In Oberbayern will man die DHL-Paketdrohne lieber nicht sehen
Ausgerechnet Reit im Winkl hat sich der Logistiker DHL ausgesucht, um die Praxistests seiner neuen Paket-Drohnen weiterzuführen. In dem Ort in Oberbayern regt sich nun Widerstand gegen das Projekt. Die moderne Technik verträgt sich offenbar nicht mit den Vorstellungen der Bevölkerung zum Image ihres Ortes.
Denn ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor im Ort ist der Tourismus. Den Besuchern will man vor allem eine beschauliche Berglandschaft bieten. Doch nun soll die Packstation mit Drohnenbetrieb ausgerechnet auf eine landwirtschaftlich genutzte Fläche gestellt werden, die sich gegenüber der Touristen-Information befindet. Sie stünde damit voll im Blickfeld all jener, die von dort aus zum Winterwanderweg und zu den Skigebieten aufbrechen.
Wie das Traunsteiner Tagblatt berichtet, halten viele im Ort ausgerechnet diesen Platz für viel zu wertvoll für den Tourismus, als dass er für ein nichttouristisches Forschungsvorhaben genutzt werden dürfte. In einem gemeinsamen Schreiben ans Rathaus wird gefordert, die wirtschaftlichen Gesichtspunkte der beiden Seiten unbedingt gegeneinander abzuwägen.
Die DHL arbeitet schon seit einiger Zeit an der Zustellung von Sendungen mit autonom operierenden Drohnen. In einem ersten Testlauf wurde die Insel Juist angeflogen. Dies ermöglichte es, auch Expresszustellungen - insbesondere von zeitkritischen Gütern wie Medikamenten - anzubieten, während man bisher darauf angewiesen ist, den Fährverkehr zu nutzen. Die Erfahrungen mit dem Projekt sollen nun genutzt werden, um Versuche in weiteren Regionen durchzuführen, die zeitweise nicht besonders gut zu erreichen sind - wie eben Reit im Winkl in manchen Winterwochen.
Wie das Traunsteiner Tagblatt berichtet, halten viele im Ort ausgerechnet diesen Platz für viel zu wertvoll für den Tourismus, als dass er für ein nichttouristisches Forschungsvorhaben genutzt werden dürfte. In einem gemeinsamen Schreiben ans Rathaus wird gefordert, die wirtschaftlichen Gesichtspunkte der beiden Seiten unbedingt gegeneinander abzuwägen.
Angst vor gestörten Winterbesuchern
Unterzeichnet ist der Brief gleich von mehreren Betreibern von Beherbergungsbetrieben des Ortes. Diese befürchten offenbar, dass mit der Zeit Gäste ausbleiben, wenn der ungetrübte Blick auf die Berglandschaft von der leuchtend gelben Packstation getrübt wird und auch noch regelmäßig eine Drohne zu dieser fliegt, um ihre Fracht abzuladen.Die DHL arbeitet schon seit einiger Zeit an der Zustellung von Sendungen mit autonom operierenden Drohnen. In einem ersten Testlauf wurde die Insel Juist angeflogen. Dies ermöglichte es, auch Expresszustellungen - insbesondere von zeitkritischen Gütern wie Medikamenten - anzubieten, während man bisher darauf angewiesen ist, den Fährverkehr zu nutzen. Die Erfahrungen mit dem Projekt sollen nun genutzt werden, um Versuche in weiteren Regionen durchzuführen, die zeitweise nicht besonders gut zu erreichen sind - wie eben Reit im Winkl in manchen Winterwochen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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