Singcore S1 Pro: KI-gestütztes Karaoke-System ist noch nicht ausgereift

Bei der Singcore S1 Pro handelt es sich um ein KI-Karaoke-System, das klassische Karaoke-Funktionen mit Künstlicher Intelligenz kombiniert. Ähnlich wie bei Suno können mit wenigen Handgriffen eigene KI-Songs erstellt und anschließend ins Mikrofon geträllert werden. Dafür bringt die Karaoke-Maschine einen 10,1-Zoll-Touchscreen, zwei kabellose Mikrofone, einen leistungsstarken Lautsprecher und sogar eine integrierte Kamera mit.

Anmerkung: Diesem Test liegt eine sehr frühe Version der S1 Pro zugrunde. Da die Kickstarter-Kampagne erst anläuft, sind Verbesserungen im Bereich der Soft- und Hardware nicht auszuschließen. Dieser Testbericht dokumentiert die Ist-Situation und lässt nur bedingt Rückschlüsse auf die finale Version zu.

Eine Besonderheit der Singcore S1 Pro ist das vollwertige Android-Betriebssystem mit Google-Play-Store. Dadurch lassen sich nicht nur Karaoke-Apps wie KaraFun installieren, sondern auch Anwendungen wie Netflix und YouTube nutzen. Auf dem Testgerät läuft Android 16 mit einem Build aus dem Jahr 2025. Auffällig ist außerdem, dass der Sicherheitspatch bereits aus dem September 2025 stammt. Laut Singcore soll die Karaoke-Maschine zukünftig Firmware-Updates erhalten.
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Im Inneren steckt ein Rockchip RK3576. Der Achtkernprozessor erzielt in Geekbench 7 375 Punkte im Single-Core-Test und 1.503 Punkte im Multi-Core-Test. Damit liegt die Karaoke-Maschine hinsichtlich ihrer CPU-Leistung ungefähr auf Augenhöhe mit einem Google Pixel 3a, einem Smartphone aus dem Jahr 2019. Die S1 Pro ist allerdings kein Hochleistungs-Gaming-System, sondern hardwaremäßig vor allem als Multimedia-Gerät ausgelegt. Im Alltag fällt die Bedienung erfreulich flüssig aus.

Die Singcore S1 Pro will eine Allzweckwaffe sein: ein Android-Tablet, ein Lautsprecher, eine Kamera und ein Aufnahmestudio. Mit an Bord ist auch eine NPU mit einer beworbenen Rechenleistung von bis zu 6 TOPS. Diese soll unter anderem das Entfernen von Gesangsspuren in Echtzeit ermöglichen, wodurch sich viele gewöhnliche Songs in Karaoke-Tracks verwandeln lassen. Die vollständige KI-gestützte Erstellung von Songs und Videos erfolgt hingegen über die Cloud und benötigt deshalb eine Internetverbindung.

Kein schnelles Update

Karaoke ist für viele Menschen eine Kindheitserinnerung: In der Umgebung unseres Kollegen Timm Mohn gab es auf Volksfesten regelmäßig Zelte, in denen Karaoke gesungen wurde. Noch heute zaubert ihm die Erinnerung daran ein Lächeln ins Gesicht. Ähnlich nostalgische Erinnerungen dürften auch viele andere Menschen mit Karaoke verbinden. Kulturelle Angebote müssen allerdings mit der Zeit gehen, und so ist es durchaus denkbar, dass Geräte wie die Singcore S1 Pro zukünftig in solchen Zelten Verwendung finden. Dann eben nicht mehr mit Aquas "Barbie Girl", sondern mit einer KI-generierten Fortsetzung von "Bauch Beine Po".

In den letzten Wochen hat sich gezeigt, dass die Software noch einige Schwächen aufweist. So werden die Liedtexte in erstellten Musikvideos teilweise erst mit Verzögerung angezeigt. Eine SingStar-ähnliche Karaoke-Darstellung mit synchron hervorgehobenen Textzeilen fehlt bislang ebenfalls. Auch die KI-Songgenerierung funktioniert nicht immer zuverlässig: Insbesondere bei englischsprachigen Liedern kam es im Test zu fehlerhaften Ergebnissen. Ärgerlich ist dabei, dass auch für misslungene Generierungsversuche Credits verbraucht werden. Hier besteht bis zur Markteinführung noch Verbesserungsbedarf.

Auf Nachfrage erklärte Singcore, dass kurzfristig nicht mit einem Softwareupdate zu rechnen sei. Das Produktteam werde die Rückmeldungen sorgfältig auswerten und die technische Machbarkeit der vorgeschlagenen Verbesserungen prüfen. Dabei sei nicht auszuschließen, dass einige Kritikpunkte auch mit dem nächsten Update noch nicht behoben werden können. Gleichzeitig betont der Hersteller in einem Statement vom 2. November, die Software und das Nutzererlebnis kontinuierlich verbessern zu wollen.

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In den Kommentaren zu den ersten Videos finden sich Stimmen, die den Preis für die Karaoke-Maschine als zu hoch empfinden. Der kostengünstige Gegenvorschlag: eine JBL-Box und die kostenlose App SongHub. Mehr würde es nicht brauchen. Allerdings fehlen bei dieser Kombination eigenständige Mikrofone und unkomplizierte Aufnahmemöglichkeiten. Genau hier setzt das All-in-One-Konzept der S1 Pro an. Songs erstellen, gemeinsam singen, Videos aufnehmen, bearbeiten und anschließend teilen: All das soll auf einem einzigen Gerät möglich sein. Das Konzept geht durchaus auf und eröffnet kreative Möglichkeiten, die über klassisches Karaoke hinausgehen. Die Software kann allerdings noch nicht in allen Bereichen mit den Ambitionen des Herstellers mithalten.

Die Singcore S1 Pro soll nach der Kickstarter-Kampagne laut Hersteller regulär 1399 Dollar (etwa 1245 Euro) kosten. Die Finanzierungskampagne startet am morgigen 3. November. Zunächst ist ein Super-Early-Bird-Preis von 799 Dollar (etwa 711 Euro) vorgesehen. Wer sich noch bis einschließlich 2. November 2026 für 9,90 Dollar (etwa 9 Euro) einen zusätzlichen Rabatt von 100 Dollar (etwa 89 Euro) sichert, kann den Gerätepreis unter bestimmten Voraussetzungen auf effektiv 699 Dollar (rund 622 Euro) reduzieren. Bei einem Wechselkurs von 0,89 Euro pro Dollar (Stand: 28.10.2026) entspricht dies rund 622 Euro, zuzüglich der Reservierungsgebühr sowie gegebenenfalls weiterer Kosten.

Rabatte locken

Der zusätzliche Rabatt wird allerdings nicht unmittelbar beim Kickstarter-Bezahlvorgang abgezogen. Stattdessen muss die Karaoke-Maschine zunächst zum Super-Early-Bird-Preis über Kickstarter unterstützt werden. Anschließend müssen bis zum Ende der Kampagne am 3. Dezember 2026 die Reservierungsnummer und die Kickstarter-Unterstützernummer an Singcore übermittelt werden. Die Rückerstattung der 100 Dollar (etwa 89 Euro) soll zwischen dem 8. und 16. Dezember 2026 erfolgen. Weitere Informationen zu den Bedingungen gibt es auf der offiziellen Singcore-Seite. Hinzu kommen mögliche Folgekosten für die KI-Funktionen. Für die erfolgreiche Registrierung in der Singcore-App erhält man zunächst 800 Credits. Anschließend können weitere Credits gekauft oder monatliche Abonnements abgeschlossen werden. Ein einmaliges Paket mit 2000 Credits kostet 14,90 Dollar (etwa 13 Euro). Die monatlichen Abonnements beginnen bei 49,90 Dollar (etwa 44 Euro). Der umfangreichste Creator-Pro-Tarif bietet 8000 Credits im Monat und kostet 128,90 Dollar (etwa 115 Euro).

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