Sigma FP2: Vollformat-Systemkamera in winzigem Format runderneuert

Die Sigma FP2 bleibt dem Konzept eines besonders kompakten, modular erweiterbaren Vollformatgehäuses treu, wurde technisch aber umfassend überarbeitet. Ein schnellerer Sensor, ein größerer Pufferspeicher, ein kippbares Display und deutlich umfangreichere Videofunktionen beheben mehrere Schwächen des Vorgängers, wie sich im Test durch die Kollegen von ValueTech TV zeigt. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 2199 Euro richtet sich die Kamera vor allem an Filmschaffende und Nutzer individueller Kameraaufbauten. Fotografen müssen dagegen weiterhin Kompromisse bei Ausstattung und Ergonomie eingehen.

Mit 460 Gramm ist die FP2 für eine Vollformatkamera ausgesprochen leicht. Seitliche Befestigungspunkte mit Stativgewinden ermöglichen die Integration in individuelle Setups, etwa für Gimbals oder Studioinstallationen. Ein elektronischer Sucher und ein Blitzschuh gehören allerdings nicht zur Grundausstattung und müssen bei Bedarf über Zusatzmodule ergänzt werden. Das neue Suchermodul bietet eine höhere Auflösung und einen Augensensor. Eine weitere praktische Verbesserung ist das kippbare Display, das bei der ersten FP noch fest verbaut war. Über einen Umschalter lassen sich Foto- und Videomodus samt zugehörigen Menüs weiterhin direkt voneinander trennen.
Sigma FP2 Sigma FP2 Sigma FP2
Bei den Anschlüssen bietet die FP2 HDMI in voller Größe, einen analogen Mikrofoneingang und zwei USB-C-Ports. Einer davon unterstützt Datenraten von bis zu 10 Gbit/s und ermöglicht unter anderem die Verbindung mit externen SSDs. Auch USB-Audiogeräte wie Mikrofone, Funkempfänger und Kopfhörer werden unterstützt. Selbst ein Gaming-Headset mit USB-Funkdongle funktionierte im Test. Die Kamera lässt sich außerdem als Webcam nutzen. Der Akku basiert auf einem auch von Panasonic-Lumix-Modellen bekannten Format, was die Nutzung vorhandener Energiespeicher erleichtern kann.

Der Vollformatsensor liefert weiterhin 24 Megapixel, liest die Daten dank seiner teilweise gestapelten Bauweise aber deutlich schneller aus. Das verbessert sowohl die Fotografie als auch die Videoaufnahme. Eine mechanische Verschlusslösung und eine Sensorstabilisierung fehlen weiterhin. Bei Serienbildern erreicht die Kamera bis zu 20 Bilder pro Sekunde. Der deutlich vergrößerte Pufferspeicher fasst weit über 100 DNG-Rohdatenbilder, bevor das Aufnahmetempo durch den SD-Karten-Controller begrenzt wird. Zusätzlich stehen 70 GB interner Speicher zur Verfügung. Der Autofokus erkennt neben Menschen, Hunden und Katzen nun auch Vögel.

Stark bei Videos

Ihre größten Stärken zeigt die FP2 bei Videos. Sie nimmt 6K Open Gate mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde im 3:2-Format sowie 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde auf. Auch RAW-Video wird unterstützt. Das Open-Gate-Format erleichtert es, aus einer Aufnahme verschiedene Seitenverhältnisse für klassische Videos, Hochkantclips und quadratische Formate zu erstellen.

Gespeicherte Gyroskopdaten ermöglichen zudem eine nachträgliche Stabilisierung per Software. Dadurch lässt sich der Grad der Stabilisierung bei der Bearbeitung festlegen, allerdings auf Kosten eines möglichen Bildbeschnitts. Kleinere Unstimmigkeiten in der Firmware trüben den Eindruck: Beim Wechsel von 4K mit 50 Bildern pro Sekunde auf 6K stellte die Kamera im Test beispielsweise 30 statt 25 Bilder pro Sekunde ein. 8K und 6K mit 60 Bildern pro Sekunde werden nicht angeboten.

Für 2.199 Euro bietet die Sigma FP2 damit ein vielseitiges Paket für kompakte Videoaufbauten, Gimbals und stationäre Installationen. Fotografen sollten dagegen die fehlende Sensorstabilisierung, den nicht integrierten Sucher und den begrenzten Griffraum berücksichtigen. Vor allem mit größeren Objektiven leidet die Handhabung. Wer Sucher und Blitzschuh benötigt, muss zudem weitere Kosten einplanen. Die FP2 ist somit keine universelle Allroundkamera, sondern eine technisch deutlich gereifte Spezialistin.

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