Schwache KI-Strategie: Sascha Lobo warnt vor Jobverlust im Inland

Der Digitalexperte Sascha Lobo befürchtet für Deutschland einen wachsenden Rückstand bei der künstlichen Intelligenz. Als Hauptgründe nennt er in einem aktuellen Podcast mangelnde Investitionen und zu viel Bürokratie.
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  • Sascha Lobo befürchtet einen deutschen Rückstand bei künstlicher Intelligenz
  • Bei einer verfehlten Transformation drohe sehr hohe Arbeitslosigkeit im Land
  • Trotz weltweiter Spitzenforschung fehle es an wirtschaftlicher Verwertung
  • Anleger investieren Kapital lieber in Immobilien statt in Zukunftstechnik
  • Strenge Datenschutzvorgaben und Überregulierung bremsen junge Firmen stark
  • Im Bildungssektor hinke Deutschland etwa im Vergleich zu China hinterher

Düstere Prognose für den Arbeitsmarkt

Sascha Lobo warnt davor, dass Deutschland bei künstlicher Intelligenz den Anschluss verlieren könnte. Im Gespräch mit dem Journalisten Paul Ronzheimer diskutierte der 51-Jährige auch die wachsende Macht amerikanischer Technologiekonzerne und mögliche wirtschaftliche Interessen hinter den Warnungen von KI-Pionieren wie Bill Gates.

Lobo hält eine Arbeitslosenquote von bis zu 30 Prozent für möglich, sollte die technologische Transformation scheitern. Das Risiko steige, je weniger KI hierzulande sinnvoll eingesetzt werde. Eine flächendeckende Entlassungswelle erwartet er jedoch nicht. Vielmehr dürften gut bezahlte Arbeitsplätze seltener werden.


An wissenschaftlicher Kompetenz fehlt es Deutschland nach Lobos Einschätzung nicht: Die KI-Forschung gehöre in einzelnen Bereichen zu den drei besten der Welt. Im auf Podlist veröffentlichten Gespräch im Format Ronzheimer macht er strukturelle Probleme für den ausbleibenden wirtschaftlichen Erfolg verantwortlich. Dazu zähle eine übermäßige Sicherheitsorientierung bei Investitionen.

Lobo bezeichnet Deutschland als «Nichtschwimmerbecken der Welt». Wohlhabende Anleger investierten ihr Kapital zu 97 Prozent in Immobilien statt in risikoreichere Zukunftstechnologien, sagt er. Zudem sei es über Jahrzehnte nicht gelungen, qualifizierte Fachkräfte im Land zu halten und für Unternehmensgründungen zu gewinnen. Das mache die Erfolge der Forschung teilweise zunichte.

Bürokratie und Überregulierung

Weitere Hindernisse sieht Lobo in Gesellschaft und Politik. Eine unternehmerfeindliche Grundhaltung führe dazu, dass erfolgreiche Gründer häufig auf Ablehnung stießen. Überregulierung, europäische Digitalpolitik und deutsche Datenschutzvorgaben belasteten junge Firmen zusätzlich. Der Gesetzgeber betrachte Regulierung teilweise als eigenes Produkt.

Jungen Unternehmen seien damit absichtlich Steine in den Weg gelegt worden, kritisiert Lobo. Den internationalen Rückstand macht er auch am Bildungssektor fest: Während KI in China bereits seit 2018 Pflichtfach an High Schools sei, kreise die deutsche Debatte häufig um grundlegende Fragen der Mediennutzung. Zugespitzt sagt Lobo, hierzulande werde eher darüber diskutiert, ob Kinder unter 27 Jahren überhaupt in die Nähe eines Smartphones dürften.

Teilt ihr die Sorgen zur KI-Entwicklung in Deutschland oder seht ihr das entspannter? Schreibt uns eure Meinung gerne unten in die Kommentare!

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Nadine Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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