiblen Endkundenmarkt von vornherein vermieden werden.

Nachdem Nvidia kürzlich die Preise für seine eigenen Komponenten um bis zu 30 Prozent angehoben haben soll, zieht AMD nun nach. Für die Hersteller der finalen Grafikkarten, sogenannte AIB-Partner, bedeutet das einen höheren finanziellen Druck bei der Produktion. Da deren Gewinnmargen ohnehin sehr knapp bemessen sind, ist eine Weitergabe der zusätzlichen Kosten an die Käufer mehr als wahrscheinlich.


Folgen für den Grafikkarten-Markt

Ein Anstieg der internen Kit-Preise um zehn Prozent bedeutet nicht zwingend, dass die fertigen Grafikkarten im Handel im exakt gleichen Maß teurer werden. Das Kit macht nur einen Teil der Gesamtkosten aus, da auch aufwendige Kühlsysteme, Platinen und die Logistik in die Kalkulation eingerechnet werden müssen.

Für Verbraucher bedeutet das aber dennoch, dass günstige Hardware in absehbarer Zeit sehr unwahrscheinlich bleibt. Bestehende Lagerbestände bei den Händlern werden vorerst jedoch noch zu den alten Preisen abverkauft. Wer aktuell auf der Suche nach neuen Komponenten ist, kann von diesen Restbeständen noch profitieren, bevor die Erhöhungen durchschlagen.

Experten und auch die Hardware-Hersteller selbst gehen davon aus, dass sich die angespannte Lage auf dem Speichermarkt vorerst nicht bessern wird. Prognosen deuten darauf hin, dass die bestehenden Lieferengpässe bei Speicherchips noch bis in das Jahr 2028 andauern könnten, da der Bedarf durch den Ausbau von großen Rechenzentren weiterhin kontinuierlich wächst.

Wie bewertet ihr die Preispolitik der großen Chipentwickler? Plant ihr derzeit einen Hardware-Kauf oder wartet ihr lieber ab? Teilt eure Gedanken dazu gerne mit uns in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • AMD erhöht die Preise für Grafikprozessor- und Speicher-Kits um zehn Prozent
  • Grund dafür ist die weltweit extrem hohe Nachfrage nach KI-Speicherchips
  • Der Hersteller wartete mit der Erhöhung auf den Konkurrenten Nvidia
  • Nvidia hatte zuvor seine Komponentenpreise um bis zu 30 Prozent erhöht
  • Partnerunternehmen dürften die Mehrkosten bald an Kunden weitergeben
  • Die angespannte Lage bei Speicherchips könnte noch bis 2028 andauern

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
AMDs Aktienkurs
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!