Linux 7.4-rc1 ist da: Größtes Merge-Fenster jemals - Torvalds zufrieden

Der erste Release Candidate für den kommenden Linux-Kernel 7.4 ist da und stellt bereits jetzt einen Rekord auf. Mit fast 20.000 Commits ist es das größte Merge-Fenster in der Geschichte des Open-Source-Betriebssystems. Torvalds zeigt sich zufrieden.
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  • Linus Torvalds hat den ersten Release Candidate für Linux 7.4 freigegeben
  • Fast 20.000 Commits markieren das größte Merge-Fenster aller Zeiten
  • Der gesamte Quellcode wächst damit auf 42 Millionen Zeilen an
  • Künstliche Intelligenz sorgt für zahlreiche Fehlerberichte sowie neue Patches
  • Torvalds ist zufrieden mit der aktuellen Entwicklung im Hinblick auf KI
  • Die Veröffentlichung der finalen Version ist für den 20. Dezember 2026 geplant

Linux 7.4-rc1 bricht Rekorde

Nach der Freigabe von Linux 7.3 am 18. Oktober und Aufruhr aufgrund versehentlich öffentlich gemachter Kernel-Schwachstellen hat Linus Torvalds am gestrigen Sonntagabend den ersten Release Candidate für den Linux-Kernel 7.4 veröffentlicht. Damit schließt sich das mit Abstand größte Merge-Fenster in der Geschichte des Open-Source-Projekts. Die Entwickler reichten fast 20.000 Commits ein.

Frühere Merge-Fenster verzeichneten durchschnittlich 13.000 bis 14.000 Commits. Der Vorgänger Linux 7.3 benötigte für die gleiche Menge noch seinen gesamten Entwicklungszyklus. Der Quellcode wächst damit auf fast 42 Millionen Zeilen an, wovon in der aktuellen Phase knapp eine halbe Million Codezeilen neu hinzukamen.


KI und AMD treiben Wachstum

Wie Phoronix berichtet, gibt es für das massive Wachstum mehrere Gründe. Ein wesentlicher Treiber ist die zunehmende Nutzung von künstlicher Intelligenz, die massenhaft Fehlerberichte und entsprechende Patches generiert. Torvalds begrüßt es allerdings ausdrücklich, dass die KI-Korrekturen nun direkt im Merge-Fenster landen und nicht erst in der späteren Stabilisierungsphase. Linux 7.4-rc1: Rekord bei CommitsDas aktuelle Merge-Fenster ist mit Abstand das größte jemals Laut Torvalds könnte ein kleiner Teil des enormen Umfangs auch daher rühren, dass Linux 7.4 als nächste Long-Term-Support-Version (LTS) erwartet wird. Zudem macht allein ein neuer Register-Dump mit Offsets und Bitmasken für AMD-Grafikkarten ein Drittel des gesamten Patches aus. Insgesamt ist der Linux-Vater aber zufrieden:

Das ist ein *GROßES* Merge-Fenster. Ich denke, der Grund dafür liegt mittlerweile auf der Hand, aber ich sehe das tatsächlich als gutes Zeichen: Ich bin *viel* zufriedener damit, dass die Flut an durch die KI ausgelösten Änderungen ins Merge-Fenster fließt, statt hauptsächlich als zusätzliche Korrekturen während der -rc-Phase aufzutauchen. Ich hoffe also, dass dieses überdurchschnittlich große Merge-Fenster ein Zeichen dafür ist, dass die KI-Korrekturen zunehmend Teil der "normalen Entwicklung" werden und nicht mehr nur eine Flut von Korrekturen sind, die in die gesamte Stabilisierungsphase einfließen. Ich halte das für ein viel gesünderes Modell. Aber wir werden sehen, wie die -rc-Versionen aussehen. [...]
Linus Torvalds

Das steckt im neuen Kernel

Abseits der Statistiken bringt der Kernel zahlreiche technische Neuerungen. Das Update schließt die Vorbereitungen für AMDs kommende Ryzen-Zen-6-Prozessoren ab und bringt Unterstützung für Intels IPU8 in kommenden Nova-Lake-Laptops sowie für Googles Tensor-G5-SoC und das Pixel 10. Auch eine grundlegende Unterstützung für Apples M4-Chip ist integriert, allerdings noch nicht für Endnutzer bereit. Besitzer von Radeon-Grafikkarten profitieren künftig davon, dass HDMI 2.1 im AMDGPU-Treiber standardmäßig aktiviert ist. Zudem soll die neue AMD-PerfOpt-Funktion für integrierte Radeon-Grafikeinheiten die Leistung bei KI-Anwendungen verbessern.

Der Zeitplan für die finale Veröffentlichung bleibt stabil. Sofern in den kommenden Wochen keine unerwarteten Probleme auftreten, soll die fertige Version von Linux 7.4 voraussichtlich am 20. Dezember erscheinen.

Was haltet ihr von der zunehmenden Integration von KI-generiertem Code in große Open-Source-Projekte? Teilt eure Meinung und diskutiert mit uns in den Kommentaren!

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Felix Krauth

Redakteur für Windows & Hardware

War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.

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