500 Milliarden futsch: Google erlebt größten Crash der Firmengeschichte

Nach der Präsentation der aktuellen Quartalszahlen erlebte die Google-Mutter Alphabet am Donnerstag den größten Börsencrash ihrer Unternehmensgeschichte. Innerhalb weniger Stunden verlor der Konzern rund eine halbe Billion Dollar an Wert.
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WinFuture/Symbolbild
  • Alphabets Aktienkurs brach nach Vorlage der Quartalszahlen um 13,5 Prozent ein
  • Der Börsenwert der Google-Muttergesellschaft sank um über 500 Milliarden Dollar
  • Trotz Umsatzwachstum im Cloud-Bereich fiel der freie Cashflow tief ins Minus
  • Enorme Ausgaben für die KI-Infrastruktur führten zu hohen neuen Schulden
  • Eine milliardenschwere Abschreibung auf SpaceX belastete das Konzernergebnis
  • Werbeeinnahmen im Suchmaschinengeschäft verfehlten die Prognosen der Analysten

Historischer Absturz an der Börse

Die großen IT-Konzerne verkünden gerade ihre Quartalszahlen. Während die Anleger positiv auf den Bericht von Microsoft reagierten, stürzten die Kurse bei anderen Firmen wie Intel ab. Vor allem den Aktienkurs der Google-Muttergesellschaft Alphabet traf es hart. So brach das Wertpapier am Donnerstag um bis zu 13,5 Prozent ein. Das entspricht einem Verlust der Marktkapitalisierung von über 500 Milliarden Dollar (etwa 450 Milliarden Euro).

Für das Unternehmen markiert das den größten einzelnen Kursrutsch der Firmengeschichte. Der Rückgang übertrifft sogar die massiven Einbrüche zu Beginn der Covid-19-Pandemie im März 2020 und während der Finanzkrise im September 2008.


Auslöser für den Wertverlust waren die am Mittwochabend veröffentlichten Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026. Obwohl der Konzernumsatz im Jahresvergleich um ein Viertel stieg und das Cloud-Geschäft den Umsatz auf 30,71 Milliarden Dollar (etwa 28 Milliarden Euro) verdoppelte, reagierten die Anleger besorgt. Der freie Cashflow fiel mit -9,1 Milliarden Dollar (etwa -8 Milliarden Euro) tief in den roten Bereich. Analysten hatten zuvor lediglich mit -2,7 Milliarden Dollar (etwa -2 Milliarden Euro) gerechnet.

Milliardenschwere KI-Ausgaben

Der Hauptgrund für die unerwartet negative Bilanz sind laut Business Insider die enormen Ausgaben für die KI-Infrastruktur. Alphabet investierte im abgelaufenen Quartal 51,3 Milliarden Dollar (etwa 46 Milliarden Euro) in Anlagegüter. Um diese Kosten zu decken, nahm das Unternehmen im gleichen Zeitraum 29 Milliarden Dollar (etwa 26 Milliarden Euro) an neuen Schulden auf und verkaufte Aktien im Wert von netto 12,4 Milliarden Dollar (etwa 11 Milliarden Euro).


Die Zinslasten stiegen parallel dazu. Zahlte Alphabet im Vorjahresquartal noch 143 Millionen Dollar (etwa 128 Millionen Euro) Zinsen, hat sich der Betrag nun fast versiebenfacht. Zudem belastete eine Abschreibung auf die SpaceX-Beteiligung über 8,7 Milliarden Dollar (etwa 8 Milliarden Euro) das Ergebnis.

Interessant: Trotz allem hält weiterhin Nvidia den absoluten Negativrekord. Der Hardware-Hersteller verlor am 27. Januar 2025 aus Sorge der Anleger vor dem chinesischen Konkurrenten DeepSeek an einem Tag fast 600 Milliarden Dollar (etwa 538 Milliarden Euro) an Wert.

Schwaches Suchmaschinen-Geschäft

Ein weiteres Problemfeld ist das Suchmaschinengeschäft. Der Umsatz mit Suchmaschinenwerbung lag bei 63,35 Milliarden Dollar (etwa 57 Milliarden Euro), verfehlte jedoch die Erwartungen der Analysten und blieb im Vergleich zum Vorquartal nahezu unverändert. Philipp Schindler, Chief Business Officer bei Google, erklärte, dass die Monetarisierung im AI Mode momentan noch geringer ausfalle. Um dem entgegenzuwirken, weitet das Unternehmen Werbeanzeigen in den KI-Übersichten mittlerweile international aus.

Ob sich Alphabets Investitionen in KI bald auszahlen, bleibt abzuwarten. Für 2027 rechnet das Management mit Kapitalausgaben von weiteren rund 300 Milliarden Dollar (etwa 269 Milliarden Euro).

Was meint ihr zu den gigantischen Ausgaben für Künstliche Intelligenz? Werden Firmen wie Google ihre Investitionen jemals wieder hereinholen? Teilt eure Gedanken und Perspektiven gerne mit uns in den Kommentaren!

Siehe auch:
Felix Krauth

Redakteur für Windows & Hardware

War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.

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