KI-Betrug in Mexiko: 58.000 Studenten müssen Uniprüfung wiederholen
Eine Software sollte die Online-Aufnahmeprüfung einer mexikanischen Universität durch künstliche Intelligenz komplett betrugssicher machen. Doch tausende Studenten tricksten das teure System aus und erzwangen nun einen gewaltigen Wiederholungstest.
Zwischen 2021 und 2025 erreichten durchschnittlich nur 3,5 Prozent der Teilnehmer mehr als 100 Punkte. Im aktuellen Jahr stieg der Anteil sprunghaft auf 16,3 Prozent. Die Prüflinge nutzten offenbar versteckte Kopfhörer, außerhalb des Kamerabereichs platzierte Bildschirme mit Textgeneratoren wie ChatGPT oder klassische Spickzettel. Auch Identitätsdiebstahl kam vor. Die Universität annullierte daraufhin zunächst rund 3000 Tests, doch das wahre Ausmaß war weitaus größer.
Das System sollte bei Auffälligkeiten wie der Anwesenheit dritter Personen im Raum, der Nutzung elektronischer Geräte wie Smartphones, der Verwendung von Kopfhörern während des Tests oder einer ungerechtfertigten Abwesenheit der Person vor der Kamera sofort Alarm schlagen. Ein menschlicher Aufseher betreute jeweils 150 Bewerber und sollte bei Warnungen eingreifen. Doch offenbar kauften Teilnehmer für etwa 130 Euro u. a. spezielle Programme, um die Überwachung gezielt zu manipulieren.
Wie so oft zeigte sich hier, dass gut gemeint das Gegenteil von gut sein kann: Der Wechsel zu Online-Tests sollte nämlich Bewerbern aus ländlichen Regionen die weite Anreise ersparen und den Zugang zur Bildung erleichtern. Das Ganze ist nun aber vielmehr der Beweis, dass automatisierte Überwachungssysteme noch gewaltige Schwächen haben - auch zum Leidwesen ehrlicher Studenten.
Habt ihr schon einmal eine Prüfung mit KI-Überwachung absolviert? Glaubt ihr, dass solche Systeme sicher gemacht werden können, oder ist der Präsenztest unersetzlich? Diskutiert mit uns!
Siehe auch:
KI-Kontrolle versagt in Mexiko
Ende Mai 2026 hielt die Nationale Autonome Universität von Mexiko (Universidad Nacional Autónoma de México, kurz UNAM) ihre Aufnahmeprüfung erstmals komplett online ab. Fast 160.000 Bewerber nahmen an dem Test teil, der durch eine Software mit künstlicher Intelligenz "abgesichert" war. Doch wegen ungewöhnlich vieler perfekter Ergebnisse steht nun der Verdacht im Raum, dass Zehntausende Teilnehmer betrogen haben. Der Vorfall zwingt die Hochschule zu entsprechend harten Konsequenzen.Zwischen 2021 und 2025 erreichten durchschnittlich nur 3,5 Prozent der Teilnehmer mehr als 100 Punkte. Im aktuellen Jahr stieg der Anteil sprunghaft auf 16,3 Prozent. Die Prüflinge nutzten offenbar versteckte Kopfhörer, außerhalb des Kamerabereichs platzierte Bildschirme mit Textgeneratoren wie ChatGPT oder klassische Spickzettel. Auch Identitätsdiebstahl kam vor. Die Universität annullierte daraufhin zunächst rund 3000 Tests, doch das wahre Ausmaß war weitaus größer.
Sicherheitsmaßnahmen umgangen
Wie die Tageszeitung El País berichtet, investierte die Hochschule viel Geld in das System des Anbieters Territorium Life. Ein spezieller Browser sollte das Kopieren von Inhalten, das Anfertigen von Bildschirmfotos oder das Öffnen anderer Programme verhindern. Zusätzlich analysierte eine künstliche Intelligenz das Verhalten der Nutzer über die Webcam und das Mikrofon kontinuierlich auf Unregelmäßigkeiten.Das System sollte bei Auffälligkeiten wie der Anwesenheit dritter Personen im Raum, der Nutzung elektronischer Geräte wie Smartphones, der Verwendung von Kopfhörern während des Tests oder einer ungerechtfertigten Abwesenheit der Person vor der Kamera sofort Alarm schlagen. Ein menschlicher Aufseher betreute jeweils 150 Bewerber und sollte bei Warnungen eingreifen. Doch offenbar kauften Teilnehmer für etwa 130 Euro u. a. spezielle Programme, um die Überwachung gezielt zu manipulieren.
Präsenztest als Konsequenz
Eine Expertenkommission untersuchte den Vorfall und empfahl harte und weitreichende Maßnahmen. Um die Chancengleichheit zu wahren, müssen nun rund 58.000 Bewerber die Prüfung unter strenger Aufsicht in Präsenz wiederholen. Das betrifft alle Personen, die aufgrund der aktuellen oder vergangenen Mindestpunktzahlen zugelassen worden wären. Der genaue Termin steht noch aus, obwohl das Semester bald beginnt.Wie so oft zeigte sich hier, dass gut gemeint das Gegenteil von gut sein kann: Der Wechsel zu Online-Tests sollte nämlich Bewerbern aus ländlichen Regionen die weite Anreise ersparen und den Zugang zur Bildung erleichtern. Das Ganze ist nun aber vielmehr der Beweis, dass automatisierte Überwachungssysteme noch gewaltige Schwächen haben - auch zum Leidwesen ehrlicher Studenten.
Habt ihr schon einmal eine Prüfung mit KI-Überwachung absolviert? Glaubt ihr, dass solche Systeme sicher gemacht werden können, oder ist der Präsenztest unersetzlich? Diskutiert mit uns!
Zusammenfassung
- Die mexikanische Universität UNAM hielt ihre Aufnahmeprüfung online ab
- Eine KI-Software sollte eigentlich Betrugsversuche beim Test verhindern
- Wegen massiver Manipulationsfälle gab es ungewöhnlich viele Bestnoten
- Die Bewerber nutzten unerlaubte Hilfsmittel wie ChatGPT und Kopfhörer
- Spezielle Umgehungsprogramme setzten die KI-Überwachung außer Kraft
- Rund 58.000 Bewerber müssen den Aufnahmetest nun in Präsenz wiederholen
Siehe auch:
- Silicon Valley in Höchstform: KI-Firma bietet Jobinterview gegen Tattoo
- Nutzer drehten völlig frei: Google-Earth-KI-Update schnell entfernt
- Fake News und Manipulation: KI-Bilder in Google Earth sorgen für Kritik
- Apple: Unbegrenzte KI-Nutzung für iPhone-Besitzer wohl nur mit Abo
- Amazon verballert per KI 1,8 Millionen Dollar für banale Coding-Aufgabe
Thema:
Neueste Downloads
Neue Nachrichten
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen